China EV News
Zurück
BYDCarNewsChinaVon 2 Min. Lesezeit

Ganfeng: Feststoffzelle mit 500 Wh/kg in Kleinserie

Ganfeng Lithium meldet Durchbruch: 400‑Wh/kg-Zelle übersteht 1.100 Ladezyklen, 500‑Wh/kg-Zelle geht in Kleinserie. Zum Vergleich: Aktuelle E-Auto-Akkus erreichen 250–300 Wh/kg. Die Technologie könnte Reichweiten massiv steigern – relevant auch für den deutschen Markt.

Ganfeng: Feststoffzelle mit 500 Wh/kg in Kleinserie

Der chinesische Batteriehersteller Ganfeng Lithium (赣锋锂业) hat einen bedeutenden Fortschritt bei Feststoffbatterien bekannt gegeben. Die 400‑Wh/kg-Feststoffzelle habe nach über 1.100 Zyklen noch funktioniert und die technische Validierung abgeschlossen. Noch wichtiger: Eine Zelle der 500‑Wh/kg-Klasse mit 10 Ah Kapazität sei als weltweit erstes Produkt dieser Art in Kleinserie gegangen.

Die Neuigkeiten wurden am 20. Mai 2026 im Rahmen einer Investor-Relations-Veranstaltung veröffentlicht. Ganfeng verfolgt dabei zwei parallele Entwicklungslinien: Anoden auf Lithium-Metall-Basis und solche auf Silizium-Kohlenstoff-Basis.

Einordnung für Laien: Aktuelle E-Auto-Batterien (LFP oder NMC) erreichen typischerweise 250–300 Wh/kg. Eine 500‑Wh/kg-Zelle würde bei gleichem Gewicht fast die doppelte Reichweite ermöglichen – realistisch unter Laborbedingungen und voraussichtlich frühestens ab 2028 in Fahrzeugen verfügbar.

Lithium-Metall-Route

Ganfengs 400‑Wh/kg-Batterie erreichte eine Zyklenlebensdauer von über 1.100 Zyklen – ein Wert, der für den Einsatz in Elektroautos ausreicht. Die 500‑Wh/kg-10-Ah-Zelle bezeichnet das Unternehmen als „erste Lithium-Metall-Batterie dieser Klasse in Kleinserie". Lithium-Metall-Anoden gelten als Schlüsseltechnologie für höhere Energiedichten. Bereits die zweite Generation der Halb-Feststoffbatterie (Flüssig-Fest-Übergang) setzt auf metallisches Lithium.

Silizium-basierte Route

Parallel entwickelt Ganfeng Silizium-Anodenprodukte mit Energiedichten zwischen 320 und 480 Wh/kg. Die 320‑Wh/kg-Zelle übertraf 1.000 Zyklen, die 480‑Wh/kg-Technologie befindet sich noch in der Entwicklung. Die unterschiedlichen Konfigurationen sollen je nach Anforderung in Premium-Elektrofahrzeugen, Drohnen, eVTOL-Flugtaxis, Robotik und Unterhaltungselektronik eingesetzt werden.

Wettbewerb in China – und Bedeutung für Europa

Der chinesische Feststoffbatterie-Sektor hat 2026 stark an Fahrt aufgenommen. Anfang Mai kündigte das Startup Pure Lithium an, seine 500‑MWh-Produktionskapazität auszubauen. CATL und BYD (比亚迪) erhielten bei den Golden Lithium Awards Auszeichnungen für ihre nächste Batteriegeneration. Ganfeng selbst beliefert bereits Dongfeng und Changan; Dongfeng testet 350‑Wh/kg-Feststoffzellen in extremen Kältebedingungen, Changan plant 2026 den Einbau von 400‑Wh/kg-Zellen.

Hintergrund für deutsche Autofahrer: Sollte sich die Feststofftechnologie durchsetzen, wären Reichweiten von über 800 km (WLTP) realistisch – bei gleichem Gewicht wie heutige Akkus. BYD arbeitet an eigenen Feststoffzellen, ob Ganfeng-Zellen in europäischen Modellen landen, ist jedoch offen.


Für den deutschen Markt bedeutet der Durchbruch: Feststoffbatterien könnten in einigen Jahren die Reichweitenängste endgültig beseitigen. BYD hat eigene Feststoffentwicklungen angekündigt, plant jedoch keinen kurzfristigen Einsatz. Ob Ganfeng seine Zellen an europäische Hersteller liefern wird, ist noch nicht bekannt. Hinweis: Die genannten Energiedichten sind Laborwerte; eine Serienproduktion für E-Autos wird frühestens 2028 erwartet.

BYDBatterieReichweiteElektroauto