Xiaomi SU7 & Co.: Sportlichkeit im E-Auto wird neu definiert
Ferraris erster reiner Elektro-Supersportwagen wurde heftig diskutiert – nicht wegen mangelnder Performance, sondern weil die Frage im Raum steht: Was macht ein „sportliches“ Elektroauto eigentlich aus? Dieses Problem beschäftigt auch die chinesischen Hersteller von Elektro-Sportlimousinen. Modelle wie der Xiaomi SU7, der Zeekr 007 GT, der IM L6 oder die Neulinge Geely Galaxy TT und Qijing GT7 zeigen: Die Antwort liegt nicht mehr nur in atemberaubenden Sprintzeiten.
Beschleunigung wird zur Basis – das wahre Können zeigt das Fahrwerk
Dank leistungsstarker E-Motoren sind 0–100 km/h in unter drei Sekunden längst keine Seltenheit mehr. Der Xiaomi SU7 Max schafft es in 2,78 Sekunden, der Qijing GT7 Allrad in 2,98 Sekunden, der Geely Galaxy TT in 4,2 Sekunden – und das zu Preisen zwischen rund 25.600 und 38.400 € (ca. 200.000 bis 300.000 Yuan)*. Die einstige „Drei-Sekunden-Klasse“ ist zur Grundausstattung geworden.
Damit verlagert sich der Wettbewerb auf die Frage: Wie fühlt sich das Auto in Kurven, bei Ausweichmanövern und auf der Bremse an? Das Pack vorne Doppelquerlenkerachse und hinten Fünflenkerachse ist dabei mittlerweile zum Standard in diesem Segment geworden – eine Konfiguration, die früher Luxus- und Hochleistungsmodellen vorbehalten war. Hinzu kommen adaptive CDC-Dämpfer und häufig Luftfederung, die den Spagat zwischen Komfort und Sportlichkeit ermöglichen.
Komfort und Assistenz: Sportlichkeit ohne Verzicht
Während klassische Sportwagen oft Abstriche bei Platz und Alltagstauglichkeit verlangten, setzen die neuen chinesischen Sportlimousinen auf das Gegenteil. Im Innenraum finden sich Sportlenkrad und -sitze, aber auch Massagefunktion, Hochleistungs-Soundanlagen, große Displays und sogar Kühlboxen. Der Nutzer fährt unter der Woche im Stau, am Wochenende mit der Familie – und nur selten auf der Rennstrecke. Die Sportlichkeit wird so zu einer Eigenschaft, die jederzeit abrufbar ist, ohne den Alltag zu beeinträchtigen.
Interessant: Selbst Assistenzsysteme gehören inzwischen zur Serienausstattung. Manche mögen denken, dass echte Fahrfreude keine elektronischen Helfer braucht. Doch Xiaomi und sein Gründer Lei Jun kontern mit der neuen Nürburgring-Runde des SU7 Ultra: Die Systeme entlasten in monotonen Situationen und lassen den Fahrer dort konzentriert genießen, wo er es wirklich will.
Der entscheidende Faktor: Die Marken-Erzählung
Wenn die Hardware – Doppelquerlenker, Luftfederung, CDC, 800-Volt-Architektur, Assistenz – immer ähnlicher wird, stellt sich die Frage: Woran erkennt man eine echte Sportlimousine? Die Antwort gibt nicht das Datenblatt, sondern die Markeninszenierung. Xiaomi hat es vorgemacht: Vom reinen Tech-Unternehmen ohne Motorsportgeschichte zum ernstzunehmenden Player – durch konsequente Rennstrecken-Tests, Rundenzeiten und die persönliche Kommunikation von Lei Jun. Der SU7 wurde zum Synonym für „Sportlichkeit im E-Auto“. Andere, wie Qijing GT7, setzen auf eine intelligente Interpretation von Sport – etwa mit Assistenzsystemen, die Drift-Erlebnisse ermöglichen.
Der Trend geht zum „Alleskönner“: Leistung, Komfort, Technik, Design, Platz und Preis – jedes Modell muss in allen Disziplinen stark sein. Doch wer keine klare Antwort auf die Frage „Was bedeutet Sportlichkeit für uns?“ findet, wird im Einheitsbrei der Konfigurationslisten untergehen.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
In Deutschland nicht erhältlich
Xiaomi Auto ist ausschließlich im chinesischen Markt erhältlich. Pläne für eine europäische Expansion wurden bislang nicht angekündigt.


