BYD verliert Förderung in Südkorea: 10,9 Mio. € weg
Seit dem 1. Juli 2025 erhalten neu zugelassene BYD (比亚迪)-Modelle in Südkorea keine staatliche Kaufprämie mehr. Das koreanische Klima- und Energieministerium hat BYD als einzigen chinesischen Pkw-Hersteller aus der Subventionsliste für das zweite Halbjahr 2025 gestrichen. Grund ist ein Bewertungsverfahren, bei dem Hersteller mindestens 60 von 100 Punkten erreichen müssen. Geprüft wurden F&E-Stärke, lokale Lieferkettenbeiträge, Kundendienstnetz und Beschäftigungseffekte.
Südkorea streicht BYD von Förderliste
27 Marken schafften die Hürde – darunter Hyundai, Kia, Tesla, Mercedes-Benz, BMW und Volkswagen. BYD scheiterte laut Ministerium vor allem an der unzureichenden lokalen Fertigungstiefe. Der Ausschluss trifft den Hersteller besonders hart: Im Vorjahr entfielen rund 40 Prozent der insgesamt etwa 16 Milliarden Won (ca. 10,9 Mio. €*) an ausländischen EV-Subventionen auf chinesische Anbieter, allen voran BYD. *Hinweis: Preise beziehen sich auf den koreanischen Markt; Wechselkurs 1.000 KRW ≈ 0,68 €.
Nächster Dämpfer: Japan kürzte bereits im Juni
Nur wenige Wochen zuvor hatte Tokio die Förderung für E-Autos neu ausgerichtet. Seit Juni 2025 erhalten Fahrzeuge mit japanischen Akkus, wie der Toyota bZ4X, bis zu 1,3 Millionen Yen (ca. 8.100 €) Prämie. BYD-Modelle, die ausschließlich chinesische Batterien verwenden, bekamen die Zulage von zuvor 350.000–450.000 Yen auf nur noch 150.000 Yen (ca. 935 €) gekürzt – ein Viertel des Höchstsatzes.
BYDs Preisdruck in Südkorea wächst
Die Subventionskürzung trifft BYD in einem Markt, in dem der Hersteller vor allem über aggressive Preise Fuß fassen wollte. Der kompakte BYD Dolphin kostet in Südkorea umgerechnet ca. 20.000 € – ohne Förderung wird der Abstand zu lokalen Konkurrenten wie Hyundai Kona Electric oder Kia Niro EV (beide mit Förderung) deutlich geringer. Teslas Reaktion zeigt die neue Dynamik: Am selben Tag erhöhte Tesla Korea die Preise für Model 3 und Model Y um bis zu 7 Millionen Won (ca. 4.900 €) – Analysten sehen darin eine Anpassung an das neue Subventionsniveau. BYD muss nun seinen Preisvorteil neu bewerten.
Die Nachricht betrifft BYDs globale Strategie, aber das Unternehmen ist in Deutschland mit Modellen wie Atto 3 und Dolphin vertreten. Subventionsänderungen in Asien zeigen, wie abhängig BYD von lokalen Förderungen ist. Ein direkter Einfluss auf den deutschen Markt ist nicht absehbar.


