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BYDSinaVon 3 Min. Lesezeit

BYD & Co.: Preiserhöhungen um bis zu 640 € – Bodenbildung in Sicht?

BYD und 14 weitere Hersteller heben in China Preise an: Das ADAS-Paket „God's Eye' kostet 270 € mehr, einzelne Modelle verteuern sich um bis zu 640 €. Signal für ein Ende der Rabattschlacht?

BYD & Co.: Preiserhöhungen um bis zu 640 € – Bodenbildung in Sicht?

BYD (比亚迪) und 14 weitere chinesische Hersteller von Elektroautos haben im zweiten Quartal 2025 moderate Preiserhöhungen angekündigt. Die Aufschläge fallen gering aus: Das optionale Fahrassistenzpaket „God's Eye" (天神之眼) wurde um 2.100 Yuan (ca. 270 €*) teurer. Einzelne Modelle zogen um einige tausend Yuan (ca. 130–640 €) an. Preissprünge über 10.000 Yuan (ca. 1.280 €) blieben die absolute Ausnahme. Stattdessen kürzen viele Hersteller lieber Rabatte oder verschärfen Finanzierungskonditionen.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Kosten als Vorwand

Offiziell begründen die Hersteller die Erhöhungen mit gestiegenen Rohstoff- und Chipkosten — insbesondere bei Batteriemetallen und Speicherchips. Hinzu kommt der Druck durch die „60-Tage-Zahlungsfrist"-Regulierung für Zulieferer. Analysten sehen jedoch einen anderen Hauptgrund: Die Hersteller wollen die seit Jahren verfestigte Erwartung immer fallender Preise durchbrechen. „In einem reifen Markt richten sich Preise nach den Erwartungen der Kunden, nicht allein nach den Kosten", zitiert die Branchenpresse. Zu lange hat der Preiskampf die Margen gedrückt und Kunden in eine abwartende Haltung getrieben – ein „Preisrutsch" (内卷), der nun gestoppt werden soll.

Die verschobene Macht in der Wertschöpfungskette

Die Zurückhaltung bei den Erhöhungen offenbart ein tieferes Problem: Die Autohersteller haben an Preissetzungsmacht verloren. Während Zulieferer wie CATL (宁德时代, weltgrößter Batteriehersteller) oder Chiphersteller ihre Preise weitgehend diktieren können, müssen die Autohersteller um jede Erhöhung kämpfen. Öffentliche Beschwerden über die großen Batterielieferanten zeigen, dass das Kräfteverhältnis gekippt ist. „Wer Preise setzen kann, hat das Sagen", heißt es in der Branche. Ein Extrembeispiel ist der HBM-Chipmarkt (High Bandwidth Memory): Global nur drei Anbieter — selbst bei drohenden Kartellstrafen bleibt der Verkäufer stark.

Bodenbildung oder Rückeroberung?

Die aktuellen Preiserhöhungen sind daher nicht nur eine kurzfristige Maßnahme, sondern ein Versuch, die Kontrolle über die Wertschöpfung zurückzugewinnen. Indem die Hersteller geschlossen signalisieren, dass die Ära der Dauersenkungen vorbei ist, wollen sie eine „Bodenbildung" erreichen. Bisher fehlt jedoch der marktführende Hersteller, der den Mut zu einer umfassenden, branchenweiten Erhöhung findet. Die Taktik bleibt abwartend: „Nur nicht zu viel erhöhen, um Marktanteile nicht zu verlieren; aber genug, um die Erwartung fallender Preise zu brechen."

Aus langfristiger Perspektive müssen die Hersteller nicht nur über Preissignale, sondern über echte Technologie- und Erlebnisinnovationen neue Werte schaffen. Sonst bleibt es beim „Geschrei um nichts".


Die Preiserhöhungen betreffen bislang nur den chinesischen Heimatmarkt. Ob BYD ähnliche Anpassungen für seine exportierten Modelle in Deutschland (Atto 2, Seal, Dolphin) plant, ist nicht bekannt. Aktuell bieten Händler noch Rabattaktionen, insbesondere auf den BYD Seal.

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