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Li AutoSinaVon 3 Min. Lesezeit

Peking 2025: Li Auto und HIMA im KI-Cockpit-Vergleich

Auf der Auto China 2025 zeigen Li Auto und HIMA gegensätzliche KI-Architekturen. Li Autos StreamingClaw setzt auf Echtzeit-Verarbeitung (L9 Livis ab ca. 55.000 €), HIMA auf Cloud-Ökosysteme. Ein Technologievergleich mit Blick auf Europa.

Peking 2025: Li Auto und HIMA im KI-Cockpit-Vergleich

Peking 2025: Li Auto und HIMA im KI-Cockpit-Vergleich

Auf der Auto China 2025 (Peking, 25. April) präsentierten Li Auto (理想) und die Huawei-Allianz HIMA (Harmony Intelligent Mobility Alliance) zwei grundverschiedene Philosophien für das KI-gesteuerte Cockpit. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob das Auto ein eigenständig handelnder, physischer KI-Agent (AI-Agent) oder ein vernetzter Dienstleister sein soll. Li Autos Topmodell L9 mit dem neuen Livis-KI-System startet in China bei 42,98万 (ca. 55.000 €*). HIMA, vertreten durch die Marken AITO, Luxeed und Stelato, hat sein MoLA 2.0-System bereits in mehreren Modellen integriert.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Zwei Architekturen im Detail

Li Auto verfolgt mit seiner StreamingClaw-Architektur einen End-to-End-Ansatz: Alle Sensorströme (Video, Audio) werden in Echtzeit verarbeitet, ohne Umweg über eine Cloud. Ein zentraler Haupt-Agent übernimmt sowohl die Aufgabenverteilung als auch die physische Wahrnehmung und Entscheidung. Ziel ist ein „ganzheitliches Fahrzeug-Embedded-Agent" – das Auto als eine einzige verkörperte KI-Einheit (Embodied AI). Das zugrunde liegende VLA-Modell (Visuell-Sprache-Aktion) vereint Wahrnehmung, Sprachverarbeitung und Handlung in einem Framework. Für 2026 plant Li Auto eine noch tiefere Integration unter einem einzigen großen Modell.

HIMA setzt dagegen auf eine klassische Trennung: Ein Cloud-basierter „Kommandoturm" (System-Agent) interpretiert und zerlegt Aufgaben, delegiert sie an spezialisierte „Sub-Agents" für Navigation, Fahrzeugsteuerung oder Unterhaltung. Diese MoLA 2.0-Architektur erleichtert die Einbindung von Drittanbietern und schafft ein weites Ökosystem – Huawei zählt über zehn Milliarden vernetzte Geräte. Die Fahrassistenz (ADAS) nutzt World Models, die in der Cloud simulieren und optimieren, bevor sie Strategien an das Fahrzeug übergeben.

Technische Unterschiede auf einen Blick

  • Architektur: Li Auto – End-to-End Echtzeit (StreamingClaw); HIMA – Cloud-basiert (MoLA 2.0)
  • Haupt-Agent: Li Auto – zentraler physischer Agent; HIMA – System-Agent als Koordinator
  • Ökosystem: Li Auto – geschlossen, fokussiert auf Fahrzeug; HIMA – offen, zehn Milliarden+ Geräte
  • Markteinführung: Li Auto Livis – ab sofort im L9; HIMA MoLA 2.0 – ab Q3 2025 in allen HIMA-Modellen
  • KI-Modell: Li Auto – VLA (Visuell-Sprache-Aktion) mit geplanter Ein-Modell-Fusion 2026; HIMA – World Model (Cloud-Simulation vor Ausführung)

Wettbewerb um die KI-Krone

Beide Lager investieren massive Summen in ihre KI-Entwicklung. Für Li Auto steht viel auf dem Spiel: Das Unternehmen will mit der Livis-Technologie eine einzigartige Markenidentität aufbauen – das Auto als physischen Assistenten, der selbstständig parkt, lädt oder sogar wäscht. HIMA hingegen profitiert vom breiten Huawei-Ökosystem: Selbst wenn der reine KI-Agent nicht den Durchbruch schafft, bleibt die Allianz durch ihre Modellvielfalt und Skaleneffekte abgesichert.

Relevanz für Europa

Li Auto prüft derzeit den Einstieg in europäische Märkte. Ein konkreter Termin für Deutschland steht noch aus, doch die Technik zeigt, wohin die Reise geht. Deutsche Hersteller wie VW (mit dem ID.-Cockpit, basierend auf Android Automotive), BMW (iDrive 9) und Mercedes (MBUX) setzen ebenfalls auf KI-Assistenten – allerdings meist mit Cloud-Anbindung und weniger tiefgehender Echtzeitintegration. Der Vergleich mit Li Auto und HIMA macht deutlich: Chinesische Hersteller treiben die KI-Entwicklung im Innenraum mit enormem Tempo voran. Sollte Li Auto den Schritt nach Europa wagen, wäre das Livis-KI-Cockpit ein entscheidendes Verkaufsargument – vorausgesetzt, die Software überzeugt deutsche Kunden in der Praxis.


Li Auto ist in Deutschland nicht offiziell erhältlich. Ein Marktstart wird geprüft, ein konkreter Termin steht noch nicht fest. HIMA-Modelle (AITO, Luxeed) sind derzeit ebenfalls nicht in Europa erhältlich, eine Expansion wird jedoch diskutiert.

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