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Li AutoSinaVon 3 Min. Lesezeit

Li Auto L9 Livis: KI-Agent startet ab 55.000 €

Auf der Auto China 2025 zeigen Li Auto und HIMA ihre KI-Cockpit-Strategien. Der Li L9 Livis mit StreamingClaw-Architektur startet in China ab ca. 55.000 €.

Li Auto L9 Livis: KI-Agent startet ab 55.000 €

Auf der Auto China in Peking zeigte sich: Der Wettbewerb verlagert sich vom autonomen Fahren hin zum intelligenten Cockpit. Nicht mehr Bildschirmgrößen oder Unterhaltungsfunktionen entscheiden, sondern die Frage, wer das Auto zu einem eigenständig handelnden KI-Agenten (einem autonomen Assistenten, der wahrnimmt, entscheidet und handelt) machen kann. Zwei Lager liefern sich ein Rennen: Li Auto (理想) und HIMA (鸿蒙智行, die intelligente Mobilitätsallianz von Huawei).

Architektur: Kommandoturm vs. Alleskönner

HIMAs MoLA 2.0-Architektur folgt einem „Gehirn + Kleinhirn"-Prinzip. Eine Cloud-Zentrale (System-Agent) fungiert als Kommandoturm: Sie versteht Anfragen, zerlegt sie und delegiert die Ausführung an spezialisierte Module – etwa für Navigation oder Fahrzeugsteuerung. So entsteht eine offene Plattform, die Dienste Dritter leicht integrieren kann.

Li Auto geht mit „StreamingClaw" einen tiefer integrierten, physisch gekoppelten Weg. Sensordaten (Video, Audio) fließen in Echtzeit zusammen. Das System muss sie sofort verarbeiten, sonst sind sie verloren. Ein zentraler Multi-Agenten-Mechanismus mit „Selbstplanung" steuert den Ablauf. Anders als bei HIMA beteiligt sich der Hauptagent aktiv an der Wahrnehmung und Entscheidungsfindung – das Fahrzeug wird zu einem einzigen, physisch handelnden Wesen. StreamingClaw feiert sein Debüt im neuen Li L9 Livis, der auf der Auto China 2025 vorgestellt wurde. Das System verarbeitet Video- und Audiodaten in Echtzeit und ermöglicht eine natürliche Sprachsteuerung. Der Li L9 Livis ist in China ab 42,98 万元 (ca. 55.000 €) bestellbar.* *Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Entwicklungslinien: End-to-End vs. Simulation

Beide setzen ihre bisherigen Strategien fort. Li Auto überträgt das Prinzip des End-to-End-Lernens (ein Modell lernt direkt von Sensordaten zu Aktionen) aus dem autonomen Fahren auf den Agenten: Das VLA-Modell (Vision-Language-Action) vereint räumliche Wahrnehmung, Sprachverstehen und Handlungsentscheidungen in einem Schritt. Ziel ist ein „universeller Agent für die physikalische Welt".

HIMA wiederum nutzt seine Weltmodell-Simulation, die bereits im Fahrassistenzsystem (ADAS) zum Einsatz kommt. Der Agent führt zunächst virtuelle Tests durch, bewertet Risiken und wählt dann die sicherste Handlung aus. Das entspricht einer „Generieren–Optimieren–Vorhersagen"-Logik.

Risiken: Große Wette auf den Agenten

Der Li L9 als EREV-Modell (Range-Extender-Elektrofahrzeug) trägt diesen Anspruch bereits im Antriebskonzept. Li Auto hat viel in die Entwicklung der Livis-Plattform investiert. Sollte sich der KI-Agent nicht als Verkaufsargument durchsetzen, stünde ein enormer Investitionsbetrag auf dem Spiel. Im Gegensatz dazu kann HIMA auf über eine Milliarde vernetzte Geräte in der gesamten Huawei-Ökosphäre zurückgreifen – das Risiko verteilt sich breiter.


Ein Marktstart in Europa ist für den Li L9 derzeit nicht vorgesehen. Die StreamingClaw-Architektur könnte jedoch in späteren Modellen für europäische Märkte adaptiert werden. Li Auto prüft derzeit den Einstieg in Westeuropa, ein konkreter Zeitplan steht noch aus.

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