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GeelySinaVon 4 Min. Lesezeit

Lotus Focus2030: Kein reiner E-Sportwagen, Profit ab 30.000 Stück

Lotus sortiert seine Zukunft neu: Sportwagen fahren künftig Hybrid oder Verbrenner, reine E-Antriebe nur für Alltagsfahrzeuge. Die Marke will mit Focus2030 bereits bei 30.000 Einheiten profitabel sein – gestützt durch Geelys Konzernvorteile.

Lotus Focus2030: Kein reiner E-Sportwagen, Profit ab 30.000 Stück

Lotus Focus2030: Kein reiner E-Sportwagen, Profit ab 30.000 Stück

Lotus, die britische Sportwagenschmiede unter dem Dach des chinesischen Geely-Konzerns, hat Anfang Juni die Strategie „Focus2030" vorgestellt. CEO Feng Qingfeng machte klar: Künftig wird es keine rein elektrischen Sportwagen mehr geben – stattdessen setzt Lotus auf eine Mischung aus Verbrenner, Hybrid und Elektro. Gleichzeitig gab das Unternehmen ein ehrgeiziges Ziel aus: Bereits mit 30.000 verkauften Autos pro Jahr soll die Gewinnschwelle erreicht werden. „Das ist in der Autoindustrie selten, aber Lotus kann das schaffen", so Feng.

Warum Lotus den reinen E-Antrieb bei Sportwagen aufgibt

Der Paradigmenwechsel hat handfeste Gründe. Feng verwies auf die unterschiedliche Ladeinfrastruktur weltweit: Während China beim Ausbau von Schnellladern führend sei, hinke Europa – insbesondere Südeuropa – und der Nahe Osten hinterher. „Für den Alltag ist ein E-Auto ideal, aber als Langstrecken- oder Sportwagen stößt es an Grenzen", erklärte der CEO. Besonders das Gewicht sei ein entscheidender Faktor: „Wenn ein Sportwagen zwei Tonnen wiegt, hat er nichts mit einem Sportwagen zu tun." Daher fährt Lotus künftig eine dreigleisige Strategie:

  • Sportwagen (z. B. Emira, Type 135): Verbrenner oder Hybrid – keine reinen E-Antriebe mehr.
  • Alltagsfahrzeuge (z. B. Eletre, For Me): Rein elektrisch oder als Super-Hybrid.
  • Super-Hybrid: Ein neu entwickeltes System, das nach Angaben von Lotus „wöchentliches Laden und monatliches Tanken" ermöglicht – also ein Range-Extender-Konzept, das vor allem für Märkte mit schwächerer Ladeinfrastruktur gedacht ist.

Die konkreten Modelle: Emira 420, For Me und Type 135

Die Strategie wird bereits mit konkreten Produkten unterlegt. Der Emira 420 Sport ist nach Firmenangaben der stärkste und leichteste Emira aller Zeiten. „Wir haben an Details gefeilt: mehr Leistung, bessere Aerodynamik, geringeres Gewicht – das Auto klebt förmlich auf der Straße", so Feng. Er bleibt ein reiner Verbrenner.

Für die Hybrid-Offensive stehen der For Me (in China bereits erhältlich) und der Eletre X, der demnächst in Europa auf den Markt kommt. Sie nutzen den neuen Super-Hybrid, der den Alltag elektrisch und die Langstrecke mit Verbrenner-Unterstützung abdeckt.

Den technischen Höhepunkt bildet der Type 135, ein Mittelmotor-Sportwagen, der 2028 auf den Markt kommen soll. Er erhält einen neu entwickelten V8-Hybrid mit einer Drehzahl von über 10.000 Umdrehungen pro Minute. „Wir wollen etwas Überragendes schaffen: mehr Leistung, höhere Drehzahlen und trotzdem weniger Gewicht", kündigte Feng an.

„Lebendes Fahrwerk" und die Profitabilitätsformel

Neben der Antriebsstrategie betonte Lotus zwei weitere Säulen: das aktive Fahrwerk und die Kosteneffizienz durch die Zusammenarbeit mit Geely. Das „lebende Fahrwerk" – ein aktives System, das sich in Echtzeit an Straßenbeschaffenheit und Fahrstil anpasst – soll die traditionsreiche Fahrdynamik von Lotus in die elektrische und hybride Zukunft retten. „Einmal abgestimmt, bleibt ein konventionelles Fahrwerk statisch. Ein aktives Fahrwerk kann dagegen auf jede Situation reagieren – das eröffnet völlig neue Möglichkeiten für Individualisierung und Performance", erklärte Feng.

Das zweite Standbein ist die Wirtschaftlichkeit. Lotus will die Fixkosten durch die Nutzung von Geelys Konzernplattformen für Software, Elektronik, Produktion und Lieferkette drastisch senken. „Wir müssen nicht mehr fünf oder acht Millionen Autos verkaufen, um Gewinn zu machen – 30.000 reichen", sagte Feng. Dadurch könne sich Lotus auf seine Kernkompetenzen konzentrieren: Leichtbau, Aerodynamik, Fahrwerksabstimmung und das Fahrerlebnis.

Zusammenfassung: Lotus findet seine neue Mitte

Focus2030 ist mehr als eine Antriebsstrategie – es ist eine Neudefinition der Marke Lotus. Der Hersteller akzeptiert, dass die Welt nicht einheitlich elektrisch fährt, und dass ein Sportwagen andere Anforderungen hat als ein SUV. Statt einer technischen Einbahnstraße setzt Lotus auf eine flexible Mischung, die sowohl die Markenidentität als auch die globale Realität bedient. Mit dem Ziel der Profitabilität bei geringen Stückzahlen und der engen Anbindung an den Geely-Konzern positioniert sich Lotus für eine nachhaltige, eigenständige Zukunft.


In Deutschland

Geely ist in ausgewählte EU-Märkte erhältlich, jedoch noch nicht offiziell in Deutschland.

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