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Li AutoSinaVon 3 Min. Lesezeit

Li Auto vs. HIMA: Duell der KI-Agenten im Auto

Auf der Auto China 2025 zeigen Li Auto und Huawei (HIMA) gegensätzliche KI-Agent-Architekturen für das intelligente Cockpit. Während Huawei auf eine Cloud-zentrierte Plattform setzt, verfolgt Li Auto einen ganzheitlichen, fahrzeugzentrierten Ansatz – eine richtungsweisende Wettprobe.

Li Auto vs. HIMA: Duell der KI-Agenten im Auto

Die Auto China 2025 (Peking Auto Show, eine der größten Automessen der Welt) stand ganz im Zeichen der Künstlichen Intelligenz. Der Fokus der Hersteller hat sich jedoch verschoben: vom autonomen Fahren hin zum intelligenten Cockpit. Dabei geht es nicht mehr nur um Bildschirmgrößen oder Unterhaltungsfunktionen, sondern um die Frage, wer das Auto zu einem echten KI-Agenten macht, der selbstständig wahrnimmt, entscheidet und handelt.

Zwei Player treiben diese Entwicklung besonders voran: Li Auto (理想), eines der führenden chinesischen EV-Startups (造车新势力), und HIMA (Harmony Intelligent Mobility Alliance) von Huawei. Beide haben auf der Messe ihre Visionen für einen KI-Agenten präsentiert – und die technischen Wege könnten kaum unterschiedlicher sein.

Zwei konkurrierende Architekturen

HIMA setzt auf die MoLA 2.0-Architektur, ein klassisches „Gehirn + Kleinhirn“-Modell. Ein Cloud-basiertes System-Agent fungiert als Kommandozentrale, die Aufgaben analysiert, aufteilt und an spezialisierte Sub-Agenten (z. B. für Navigation oder Fahrzeugsteuerung) delegiert. Dieses Design macht das HIMA-Cockpit zu einer offenen Service-Plattform, die sich leicht um Dienste Dritter erweitern lässt.

Li Auto verfolgt mit der StreamingClaw-Architektur einen anderen, deutlich aufwändigeren Ansatz: eine durchgängige „Ende-zu-Ende“-Pipeline mit Echtzeit-Perzeption, Entscheidung und Ausführung. Sensordaten wie Video und Audio fließen kontinuierlich ein und müssen sofort verarbeitet werden. Ein Haupt-Agent koordiniert mehrere Sub-Agenten, ist aber selbst in die Wahrnehmung und Entscheidung eingebunden. Li Auto interpretiert das Fahrzeug als eine einzige verkörperte Einheit, die physisch interagiert.

Pfadabhängigkeit: Entwicklungsphilosophie

Interessanterweise spiegeln sich diese Unterschiede auch in den jeweiligen Fahrassistenzsystemen (ADAS) wider. Li Auto überträgt sein Ende-zu-Ende-Denken aus dem autonomen Fahren auf den Cockpit-Agenten: Die VLA-Architektur (Vision-Language-Action) vereint Raum-, Sprach- und Aktionsentscheidungen in einem Modell, mit dem Ziel eines universellen, physisch handelnden KI-Agenten. HIMA hingegen nutzt World Models in der Cloud, um Szenarien zu simulieren und daraus die sicherste Handlung auszuwählen – ein simulationsgestützter Sicherheitsansatz.

Beide Unternehmen sind stark durch jahrelange Technologieinvestitionen und Denkmuster geprägt. Ein Kurswechsel wäre unverhältnismäßig teuer. Daher gleicht der Wettbewerb einer nicht umkehrbaren Wette.

Zeitfenster und Ökosystem-Bindung

Die Risiken sind unterschiedlich verteilt. HIMAs Ökosystem umfasst inzwischen über eine Milliarde Geräte – das Auto ist nur ein Teil der vernetzten Welt. Selbst wenn der KI-Agent im Auto nicht durchschlägt, federt die breite Basis das Risiko ab. Li Auto dagegen setzt alles auf eine Karte: Das Unternehmen will KI zum zentralen Markenzeichen machen. Sollte sich der Agent als „Luxus ohne Kaufanreiz“ erweisen, drohen massive Wertverluste.

Doch Li Auto hat eine Chance: den Zeitvorsprung. Der Hersteller muss die Nutzer schnell davon überzeugen, dass das Auto als Ganzes ein KI-Agent sein kann. Gelingt dies, entsteht eine starke Markenbindung. Allerdings droht die Gefahr, dass HIMA mit seinem riesigen Ökosystem die Agent-Erfahrung standardisiert und Li Autos Differenzierung verschwindet. Die Wette läuft auf Hochtouren.


In Deutschland nicht erhältlich

Li Auto hat bislang keine offiziellen Pläne für eine Expansion nach Europa bekannt gegeben. Das Unternehmen konzentriert sich auf den chinesischen Markt.

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