BYD testet Preiserhöhung: God‘s Eye wird 270 € teurer
Im zweiten Quartal 2025 haben mehrere chinesische E-Auto-Hersteller – darunter auch BYD (比亚迪) – Preiserhöhungen angekündigt. BYD hob den Preis seines „God‘s Eye“-Fahrassistenzpakets um rund 270 € (ca. 2.100 Yuan) an, wie das Unternehmen offiziell mitteilte. Insgesamt zogen 14 weitere Marken nach, einzelne Modelle verteuerten sich um mehrere Hundert Euro. Die Anhebungen fallen jedoch moderat aus: Erhöhungen über ca. 1.300 € (10.000 Yuan) sind selten. Stattdessen kürzen viele Hersteller Zusatzleistungen oder streichen zinslose Finanzierungen. Mit der verhaltenen Preispolitik wollen die Hersteller die jahrelange Abwärtsspirale durchbrechen und ihre Preissetzungsmacht zurückgewinnen.
Nur vordergründig eine Kostenreaktion
Die offizielle Begründung lautet gestiegene Rohstoff- und Chipkosten. Doch in der Branche ist bekannt: In einem reifen Markt bestimmen nicht allein die Herstellungskosten den Preis, sondern vor allem die Erwartungen der Kunden. Die aktuellen Preiserhöhungen sind weniger eine Reaktion auf echten Kostendruck, sondern ein taktischer Test: Die Hersteller wollen die Kauflust der Verbraucher neu stimulieren und ein Signal setzen, dass der Preiskampf ein Ende haben könnte.
Die wahre Sorge: Verlust der Preissetzungsmacht
Hinter der verhaltenen Strategie steckt eine tiefere Furcht: Die OEMs haben in den vergangenen Jahren zunehmend an Einfluss in der Wertschöpfungskette verloren. Lieferanten wie der Batterieriese CATL (宁德时代) diktieren die Preise, während die Hersteller die Kosten nicht mehr an die Kunden weitergeben können. Ein extremes Beispiel ist der HBM-Speichermarkt mit nur drei globalen Anbietern – wer dort keine Preismacht hat, muss sich fügen.
Symbolische Bodenbildung statt echter Preisschübe
Der chinesische Pkw-Markt schrumpft, BYD hat leichte Marktanteilsverluste zu verzeichnen. Daher ist Preispolitik nach innen heikel. Die Branche sucht nach einer stillen Übereinkunft: „Keine weiteren Preissenkungen“ – auch wenn eine offene Erhöhung noch ausbleibt. Dennoch warnen Experten: Echte Preissetzungsmacht kann nicht durch Kommunikation, sondern nur durch technologische Innovation und verbesserte Nutzererfahrung zurückgewonnen werden.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
In Deutschland sind BYD-Modelle wie Atto 3, Dolphin, Seal und Han erhältlich. Die genannten Preiserhöhungen beziehen sich ausschließlich auf den chinesischen Markt und haben keine unmittelbaren Auswirkungen auf die deutschen Preise. BYDs Preispolitik in Europa folgt eigenen Marktbedingungen.

