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GeelySinaVon 4 Min. Lesezeit

Lotus Focus2030: Hybrid statt reinem E-Antrieb, 30.000 Einheiten für Profit

Lotus kündigt Strategiewechsel an: Keine reinen Elektro-Sportwagen mehr, Fokus auf Hybrid. Dank Geely-Synergien will die Marke bereits ab 30.000 verkauften Autos profitabel sein. Der Type 135 kommt 2028.

Lotus Focus2030: Hybrid statt reinem E-Antrieb, 30.000 Einheiten für Profit

Lotus Focus2030: Hybrid statt reinem E-Antrieb, 30.000 Einheiten für Profit

Lotus (莲花) hat am 1. Juni 2025 im Rahmen einer Media-Konferenz die Strategie „Focus2030“ vorgestellt. CEO Feng Qingfeng legte dar, wie sich die britische Sportwagenschmiede im Besitz von Geely (吉利) für das kommende Jahrzehnt aufstellt. Kernpunkte: eine Abkehr vom reinen Elektroantrieb für Sportwagen, ein massiver Ausbau des Hybrid-Portfolios und das Ziel, bereits mit 30.000 Einheiten pro Jahr profitabel zu sein.

Warum Lotus den Kurs ändert

Die Marktentwicklung verlaufe global uneinheitlich, so Feng. Während China über eine ausgereifte Ladeinfrastruktur und hohe EV-Akzeptanz verfüge, sähen Europa, der Nahe Osten und viele asiatische Märkte ganz anders aus. „In Italien gibt es an vielen Orten noch keine leistungsstarken Ladepunkte, im Nahen Osten fehlt eine flächendeckende Ladeinfrastruktur fast komplett.“ Lotus müsse daher Produkte anbieten, die in unterschiedlichsten Regionen funktionieren – nicht nur eine einzige Technologie.

Gleichzeitig zeige die Kundenerfahrung: „Für den Alltag ist ein Elektroauto ideal, aber auf Langstrecken oder als Performance-Fahrzeug stößt es an Grenzen.“ Diese Erkenntnis bilde den Ursprung von Focus2030.

Keine reinen Elektro-Sportwagen mehr

Die klarste Ansage von Feng: „Bei Sportwagen werden wir keine rein elektrischen Lösungen mehr verfolgen – nicht einmal mehr erforschen. Bei Alltagsfahrzeugen bauen wir die Elektroantriebe weiter aus.“ Der Grund sei vor allem das Gewicht. „Manche Konkurrenten bringen einen Sportwagen auf zwei Tonnen – das ist für einen Sportwagen unverständlich und zeigt, dass sie das Konzept nicht verstanden haben.“ Lotus bleibe den Kernwerten treu: Leichtbau, Aerodynamik, agiles Fahrwerk und emotionale Fahrdynamik.

Künftig soll der Modellmix etwa 60 % Hybrid- und 40 % reine Elektrofahrzeuge betragen. Verbrenner bleiben in den Hochleistungsmodellen erhalten. Focus2030 bedeutet also keine radikale Abkehr vom Verbrenner, sondern eine Neugewichtung: reine Elektroantriebe für Alltagsautos, Hybride als Brückentechnologie für alle Märkte, Verbrenner für die emotionale Spitze.

Die konkreten Modell-Schritte

Emira 420 Sport – Der stärkste und leichteste Emira aller Zeiten. „Optisch kaum verändert, aber in den technischen Details massiv optimiert: mehr Leistung, bessere Beschleunigung, weiter verbesserte Aerodynamik und weniger Gewicht.“ Der reinrassige Verbrenner-Sportwagen wird also weiterentwickelt.

Eletre (For Me) und der Super-Hybrid – Der vollelektrische Eletre erhält einen Hybridantrieb als „Super-Hybrid“. Feng erklärt: „Bisherige Plug-in-Hybride mussten täglich geladen und wöchentlich getankt werden. Unser Ziel ist: einmal pro Woche laden, einmal pro Monat tanken – das reicht für den Alltag.“ Der Super-Hybrid ist ein EREV (Range Extender), bei dem ein Elektromotor die Räder antreibt und ein Verbrennungsmotor als Generator dient. Dieses Konzept ist ideal für Märkte mit lückenhafter Ladeinfrastruktur.

Type 135 (2028) – Das Flaggschiff der neuen Strategie. Angetrieben von einem neu entwickelten V8-Hybrid mit „mindestens 10.000 U/min“, um die Leistung auf ein neues Niveau zu heben. Eingebunden werden sollen auch Erkenntnisse aus der Formel 1. „Wir wollen mehr leisten: mehr Leistung, höhere Drehzahlen und gleichzeitig weniger Gewicht“, so Feng.

Profitabel mit 30.000 Einheiten

Ein zentrales Ziel von Focus2030 ist die finanzielle Nachhaltigkeit. Bisher lag die Gewinnschwelle von Lotus bei 50.000 bis 80.000 Fahrzeugen pro Jahr. Durch die Zusammenarbeit mit Geely – vor allem bei Software, Elektronikarchitektur, Lieferkette und Fertigungseffizienz – kann Lotus die Kosten drastisch senken. „30.000 Einheiten reichen, um profitabel zu sein. Das ist in der Automobilindustrie selten, aber Lotus kann es erreichen“, betont Feng.

Die Kernkompetenzen – Fahrwerksabstimmung, Aerodynamik, Leichtbau und Fahrdynamik – behält Lotus in Eigenregie. Neue Technologien wie aktive Fahrwerke sollen die Tradition fortschreiben: „Bisher war ein Fahrwerk nach der Abstimmung festgelegt. Ein aktives Fahrwerk passt sich dagegen in Echtzeit an die Straße, die Umgebung und den Fahrstil an – es wird lebendig.“ Dieses „lebendige Fahrwerk“ wird zum neuen Markenzeichen.

=== Insgesamt ist Focus2030 mehr als eine bloße Antriebsstrategie. Lotus definiert seine Rolle neu: Als globaler Premium-Sportwagenhersteller, der nicht auf eine Technologie setzt, sondern hybrid und elektrisch, leicht und agil, profitabel und markengerecht agiert. Der Type 135, der Emira 420 Sport und der Super-Hybrid Eletre sind die ersten konkreten Meilensteine auf diesem Weg.


In Deutschland

Lotus ist in Deutschland offiziell erhältlich. Der Emira und der Eletre werden bereits an Kunden ausgeliefert. Die Markteinführung weiterer Modelle wie des Type 135 ist für 2028 geplant.

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