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Li AutoSinaVon 3 Min. Lesezeit

Li Auto L9: KI-Cockpit streamt in Echtzeit – ab 58.900 €

Auf der Auto China zeigt Li Auto seinen neuen KI-Agenten für den L9. Der SUV verarbeitet Sensordaten in Echtzeit und handelt – anders als Huaweis Ökosystem-Ansatz. Preis in China ab 459.800 Yuan (ca. 58.900 €).*

Li Auto L9: KI-Cockpit streamt in Echtzeit – ab 58.900 €

Li Auto (理想) hat auf der Auto China (Peking Auto Show, eine der größten Automessen der Welt) seinen neuen KI-Agenten für das Flaggschiff L9 vorgestellt. Das System namens „Livis“ (abgeleitet von Li Auto + Intelligence) verarbeitet Video- und Audiodaten in Echtzeit und greift selbstständig in Fahrzeugfunktionen ein – ein Ansatz, der sich fundamental von Huaweis HIMA-Ökosystem unterscheidet. Der Siebensitzer-EREV soll zeigen, wie ein „verkörperter Agent“ das gesamte Cockpit zu einer handelnden Einheit macht.

Technische Daten des Li Auto L9

Der L9 ist ein Range-Extender-Elektrofahrzeug (EREV) mit folgenden Eckdaten:

  • Antrieb: 1,5-Liter-Turbobenziner als Generator + zwei E-Motoren (Allrad, Systemleistung 330 kW / 449 PS)
  • Batterie: 44,5 kWh (NMC)
  • Elektrische Reichweite: 215 km (CLTC* – entspricht ca. 183 km nach WLTP-Schätzwert)
  • Gesamtreichweite: 1.315 km (CLTC, inklusive Reichweitenverlängerung durch Verbrenner)
  • Preis in China: ab 459.800 Yuan (ca. 58.900 €)*

*CLTC (chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP). Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Zwei Philosophien: Aufgabenverteiler vs. physischer Agent

Während Huawei bei seiner HIMA-Allianz auf die MoLA-2.0-Architektur setzt – eine zentrale Cloud-KI als „Befehlszentrale“, die Aufgaben an spezialisierte Module delegiert –, geht Li Auto mit „StreamingClaw“ einen anderen Weg. Das System baut eine durchgängige Kette vom Sensor über die Entscheidung bis zur Aktion auf: Alle Daten fließen ohne Umweg in ein einziges Modell, das sofort reagiert. Der Hauptagent wird so nicht nur zum Verteiler, sondern zum aktiven Teilnehmer der Wahrnehmung.

Im L9-Cockpit bedeutet das: Der KI-Agent erkennt nicht nur, dass ein Passagier friert, sondern greift selbstständig in die Klimatisierung ein, verstellt Sitzpositionen oder passt die Musik an – ohne dass eine Cloud-Anfrage nötig ist. Li Auto überträgt damit sein Wissen aus dem autonomen Fahren (Ende-zu-Ende-Modelle, VLA) direkt in den Innenraum. Ziel ist ein „physischer Agent“, der die intelligente Hülle des gesamten Fahrzeugs bildet.

Ausblick: Zeitfenster für Li Auto

Während Huawei mit über 1 Milliarde HarmonyOS-Geräten ein riesiges Ökosystem im Rücken hat, setzt Li Auto alles auf eine Karte. Sollte der Agent als „Killer-Feature“ beim Kunden ankommen, könnte das Unternehmen eine feste Marke für physische Intelligenz etablieren. Andernfalls drohen die hohen Investitionen in die Eigenentwicklung zur verlorenen Wette zu werden. Li Auto muss nun schnell die einzigartige Erfahrung im L9 demonstrieren, bevor Huaweis Ökosystem durch seine Breite aufholt. Das Rennen um den intelligenten Co-Piloten fängt erst an.


Der Li Auto L9 ist in Deutschland nicht offiziell erhältlich. Li Auto plant den Markteintritt in Europa, ein Start wird frühestens 2026 erwartet.

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