Geely: Pickup-Marke Radar für 27,9 Mio. € eingegliedert
Geely (吉利) hat die Elektro-Pickup-Marke Radar (雷达汽车) vollständig übernommen. Für rund 218 Millionen Yuan (ca. 27,9 Millionen Euro) gehen die drei Kernfirmen – Radar Automotive (Shandong), Radar Automotive Sales und Radar Thailand – an Geely Automotive über. Radar wird künftig unter der Submarke China Star (中国星) als Pickup-Sparte geführt. Die Übernahme erfolgte im Rahmen der „One Geely"-Strategie, mit der der Konzern seine vielen Marken straffen und Ressourcen bündeln will.
Übernahme für 27,9 Mio. Euro
Der Kaufpreis verteilt sich auf drei Gesellschaften:
- Radar Automotive (Shandong): 159 Mio. Yuan (ca. 20,4 Mio. €) für die Entwicklungs- und Produktionsplattform
- Radar Automotive Sales: 59 Mio. Yuan (ca. 7,6 Mio. €) für das Vertriebsnetz in China
- Radar Thailand: 490.000 Yuan (ca. 62.700 €) für den südostasiatischen Vertrieb
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Radar positioniert sich als mittel- bis hochpreisiger New-Energy-Pickup (NEP) mit rein elektrischen und Super-Hybrid-Antrieben (EREV/Plug-in-Hybrid). Das Modellangebot richtet sich sowohl an gewerbliche als auch private Kunden – mit Komfortausstattung und personenwagenähnlichem Fahrverhalten.
„One Geely"-Strategie: Vom Inkubator zum Kerngeschäft
Radar war bisher als externes Inkubationsprojekt der Geely Holding Group geführt worden. Mit der Integration in die börsennotierte Geely Automotive wird der Pickup zur strategischen Kernkategorie. Der Schritt folgt der „Taizhou-Erklärung" (台州宣言), mit der Geely Holding 2024 eine Konzentration auf wenige Marken, gemeinsame Plattformen und zentrale Steuerung einleitete. Bereits zuvor waren die Marken Geometry (几何) in Geely Galaxy, Lynk & Co (领克) in Zeekr (极氪) integriert sowie die ADAS-Entwicklung (Fahrassistenz) zentralisiert worden. Dadurch sollen jährlich rund 10 Millionen Euro Entwicklungskosten gespart und die Effizienz um 10 bis 20 Prozent gesteigert werden.
Finanzielle Entwicklung der Radar-Sparte
Die Zahlen zeigen ein gemischtes Bild: Radar Automotive (Shandong) erzielte 2024 einen Gewinn von 67,74 Mio. Yuan (ca. 8,67 Mio. €), rutschte 2025 aber mit 8,65 Mio. Yuan (ca. 1,11 Mio. €) in die Verlustzone. Der Verkauf über Radar Automotive Sales war 2025 profitabel (12,33 Mio. Yuan / ca. 1,58 Mio. €), während Radar Thailand einen Verlust von 10,7 Mio. Yuan (ca. 1,37 Mio. €) verzeichnete. Geely erwartet, dass die Bündelung von Entwicklung, Einkauf, Produktion und Vertrieb die Kosten senkt und die Wettbewerbsfähigkeit steigert.
Ausblick: Neue Impulse für den Elektro-Pickup-Markt
In China lockern immer mehr Städte die Zufahrtsbeschränkungen für Pickups, gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Outdoor-Mobilität. Der Markt für elektrifizierte Pickups wächst – Geely will hier frühzeitig eine starke Position aufbauen. Über Radar Thailand sollen außerdem die südostasiatischen Märkte erschlossen werden, wo Pickups traditionell hohe Absatzzahlen haben.
In Deutschland
Geely ist in ausgewählte EU-Märkte erhältlich, jedoch noch nicht offiziell in Deutschland. Ein Markteintritt der Pickup-Marke Radar in Europa ist bislang nicht angekündigt.

