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Li AutoSinaVon 2 Min. Lesezeit

Li Auto L9: KI-Cockpit-Agent – aber nicht für Europa

Auf der Auto China zeigte Li Auto eine neue KI-Architektur für den L9. Das System macht das Auto zum aktiven Assistenten – doch für Europa ist das Flaggschiff nicht geplant.

Li Auto L9: KI-Cockpit-Agent – aber nicht für Europa

Auf der diesjährigen Auto China (Peking Auto Show) hat Li Auto (理想) eine neue Architektur für sein Cockpit-KI vorgestellt. Der Hersteller setzt dabei auf einen sogenannten „Agent" – ein System, das selbstständig seine Umgebung erfasst, Entscheidungen trifft und Aktionen ausführt. Das Flaggschiff-Modell Li Auto L9, ein großes SUV mit Range-Extender-Antrieb, soll diese Technologie als erstes erhalten. Ein Start in Europa ist jedoch nicht vorgesehen.

Der Li L9 ist in China ab 42,98 万元 (ca. 55.000 €) erhältlich* und bietet folgende Daten:

  • Reichweite: 1.315 km (CLTC) – entspricht ca. 1.118 km (WLTP-Schätzwert); rein elektrisch: 280 km (CLTC) – ca. 238 km (WLTP)
  • Batterie: 44,5 kWh (NMC)
  • 0–100 km/h: 5,3 Sekunden
  • Antrieb: 1,5-Liter-Turbobenziner als Generator + zwei E-Motoren (Allrad)

Zwei Philosophien im Cockpit-KI-Wettstreit

Li Auto verfolgt mit seiner neuartigen Architektur einen Ansatz, der die Sensorik (Kameras, Mikrofone) in Echtzeit verarbeitet und daraus direkt Handlungen ableitet – eine durchgängige Kette aus Wahrnehmen, Entscheiden und Ausführen. Das System verzichtet auf eine strenge Trennung zwischen einem zentralen „Gehirn" und spezialisierten Untermodulen, wie sie etwa der Konkurrent HIMA (Harmony Intelligent Mobility Alliance, 鸿蒙智行) mit seiner MoLA-2.0-Architektur nutzt.

HIMA setzt auf eine Cloud-Zentrale, die Aufgaben an spezialisierte Einheiten verteilt – ähnlich einem Kommandoturm. Dieser Ansatz erleichtert die Integration von Drittanbieter-Diensten und macht das System zu einer offenen Plattform. Mit über einer Milliarde verbundener Geräte im HIMA-Ökosystem kann Huawei Risiken besser streuen.

Kein Europa-Start: Reine Technologie-Vision

Der Li Auto L9 wird nicht nach Europa kommen. Das bestätigte der Hersteller bereits früher. Der neue KI-Agent ist daher vor allem eine technologische Machbarkeitsstudie für den chinesischen Markt. CEO Li Xiang skizziert eine Vision von Autos, die eigenständig laden und waschen können – doch ob diese Funktionen jemals europäische Kunden erreichen, ist fraglich.

Die Entscheidung zeigt die unterschiedliche Strategie chinesischer Hersteller: Während BYD und NIO aktiv auf den europäischen Markt drängen, konzentriert sich Li Auto weiterhin auf den Heimatmarkt. Der L9 bleibt damit ein exotischer Technologieträger, der in Europa nur als Import-Fahrzeug oder auf Messen zu sehen sein wird.

*Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.


Der Li Auto L9 ist nicht für den europäischen Markt vorgesehen. Eine Homologation oder ein offizieller Verkauf in Deutschland sind nicht geplant. Das Fahrzeug kann nur als Privatimport erworben werden, was mit erheblichen Kosten und bürokratischen Hürden verbunden ist.

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