BYD gewinnt Verleumdungsklage gegen Blogger – 256.000 € Schadensersatz
BYD (比亚迪) hat einen Rechtsstreit gegen den chinesischen Blogger „Long Ge Talks EVs“ gewonnen. Ein Berufungsgericht in China verurteilte den Betreiber der gleichnamigen Kanäle zur Zahlung von 2 Millionen Yuan (ca. 256.000 €) und zu einer öffentlichen Entschuldigung. Das gab BYDs Rechtsabteilung nach dem Urteil bekannt. Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Der Fall
Der Blogger hatte in mehreren Videos auf Plattformen wie Douyin (chinesisches TikTok) und WeChat-Kanäle angeblich unbelegte Behauptungen über BYDs Batterie, Motor und elektronische Steuersysteme aufgestellt. Konkret ging es um angebliche Mängel bei Reparaturen von BYD-Fahrzeugen. Das Gericht stellte fest, dass die Aussagen „nicht durch verifizierte technische Beweise gestützt“ wurden und damit den Ruf des Herstellers schädigten.
BYDs Marken- und PR-Chef Li Yunfei betonte, das Unternehmen akzeptiere sachliche Kritik und faktentreue Berichterstattung, werde aber rechtlich gegen erfundene oder verleumderische Inhalte vorgehen. Die erste Instanz hatte BYD bereits im Dezember 2024 recht gegeben.
Das Urteil
Die zweite Instanz bestätigte: Die Beklagten haben unwahre Informationen über BYD erfunden und verbreitet. Das Urteil verlangt:
- Unterlassung der Verbreitung
- Beseitigung der Folgen
- Öffentliche Entschuldigung
- Schadensersatz in Höhe von 2 Mio. Yuan (ca. 256.000 €)
Der Blogger veröffentlichte inzwischen ein Video, in dem er sich für „unangemessene Äußerungen“ entschuldigte und das Berufungsurteil einräumte.
Weitere Klagen
Der Fall reiht sich in eine Serie von Verleumdungsklagen chinesischer Autohersteller gegen Online-Ersteller ein. Neben BYD waren auch Great Wall Motor, XPeng sowie Seres (Marke AITO) betroffen. Gegen den gleichen Blogger erging ein separates Urteil über 160.000 Yuan (ca. 20.500 €) wegen Äußerungen über AITO-Fahrzeuge.
BYDs Marktposition
BYD verkaufte im April 2025 global 314.100 reine Elektrofahrzeuge – ein Plus von 6,2 % gegenüber März 2025, aber ein Rückgang von 15,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Zum Vergleich: Im März 2025 waren es 295.639 Einheiten, im Dezember 2024 sogar 414.784 Stück. Die globalen Verkäufe von BYD beliefen sich bis April 2025 auf knapp 1,4 Millionen Fahrzeuge.
In Europa ist BYD bereits mit mehreren Modellen wie dem Atto 3, Han und Seal vertreten. Der Rechtsstreit hat keine direkten Auswirkungen auf den deutschen Markt, unterstreicht aber den härter werdenden Wettbewerb und die zunehmende juristische Auseinandersetzung um Online-Reputation auch chinesischer Hersteller.

