XPeng GX: Flaggschiff-SUV ab 34.500 € – 24.863 Bestellungen in 12h
XPeng (小鹏) hat mit dem GX sein neues Flaggschiff-SUV zu einem aggressiven Preis auf den Markt gebracht. Die Basisversion kostet 269.800 Yuan (ca. 34.500 €)* – das sind 10.000 Yuan (ca. 1.280 €) weniger als der ursprünglich angekündigte Einstiegspreis von 279.800 Yuan. Möglich macht dies ein Frühbucherrabatt für Bestellungen bis 30. Juni. Die vier Ausstattungslinien rangieren von 269.800 Yuan bis 359.800 Yuan (ca. 46.100 €). Zuvor lag der Vorbestellungspreis für die Topvariante Ultra bei 399.800 Yuan (ca. 51.200 €). CEO He Xiaopeng räumte interne Diskussionen ein: „Um wettbewerbsfähig zu bleiben, haben wir den Preis um 50.000 Yuan (ca. 6.400 €) gesenkt – trotz Margendrucks.“ Der Erfolg gibt ihm recht: Innerhalb von zwölf Stunden gingen 24.863 verbindliche Bestellungen ein, davon 60 Prozent für die Ultra-Variante mit Robotaxi-Funktion.
Technik und Ausstattung
Mit 5.265 mm Länge, 1.999 mm Breite und 1.800 mm Höhe bei einem Radstand von 3.115 mm erreicht der GX die Dimensionen eines Full‑Size‑SUV. Die Karosserie zeigt eine yachtähnliche Linienführung mit durchgängigem Lichtband. Serienmäßig sind ein 17,3‑Zoll‑Zentraldisplay, ein 88‑Zoll‑AR‑Head‑up‑Display sowie eine Kühlbox; die Ultra‑Variante bietet zusätzlich einen 21,4‑Zoll‑Bildschirm für die Fondpassagiere und einen KI‑Sprachassistenten.
Das Fahrassistenzsystem (ADAS) basiert auf NVIDIA‑Chips: Die Einstiegsversion nutzt einen Chip, die Ultra‑Version maximal drei Chips mit einer Rechenleistung von 3.000 TOPS. Damit unterstützt der GX den sogenannten „Stadtpilot“ (City NOA) auf Basis eines großen multimodalen Modells (VLA+VLM). Die zugehörige Software‑Version 6.2.0 wird ab August ausgerollt und soll unter anderem die vollständige Notbremsfunktion (AES) bei Schnee und Regen ermöglichen. Zudem ist der GX das erste XPeng‑Fahrzeug, das selbstständig als Robotaxi eingesetzt werden kann – Tests sollen in der zweiten Jahreshälfte beginnen.
Antrieb und Fahrwerk
Erstmals in der Markengeschichte bietet XPeng beim GX auch einen Range‑Extender‑Antrieb (EREV) an. Der 1,5‑Liter‑Turbo‑Verbrenner arbeitet als Generator, die elektrische Reichweite beträgt 430 km (CLTC – chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP; entspricht ca. 370 km WLTP‑Schätzwert), die kombinierte Reichweite liegt bei 1.585 km. Die rein elektrische Version (BEV) leistet 430 kW und 750 Nm, beschleunigt in 4,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht mit einem 110‑kWh‑Akku 750 km (CLTC – ca. 640 km WLTP‑Schätzwert).
Das Fahrwerk setzt auf serienmäßige Luftfederung und hydraulische Bremsen. Die Ultra‑Variante verfügt über eine Hinterachslenkung, die den Wendekreis nach Herstellerangabe auf etwa 0,6 Meter verringern soll – dieser Wert erscheint physikalisch ungewöhnlich und könnte die Reduktion gegenüber dem Standardwert meinen. Serienmäßig gibt es eine Doppelquerlenker‑Vorderachse und eine H‑Hinterachse.
Sicherheit und Konkurrenzumfeld
XPeng betont die Sicherheit: Der GX nutzt eine 16.000‑Tonnen‑Presse für die „Schiffsbug‑Struktur“ mit einer Torsionssteifigkeit von 56.000 Nm/Grad und elf Airbags. Das Notfallsystem erkennt plötzliche Fahrerprobleme und leitet automatisch „Warnen‑Bremsen‑Halten‑Rufen“ ein. Im Schnee‑AES‑Test soll das Auto Hindernissen selbst bei reduzierter Haftung ausweichen können.
Der GX tritt gegen die „9er‑Serie“ chinesischer Premium‑SUVs an – namentlich Li Auto L9, NIO ES8, AITO M9, Wey V9X sowie das geplante Modell D19 (möglicherweise ein neues SUV von BYD oder einem anderen Hersteller). Mit einem Preispunkt zwischen 20.000 und 35.000 € (ca. 25.700–44.900 €) positioniert sich der GX günstiger als die direkte Konkurrenz und setzt auf Technologie‑Vorsprung. Allerdings kannibalisiert er das eigene Modell G9, das nur 30.000 Yuan (ca. 3.800 €) günstiger ist, aber weniger Ausstattung bietet.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Ein Europa‑Start des XPeng GX ist bislang nicht bestätigt. XPeng verkauft in Europa derzeit die Modelle G9 und P7. Ob der GX nach Deutschland kommt, hängt von der Nachfrage und der Homologation ab. Ein Marktstart 2026 ist denkbar, aber nicht offiziell angekündigt.

