XPeng GX: 269.800 Yuan (ca. 34.500 €) – 24.863 Bestellungen in 12h
Preisstrategie mit Überraschungseffekt
Am 20. Mai 2026 präsentierte XPeng (小鹏) auf seiner Markteinführungsveranstaltung den GX, das erste große SUV der chinesischen EV-Startup-Marke. Ursprünglich war für die Topversion ein Vorverkaufspreis von 399.800 Yuan (ca. 51.200 €) angesetzt worden – intern als zu hoch kritisiert. Nach heftigen Diskussionen senkte XPeng den Preis für das Spitzenmodell um 50.000 Yuan auf 279.800 Yuan (ca. 35.800 €). Zusätzlich lockt ein Frühbucherrabatt von 10.000 Yuan (ca. 1.300 €) für Bestellungen bis 30. Juni 2026, sodass der Einstiegspreis effektiv bei 269.800 Yuan (ca. 34.500 €) liegt.*
Das Ergebnis: Innerhalb von zwölf Stunden gingen 24.863 Bestellungen ein – ein Rekord für ein chinesisches Fullsize-SUV in diesem Segment. Die Ultraviolet-Edition (Ultra SE) machte dabei mit über 60 Prozent den größten Anteil aus. XPeng-Chef He Xiaopeng kommentierte: „Wir wollen nicht nur die Technik, sondern auch den Preis sprengen lassen.“
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Maße und Ausstattung: 5,27 Meter Länge, 11 Airbags
Der XPeng GX misst 5.265 mm Länge, 1.999 mm Breite und 1.800 mm Höhe bei einem Radstand von 3.115 mm. Damit konkurriert er mit Modellen wie dem NIO ES8, AITO M9 oder Li Auto L9 – sowie auf dem europäischen Markt mit dem Mercedes GLS oder BMW X7. Das Design folgt einer „Floating-Yacht-Linie“ mit durchgehender Frontleuchte und wuchtiger Silhouette.
Zur Serienausstattung gehören ein 17,3-Zoll-Zentralbildschirm, ein 88-Zoll-AR-Head-up-Display und eine Kühlbox. Die Topversion Ultra SE bietet zusätzlich einen 21,4-Zoll-Bildschirm für die Rücksitzbank, AI-gestützte Privatsphären-Modi und eine zweite Sitzreihe mit Massagefunktion.
Die Sicherheitsausstattung ist umfangreich: eine Karosserie aus einer 16.000-Tonnen-Presse, eine Torsionssteifigkeit von 56.000 Nm/Grad, elf Airbags und ein „Active-Fail-Safe-System“. Erkennt das System einen gesundheitlichen Notfall des Fahrers, leitet es automatisch eine Kette aus Warnen, Anhalten und Absetzen eines Notrufs ein. Zusätzlich gibt es einen AES-Schneeläufer, Reifennotlaufeigenschaften und eine 700-mm-Watfähigkeit.
Technik: Drei Nvidia-Orin-Chips und optionale Hinterachslenkung
Das Fahrassistenzsystem (ADAS) ist das Herzstück – XPeng setzt auf KI-Chips von Nvidia. Je nach Ausstattung kommen ein (MAX), zwei (Ultra SE) oder drei (Ultra) Orin-Chips zum Einsatz, mit einer Rechenleistung von bis zu 3.000 TOPS. Sie unterstützen die zweite Generation der VLA (Vision-Language-Action) sowie VLM (Vision-Language-Modelle). Mit dem Update auf Version 6.2.0 wird das System unter anderem um den „Autobahn-Pilot“ (Highway NOA) und die Fußgängererkennung mit automatischem Ausweichen erweitert.
XPeng kündigte für August 2026 das Update 6.3 an. Zudem arbeitet das Unternehmen an einer Robotaxi-Funktion, die im zweiten Halbjahr 2026 in Pilotprojekten getestet werden soll – die Ergebnisse fließen auch in die Fahrassistenz des GX ein.
Fahrwerk und Antriebsstrang
Der GX bietet zwei Varianten: Range-Extender-Elektrofahrzeug (EREV) und rein elektrisch (BEV):
- EREV-Version: 1,5-Liter-Turbobenziner als Generator + Vorder- und Hinterachselektromotoren; 63,3 kWh Akku; CLTC-Reichweite rein elektrisch 430 km (CLTC) – entspricht ca. 370 km (WLTP-Schätzwert); Gesamtreichweite 1.585 km.
- BEV-Version: Zwei Elektromotoren, Systemleistung 430 kW (585 PS), maximales Drehmoment 750 Nm, 0–100 km/h in 4,5 Sekunden; 110 kWh Akku; CLTC-Reichweite 750 km (CLTC) – entspricht ca. 640 km (WLTP-Schätzwert).
Serienmäßig gibt es eine Luftfederung mit hydraulischer Bremsanlage, Doppelquerlenker-Vorderachse und H-förmiger Hinterachse. Die Ultra-Version erhält zudem eine optionale Hinterachslenkung („Active Rear Steering“), die den Wendekreis auf nur 5,7 Meter reduziert – enger als mancher Kleinwagen.
Konkurrenzvergleich: XPeng GX vs. Li Auto L9 & Co.
XPeng positioniert den GX preislich zwischen dem Li Auto L9 (ca. 42.900 €) und dem Voyah V9X (ca. 38.000 €). Mit seinem Technologie-Schwerpunkt (KI-Chips, Robotaxi, Over-the-Air-Updates) grenzt er sich von traditionelleren Konkurrenten ab. Der GX ist deutlich günstiger als der NIO ES8 (ab ca. 55.000 €) oder der AITO M9 (ab ca. 48.000 €).
Allerdings gerät der eigene Bruder G9 (ein 5 Meter großes SUV) durch den GX unter Druck: Der GX bietet mehr Platz, serienmäßig Luftfederung und das aktive Sicherheitssystem – für nur rund 30.000 Yuan (ca. 3.800 €) Aufpreis. XPeng hofft, dass der G9 weiterhin im 5-Meter-Segment Käufer findet, während der GX das neue Zugpferd wird.
Status für Europa: Eine offizielle Ankündigung für den deutschen oder europäischen Markt liegt bislang nicht vor. XPeng ist jedoch bereits in mehreren europäischen Ländern (u. a. Norwegen, Niederlande, Deutschland) aktiv und hat mit dem G9 und P7 gezeigt, dass China-Importe möglich sind. Eine Markteinführung des GX in Europa frühestens 2027/2028 wäre denkbar – Preise und Spezifikationen würden dann angepasst.

