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Bosch-JV bringt KI-Roboter in E-Auto-Produktion

Das Joint Venture Bo Yin He Chunch sammelt 300 Mio. Yuan (ca. 38,4 Mio. €) für KI-gesteuerte Industrieroboter. Der BW10-Lite wird bereits bei UAES in der Fertigung von E-Auto-Komponenten eingesetzt – ein Schritt zur Effizienzsteigerung.

Bosch-JV bringt KI-Roboter in E-Auto-Produktion

300 Millionen Yuan für die Fabrik der Zukunft

Das Joint Venture Bo Yin He Chunch (博银合创) – ein Zusammenschluss von Bosch China, dem Investmentarm Boyuan Capital und dem KI-Startup Galaxy General (银河通用) – hat seine Pre-A-Finanzierungsrunde über rund 300 Millionen Yuan (ca. 38,4 Millionen Euro) abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von Yuanhe Chenkun, unterstützt von bestehenden und neuen Investoren. Das Ziel: hochautomatisierte Roboter für die Produktion von E-Auto-Komponenten – etwa bei United Automotive Electronic Systems (UAES), einem Bosch-Joint-Venture, das unter anderem elektrische Antriebe und Batteriemanagementsysteme fertigt.

Hinweis: Geldbeträge beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

BW10-Lite: Der Roboter, der E-Auto-Teile montiert

Bereits im Februar 2025 brachte Bo Yin He Chunch seinen ersten industriellen Embodied-AI-Roboter („verkörperte künstliche Intelligenz“ – Roboter, die durch KI eigenständig in der realen Welt agieren) auf den Markt: den BW10-Lite. Der Roboter ist mit zwei Armen ausgestattet, die jeweils 8 kg heben können. Ein 4WD-Chassis mit Vierradlenkung ermöglicht volle Beweglichkeit in engen Produktionsumgebungen – inklusive Crab-Walk-Funktion (Seitwärtsbewegung). Sechs Kameras, acht Ultraschallsensoren und ein Lidar sorgen für Rundumsicht. Dank zweier hot-swap-fähiger Akkus kann der Roboter rund um die Uhr arbeiten.

Der BW10-Lite wird derzeit bei UAES in der Serienproduktion eingesetzt – konkret an der Montagelinie für E-Auto-Komponenten. Ingenieure von Bo Yin He Chunch arbeiten direkt vor Ort, um den Roboter in Echtzeit an die realen Anforderungen anzupassen. Damit soll die Effizienz gesteigert und die Fehlerquote bei der Fertigung von Elektroantrieben und Batteriesystemen gesenkt werden.

Großauftrag und langfristige Strategie

Im April 2025 unterzeichnete Bo Yin He Chunch einen Dreijahresvertrag mit Dijie Industry (荻捷工业) über die Lieferung von knapp 2.000 Einheiten der Baureihe BW10/BW10-Lite. Die Roboter sollen in der Logistik und für Kommissionierungsaufgaben eingesetzt werden – auch hier liegt ein Schwerpunkt auf der Versorgung von E-Auto-Fertigungsstraßen.

Parallel dazu investiert das Joint Venture zehn Milliarden Yuan (ca. 1,28 Milliarden Euro) in ein neues Forschungs- und Fertigungszentrum im High-Tech-Park von Suzhou. Dort sollen künftig KI-Roboter für die Automobilindustrie entwickelt und in Serie produziert werden. Das Zentrum soll einen vollständigen Entwicklungszyklus abdecken: von der Forschung über die Prototypenfertigung bis zur Großserie.

Warum das für deutsche E-Autofahrer relevant ist

Indirekt profitiert auch der europäische Markt: UAES liefert Komponenten an zahlreiche globale Autohersteller, darunter deutsche Premiummarken. Effizientere Roboter in der Produktion senken die Kosten und verbessern die Qualität der E-Auto-Teile – ein Vorteil, der letztlich auch den Endkunden zugutekommt. BMW, Mercedes und Audi beziehen Zulieferteile von UAES.


Die Robotertechnologie wird zunächst in China bei UAES eingesetzt, einem Bosch-Joint-Venture, das auch Komponenten für europäische Hersteller liefert. Ein direkter Einsatz in deutschen Werken ist nicht geplant, aber die Effizienzsteigerungen könnten sich auf die globalen Lieferketten auswirken. Eine Markteinführung in Europa steht derzeit nicht zur Diskussion.

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