CATL platziert 6,4-Mrd-€-Anleihe für Batteriefabriken
CATL (宁德时代), der weltweit größte Hersteller von Antriebsbatterien, hat am 27. Mai 2026 die dritte Tranche seiner grünen Technologieanleihe über 50 Milliarden Yuan (ca. 6,4 Mrd. €) begeben. Die Laufzeit beträgt 3+2 Jahre. Das Geld fließt in den Betrieb von Lithium-Ionen-Batterieproduktionsprojekten und die Zahlung von Lieferketten – darunter die Werke in Fu’ding, Jiangsu und Sichuan. Es ist die dritte Emission unter dem registrierten Rahmen von 400 Milliarden Yuan (ca. 51,2 Mrd. €) für grüne Anleihen.
Für Autofahrer bedeutet das: CATL treibt die Massenproduktion neuer Batteriegenerationen voran – darunter die extrem schnell ladende „Shenxing"-Batterie, die feststoffähnliche „Kondensat"-Batterie und die günstige „Naxin"-Natrium-Ionen-Batterie. Wann genau diese Technologien in europäischen Modellen ankommen, hängt von den Abnahmeverträgen der Autohersteller ab.
Kapazitätsausbau auf Hochtouren
CATL treibt den Bau seiner Megafabriken weltweit voran. Laut Emissionsprospekt belaufen sich die geplanten Gesamtinvestitionen der fünf Kernprojekte auf 1.490 Milliarden Yuan (ca. 190,7 Mrd. €). Davon wurden bis Ende 2025 bereits 502,71 Milliarden Yuan (ca. 64,3 Mrd. €) investiert.
Ein strategisch besonders wichtiger Standort ist die CATL-Basis in Jining, Provinz Shandong. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von 140 Milliarden Yuan (ca. 17,9 Mrd. €) ist die größte Produktionsbasis in Nordchina. Auf rund 133 Hektar entstehen Produktionslinien für Antriebsakkus und stationäre Speicher – Gesamtkapazität: 160 GWh. Der erste Bauabschnitt wurde im Mai 2025 in Betrieb genommen, der zweite mit 60 GWh läuft seit April 2026.
Neben Jining laufen die Projekte Yichang Bump, das indonesische Lieferkettenprojekt, Zhongzhou CATL sowie die ungarische Fabrik parallel – eine Strategie „mehrerer Zentren im Inland plus gezielter Auslandsexpansion".
Stabile Finanzen als Fundament
Die solide Finanzbasis gibt CATL den Spielraum für die massive Expansion. Von 2023 bis 2025 stiegen die Umsätze von rund 400,9 Milliarden Yuan (ca. 51,3 Mrd. €) auf 423,7 Milliarden Yuan (ca. 54,2 Mrd. €). Der Nettogewinn erreichte 76,79 Milliarden Yuan (ca. 9,8 Mrd. €) – trotz des intensiven Preiskampfs in China.
Die aktuelle Anleihe dient nicht nur der Liquiditätssicherung, sondern auch der Finanzierung neuer Technologien. CATL hat zuletzt eine Reihe innovativer Batterien auf den Markt gebracht: die „Shenxing"-Schnellladebatterie, die „Qilin"-Batterie, die „Kondensat"-Zelle, die „Xiaoyao"-Range-Extender-Batterie und die „Naxin"-Natrium-Ionen-Batterie. Damit deckt das Unternehmen alle relevanten Anwendungen ab – von ultraschnellem Laden über Langstrecke bis zu günstigen Einstiegsmodellen.
Parallel baut CATL ein integriertes Netz aus Schnellladestationen und Batteriewechselstationen auf. Dieses „Super-Charge-and-Swap"-System soll die Ladeinfrastruktur vereinheitlichen und die Abhängigkeit der Autohersteller von CATL weiter erhöhen. Für europäische Hersteller wie BMW, Mercedes und VW, die zu den Großkunden zählen, könnten diese Investitionen langfristig günstigere Zellen und kürzere Lieferzeiten bedeuten.
CATL baut aktuell eine Megafabrik in Ungarn (Debrecen), die ab 2027 Batterien für europäische Hersteller produzieren soll. Wann die in China entwickelten neuen Batteriegenerationen in Deutschland erhältlich sein werden, ist noch offen – dürfte aber frühestens 2028 der Fall sein. Der direkte Einfluss auf deutsche E-Auto-Preise bleibt abzuwarten, da die Zellkosten nur einen Teil des Fahrzeugpreises ausmachen.


