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Li AutoSinaVon 3 Min. Lesezeit

Li Auto Livis: KI-Assistent startet 2026 – Huawei im Visier

Li Auto stellt mit Livis einen KI-Assistenten fürs Cockpit vor – Marktstart 2026. Die StreamingClaw-Architektur setzt auf Echtzeit-Sensorfusion, während Huawei mit dem Ökosystem aus 10 Milliarden Geräten punktet. Ein Marktstart in Europa ist nicht absehbar.

Li Auto Livis: KI-Assistent startet 2026 – Huawei im Visier

Auf der Auto China (Peking Auto Show) im April 2025 stand das intelligente Cockpit im Fokus. Zwei Player präsentierten ihre Vision eines KI-Assistenten („Agent“): Li Auto (理想) mit seinem neuen System Livis und HIMA (Harmony Intelligent Mobility Alliance) – die Allianz von Huawei mit Marken wie AITO, Luxeed, Stelato und Maextro.

Technische Architekturen im Vergleich

Die grundlegenden Designphilosophien unterscheiden sich fundamental:

HIMA – MoLA 2.0 („Gehirn + Kleinhirn“-Modell)

  • Cloud-basiertes „Großhirn“ als Kommandozentrale, das Aufgaben versteht, zerlegt und delegiert.
  • Spezialisierte „Kleinhirne“ für Navigation, Fahrzeugsteuerung usw.
  • Leichte Integration von Drittanbietern, breites Ökosystem (über 10 Milliarden Geräte im Huawei-Universum).

Li Auto – StreamingClaw-Architektur

  • End-to-End-Schleife: „Wahrnehmung – Entscheidung – Ausführung“ in Echtzeit.
  • Multi-Agent-Mechanismus mit selbstplanender Koordination; der Hauptagent beteiligt sich aktiv an Wahrnehmung und Entscheidung.
  • Ziel: Das gesamte Fahrzeug als einheitliche, „verkörperte“ Entität mit durchgängiger Sensorfusion.

Konkrete Produkt- und Zeitplanangaben

Laut Unternehmensangaben soll der Livis-Agent ab 2026 in einem einheitlichen Large Model integriert werden, das Sprache, visuelle Wahrnehmung und Aktionen vereint – eine direkte Weiterentwicklung des VLA-Ansatzes (Vision-Language-Action), den Li Auto bereits im Fahrassistenzsystem nutzt. HIMA hingegen setzt auf eine Cloud-basierte Simulation: Mithilfe eines Weltmodells wird die optimale Strategie in der virtuellen Umgebung ermittelt, bevor reale Befehle ausgeführt werden.

Technische Details im Überblick

  • Rechenplattform: Li Auto nutzt einen hauseigenen Chip, der auf die StreamingClaw-Architektur zugeschnitten ist. Konkrete TOPS-Werte werden nicht genannt, das System ist für Latenzen im Millisekundenbereich ausgelegt.
  • Sensorik: Der L9 Livis integriert 1 Lidar, 5 Kameras, 5 Millimeterwellen-Radare und 12 Ultraschallsensoren – typisch für chinesische Premium-EVs.
  • Komfortgewinn: Der Agent kann auf Zuruf die Klimaanlage vorkonditionieren, die Sitzposition anpassen und Navigationsziele aus dem Gesprächskontext ableiten, ohne dass der Fahrer das Display berühren muss.

Wettbewerb und Marktbedeutung

Der Wettstreit beschränkt sich nicht nur auf Technik: Für HIMA ist der Auto-Agent ein Teil des gigantischen IoT-Ökosystems – selbst bei schwacher Nachfrage bliebe der Schaden begrenzt. Li Auto hingegen hat alles auf eine Karte gesetzt: Der Agent soll zur Kernmarkenidentität werden. CEO Li Xiang spricht offen von der Vision eines „Auto-Roboters“, der selbstständig laden und reinigen kann – der L9 Livis ist der erste konkrete Schritt.

Europa-Verfügbarkeit

Li Auto konzentriert sich weiterhin auf den chinesischen Markt. Ein Deutschland-Start für den Livis-Agenten oder den L9 ist nicht terminiert. Sollte eine Expansion nach Europa erfolgen, wäre frühestens 2027 mit einer Markteinführung zu rechnen – abhängig von Zertifizierungen und Anpassung an europäische Kundenwünsche.

Fazit: Der Wettlauf um den intelligenten Cockpit-Assistenten ist eröffnet. Li Auto setzt auf tiefe Integration und physische Intelligenz, Huawei auf Ökosystem-Breite. Ob der Ansatz von Li Auto den europäischen Autofahrer überzeugen kann, wird sich erst zeigen, wenn ein Serienfahrzeug nach Europa kommt.


Ein Marktstart in Deutschland oder Europa ist derzeit nicht absehbar. Li Auto fokussiert den chinesischen Heimatmarkt und hat keine konkreten Pläne für eine Europa-Expansion des Livis-Systems oder des L9. Eine Zulassung nach EU-Standards müsste erst beantragt werden.

Li Auto