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Li AutoSinaVon 3 Min. Lesezeit

Li Auto L9 Livis: KI-Agent als Marken-Kern bis 2026

Auf der Auto China in Peking zeigte Li Auto mit dem L9 Livis eine KI-Strategie, die auf einen „ganzheitlichen Agenten“ setzt. Anders als HIMA (HARMONY Intelligent Mobility Alliance) will Li Auto nicht nur ein Ökosystem, sondern ein physisch intelligentes Fahrzeug bauen – ein riskanter Wettlauf gegen

Li Auto L9 Livis: KI-Agent als Marken-Kern bis 2026

Auf der Auto China (einer der weltweit größten Automessen) dominierte Künstliche Intelligenz die Schlagzeilen. Der Fokus verlagerte sich vom autonomen Fahren hin zum intelligenten Cockpit. Dabei kristallisieren sich zwei grundlegend unterschiedliche Ansätze heraus: Li Auto (理想) und HIMA (Harmony Intelligent Mobility Alliance, 鸿蒙智行) setzen auf völlig gegensätzliche Technikphilosophien.

Zwei Architekturen: Befehlsturm vs. All-in-One-Agent

HIMA verfolgt mit seiner MoLA 2.0-Architektur ein klassisches „Hirn & Kleinhirn“-Modell: Eine zentrale KI (Cloud-Brain) übernimmt Analyse und Aufgabenverteilung, während spezialisierte Module (z. B. Navigation, Fahrzeugsteuerung) die Ausführung übernehmen. Das System ist als Service-Plattform konzipiert, die sich leicht mit Drittanbietern erweitern lässt – ein offenes Ökosystem.

Li Auto geht mit StreamingClaw einen schwereren Weg: kontinuierliche Wahrnehmung, Entscheidung und Ausführung in einem einzigen, durchgängigen Kreislauf. Sensordaten (Video, Audio) fließen in Echtzeit herein; die Haupt-KI muss nicht nur Aufgaben verteilen, sondern aktiv an der Entscheidung teilnehmen. Ziel ist ein „verkörpertes physisches Wesen“ (Embodied AI), das das gesamte Fahrzeug als Einheit begreift.

Pfadabhängigkeit: KI-Strategie spiegelt Fahrassistenz wider

Interessanterweise wiederholen sich die Unterschiede in den Fahrassistenz-Systemen: Li Auto setzt auf End-to-End-Modelle (VLA – Vision-Language-Action), um Wahrnehmung, Sprache und Handlung in einem Modell zu vereinen. Das soll bis 2026 in einem einheitlichen Large-Model münden, das als „universeller Agent für die physische Welt“ dient.

HIMA (im Fahrassistenzsystem ADS) hingegen nutzt eine Weltmodell-Architektur, die in einer simulierten Cloud-Umgebung verschiedene Szenarien vorhersagt und die optimale Strategie auswählt – eine „Generate-Optimize-Predict“-Methode.

Beide Unternehmen stecken tief in ihren selbst geschaffenen Entwicklungspfaden fest. Ein Kurswechsel wäre enorm teuer. Der Wettbewerb gleicht einer riskanten Wette.

Wer gewinnt? Zeitfenster und Ökosystem

Für HIMA ist das Auto nur ein Teil des riesigen Ökosystems (über 1 Milliarde Geräte). Scheitert der KI-Agent im Auto, hat HIMA viele andere Standbeine. Zudem sind ADS und HarmonyOS bereits in Dutzenden Modellen verbaut.

Li Auto setzt dagegen alles auf eine Karte: Die Marke soll untrennbar mit KI verbunden sein. Sollte sich der Agent als „Luxus ohne Mehrwert“ erweisen, droht eine Renditekrise. CEO Li Xiang träumt von einem „Auto-Roboter, der selbstständig laden und waschen kann“ – der L9 Livis muss diesen Traum beweisen.

Li Autos Chance: Schnell einen Wahrnehmungsvorsprung aufbauen, bevor HIMA mit seiner Ökosystem-Breite die Tiefe erreicht. Gelingt es Li Auto, Kunden als „erster ganzheitlicher KI-Agent im Auto“ zu überzeugen, kann eine Marken-Festung entstehen. Sonst droht die Differenzierung durch die Masse von HIMA eingeebnet zu werden.

Fazit: Es ist kein Duell auf Augenhöhe. Li Auto läuft gegen die Zeit: Hohe Innovationsgeschwindigkeit und ein spürbarer Erlebnisvorsprung sind überlebenswichtig.


In Deutschland nicht erhältlich

Li Auto hat bislang keine offiziellen Pläne für eine Expansion nach Europa bekannt gegeben. Das Unternehmen konzentriert sich auf den chinesischen Markt.

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