Auto China 2026: BMW i3 mit 900 km Reichweite, Mercedes und VW attackieren
Auto China 2026: Deutsche Hersteller starten Großangriff auf dem Heimatmarkt der E-Mobilität
Die Peking Auto Show (Auto China) öffnete ihre Tore und präsentiert auf 38 Quadratmetern rund 1.451 Fahrzeuge – darunter 181 Weltpremieren. Die deutschen Premiummarken BMW, Mercedes-Benz (梅赛德斯-奔驰) und die Volkswagen-Gruppe mit Audi (奥迪) bringen ihre gesamte Elektro-Offensive auf das Messegelände. Erstmals seit Jahren sind auch Marken wie Citroën und Hyundai mit eigenständigen Ständen zurück. Wir fassen die wichtigsten Neuheiten für deutsche Autofahrer zusammen.
Mercedes-Benz GLC L: Der Plug-in-Hybrid mit 703 km CLTC
Die Neuauflage des GLC L debütiert mit einem Radstand von 3.027 mm – 55 mm länger als der Vorgänger. Zur Wahl stehen Fünf- oder Sechssitzer-Konfigurationen. Das Fahrassistenzsystem (ADAS) setzt auf zehn Kameras, fünf Radare und zwölf Ultraschallsensoren, die ein end-to-end-fähiges System mit Autobahn- und City-NOA (vergleichbar mit Tesla FSD) ermöglichen. Die Antriebstechnik umfasst eine Range-Extender-Version (EREV) mit einem 89-kWh-Akku – die rein elektrische Reichweite liegt bei 703 km (CLTC) – entspricht ca. 598 km (WLTP-Schätzwert). Der GLC L tritt gegen chinesische Mittelklasse-SUVs wie den Li Auto L8 an. Preise nannte Mercedes noch nicht, der Einstieg dürfte jedoch über 40.000 € (umgerechnet) liegen. Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
BMW i7: Flaggschiff-Limousine mit Rimac-Akku
Der neue i7 feiert als weltweit erstes BMW-Flaggschiff seine Premiere in Peking. Das Fahrassistenzsystem wurde gemeinsam mit Momenta entwickelt – einheimischer ADAS-Spezialist – und umfasst Lidar, mehrere Kameras und 4D-Radar; es erreicht L2++ auf chinesischen Straßen und ermöglicht optional L3-Autonomie. Der Hochleistungsakku stammt vom kroatischen Spezialisten Rimac: Der 4695-Zellen-Akku soll eine extrem hohe Energiedichte und schnelle Ladeleistung bieten. BMW hebt hervor, dass dies die erste globale Premiere eines Flaggschiff-Modells außerhalb Europas ist.
BMW iX3: Der erste „Neue Klasse“-Stromer
Der iX3 tritt als erstes Modell der neuen Generation „Neue Klasse“ an. Der Radstand wurde um 108 mm auf 3.005 mm verlängert – das schafft mehr Beinfreiheit im Fond. Das ADAS basiert auf einer Kooperation mit Momenta und ist speziell auf chinesische Verkehrsbedingungen zugeschnitten (Autobahn- und Stadtpilot). Die Software-Architektur stammt zu 70 % aus China und integriert den hauseigenen Sprachassistenten X sowie KI-Modelle von Alibaba und DeepSeek. Auch Apple CarPlay und HUAWEI HiCar werden unterstützt. Der Preis soll zwischen 40 und 55 Millionen Yuan liegen – umgerechnet ca. 51.200 € bis 70.400 €.
BMW i3: 900 km WLTP und 400-kW-Schnellladung
Der i3 der Neuen Klasse ist das zweite Modell der Baureihe. Highlight: die WLTP-Reichweite von 900 km (nach chinesischem CLTC wäre der Wert noch höher, aber BMW gibt hier WLTP an). Mit einer Ladeleistung von 400 kW soll der Akku nach nur zehn Minuten rund 400 Kilometer Reichweite nachladen. Das neue iDrive-System bietet ein durchgehendes Panorama-Display, 3D-Head-up-Display und eine vom Fahrer weg geneigte Mittelkonsole. Ein neu entwickeltes „dynamisches Fahrcomputer-System“ steuert Antrieb, Bremsen und Fahrwerk präzise zusammen. Preislich wird der i3 zwischen 32 und 42 Millionen Yuan liegen – ca. 40.960 € bis 53.760 €. Der i3 wird zum Konkurrenten des Tesla Model 3 und des NIO ET5.
AUDI E7X: Smart-Flaggschiff-SUV mit Momenta Technik
Der E7X ist ein vollelektrisches SUV der Oberklasse mit Längen von 5.049 mm, Breite 2.002 mm und Höhe 1.708 mm bei einem Radstand von 3.060 mm. Serienmäßig an Bord: ein Lidar, sieben Kameras und das ADAS von Momenta (Highway und City NOA). Im Innenraum gibt es ein 27-Zoll-Panoramadisplay, AR-Head-up-Display und den Snapdragon 8295-Chip. Die Akkus von CATL leisten 100 kW und 109,3 kWh – die CLTC-Reichweite beträgt 615–751 km (ca. 523–638 km WLTP). Der E7X soll zwischen 30 und 40 Millionen Yuan kosten (ca. 38.400 €–51.200 €) und noch in der ersten Jahreshälfte 2026 in China auf den Markt kommen.
VW ID.ERA 9X: XXL-SUV mit Range Extender
Der ID.ERA 9X ist ein gigantischer SUV: 5.207 x 1.997 x 1.810 mm, Radstand 3.070 mm. Auch hier kommt das ADAS von Momenta zum Einsatz – es erkennt komplexe Kreuzungen, plant Routen und navigiert durch enge Lücken. 26 Sensoren überwachen die Umgebung. Der E-Motor wird von einem Verbrenner als Range Extender unterstützt. Das Fahrwerk bietet eine Luftfederung mit doppelten Kammern und 150 mm Bodenfreiheitsänderung. Der Preis im Vorverkauf liegt bei 32,98–37,98 Millionen Yuan (ca. 42.200 €–48.600 €).
VW ID. AURA T6: Einstiegs-E-SUV für die Stadt
Der ID. AURA T6 ist ein kompaktes, rein elektrisches SUV mit fünf Sitzplätzen. Die intelligente Fahrassistenz stammt von einer Kooperation mit DJI (dem Drohnenhersteller) und umfasst Lidar. Er ist das erste Modell auf der neuen CEA-Elektronikarchitektur (von VW China entwickelt). Der T6 gilt als „das meist erwartete Joint-Venture-E-Auto 2026“ und soll unter 20.000 € (umgerechnet) starten.
Jetta X: VWs Billig-Stromer für unter 10.000 €
Die Marke Jetta (ehemals ein Modell, heute eine Submarke von VW in China) zeigt den Jetta X, ein kleines Elektroauto für den städtischen Einsatz. Der Wagen wirkt bullig, bietet viel Platz im Fond und wird mit einem Preis unter 10.000 € (China) antreten – eine Kampfansage an den BYD Seagull.
Weitere Marken kehren zurück
Auch Citroën (mit einem überarbeiteten C5 X und einem weiteren neuen Elektroauto) und Hyundai (mit den Konzepten VENUS und EARTH) sind auf der Messe präsent. Die Botschaft ist klar: Die etablierten Hersteller holen mit modernster Technik, lokal angepasster Software und aggressiven Preisen zum großen Schlag gegen die chinesischen Newcomer aus.
In Europa
Dieses Fahrzeug bzw. Modell ist in Europa aktuell nicht offiziell erhältlich. Eine Markteinführung wurde bislang nicht angekündigt.

