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GeelySinaVon 3 Min. Lesezeit

Lotus Focus2030: Hybrid statt rein elektrisch

Lotus setzt künftig auf Verbrenner, Hybrid und BEV – aber keine reinen E-Sportwagen mehr. Mit Emira 420, Eletre X und Type 135 bis 2030. Gewinnschwelle: 30.000 Einheiten.

Lotus Focus2030: Hybrid statt rein elektrisch

Lotus (莲花) hat im Rahmen der Focus2030-Strategie eine Neuausrichtung vorgestellt. Statt einer rein elektrischen Zukunft setzt die zu Geely gehörende britische Sportwagenschmiede nun auf einen Mix aus Verbrenner, Hybrid und Elektro. Die Marke reagiert damit auf unterschiedliche Marktgeschwindigkeiten weltweit: Während China vollelektrifiziert voranschreitet, hinken Europa, der Nahe Osten und Teile Asiens hinterher. Lotus-CEO Feng Qingfeng betonte, dass man nicht länger versuche, eine einzige Antriebsart für alle Märkte und Segmente zu definieren.

Keine reinen E-Sportwagen mehr – Gewicht als Killer

Der markanteste Punkt: Lotus wird keine reinen Elektro-Sportwagen mehr entwickeln. „In Sportwagen werden wir keine rein elektrischen Erkundungen mehr durchführen", so Feng. Der Grund: das Gewicht. „Konkurrenten bauen Sportwagen mit über zwei Tonnen – das zeigt, dass sie nichts von Sportwagen verstehen." Stattdessen setzt Lotus bei sportlichen Modellen weiter auf Verbrenner und künftig auf Hybridlösungen. Im Alltagssegment („Life-Style-Fahrzeuge") bleibt die vollelektrische Antriebsoption bestehen.

Die kurz- und mittelfristige Produktionsverteilung sieht wie folgt aus:

  • 60 % Hybrid (EREV/Plug-in)
  • 40 % rein elektrisch (BEV)
  • Verbrenner bleibt in Kern-Sportmodellen erhalten

Konkrete Modelle bis 2030

Lotus hat die nächsten Schritte konkret benannt:

  1. Emira 420 Sport – Der stärkste und leichteste Emira aller Zeiten. Trotz wachsender Hybrid- und Elektroflotte wird der Verbrenner-Sportwagen weiter verfeinert: mehr Leistung, weniger Gewicht, optimierte Aerodynamik.

  2. Super-Hybrid für For Me und Eletre X – Die bestehenden Modelle erhalten eine Hybridvariante, die als „Super-Hybrid" bezeichnet wird. Im Gegensatz zu klassischen Plug-in-Hybriden (PHEV), die täglich geladen werden müssen, verspricht Lotus eine Kombination aus wöchentlichem Laden und monatlichem Tanken – ideal für Märkte mit lückenhafter Ladeinfrastruktur. Der Super-Hybrid wird in China und Europa eingeführt.

  3. Type 135 (ab 2028) – Ein völlig neuer Supersportwagen mit einem V8-Hybrid-Antrieb. Lotus will hier Technologien aus der Formel 1 nutzen und auf über 10.000 U/min kommen. Ziel: maximale Leistung, hohe Drehzahlen und minimiertes Gewicht.

„Lebendiges Fahrwerk" und profitables Geschäftsmodell

Neben den Antrieben betonte Lotus zwei strategische Säulen:

  • Aktives Fahrwerk („lebendiges Fahrwerk"): Künftige Modelle erhalten eine aktive Fahrwerksregelung, die sich in Echtzeit an Fahrbahn, Umgebung und Fahrstil anpasst. Lotus verabschiedet sich damit nicht von seiner Kernkompetenz (Fahrdynamik), sondern überführt sie in das digitale Zeitalter.

  • Gewinnschwelle bei 30.000 Einheiten: Dank der Synergien mit dem Geely-Konzern – etwa bei Software, Elektronikarchitektur und Fertigung – kann Lotus bereits bei 30.000 Fahrzeugen pro Jahr profitabel arbeiten. „Das ist in der Automobilindustrie selten, aber Lotus kann es", so Feng. Die Kosten für gemeinsame Plattformen und Lieferketten werden durch die Geely-Gruppe gedrückt, während die Markenidentität (Fahrwerk, Leichtbau, Design) eigenständig bleibt.

Insgesamt ist Focus2030 keine bloße Antriebswende, sondern eine Neudefinition der Marke: Lotus will sowohl die Marken-DNA (Leichtbau, Handling, Emotion) bewahren als auch wirtschaftlich nachhaltig werden.


In Deutschland

Geely ist in ausgewählte EU-Märkte erhältlich, jedoch noch nicht offiziell in Deutschland.

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