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GeelySinaVon 4 Min. Lesezeit

Lotus Focus2030: Keine reinen E-Sportwagen, Hybrid als Schlüssel

Lotus (Geely) legt mit Focus2030 eine Mehr-Antriebsstrategie vor: reine Elektro-Sportwagen werden aufgegeben, Hybrid und Verbrenner rücken in den Fokus. Gewinnschwelle soll bei 30.000 Einheiten liegen.

Lotus Focus2030: Keine reinen E-Sportwagen, Hybrid als Schlüssel

Lotus Focus2030: Keine reinen E-Sportwagen, Hybrid als Schlüssel

Lotus (莲花), die britische Sportwagenschmiede unter dem Dach von Geely, hat im Rahmen einer strategischen Medienrunde in Peking die Initiative Focus2030 vorgestellt. Die Neuausrichtung geht weit über eine bloße Ergänzung von Hybridantrieben hinaus: Lotus definiert seine Produktgrenzen neu, ordnet die Antriebsarten Verbrenner, rein elektrisch und Hybrid nach Einsatzgebiet und stellt seine Geschäftslogik auf eine nachhaltige Basis.

Warum die Neuausrichtung?

CEO Feng Qingfeng (冯擎峰) machte deutlich, dass Focus2030 eine Reaktion auf die weltweit unterschiedliche Elektrifizierungsgeschwindigkeit ist. Während China mit seiner Infrastruktur und Ladeumgebung führend sei, hinkten Europa, der Nahe Osten und Teile Asiens hinterher. „In Italien gibt es vielerorts noch keine leistungsstarken Ladepunkte, im Nahen Osten fehlt eine ernsthafte Ladeinfrastruktur“, so Feng. Für eine globale Marke wie Lotus sei es daher nicht sinnvoll, die Zukunft nur nach dem chinesischen Markt auszurichten. Zudem zeige sich, dass reine Elektroantriebe im Alltag ideal, aber für Langstrecken und Hochleistungssportwagen nicht die optimale Lösung seien.

Keine reinen Elektro-Sportwagen – Hybrid und Verbrenner im Fokus

Der wohl markanteste Punkt der Strategie: „Bei Sportwagen werden wir keine rein elektrischen Ansätze mehr verfolgen – nicht einmal mehr erkunden“, erklärte Feng. Stattdessen setzt Lotus auf Hybridantriebe für die meisten Modelle, während reine Verbrenner bei den sportlichsten Versionen erhalten bleiben. Der Grund: das Gewicht. „Manche Wettbewerber bauen Sportwagen, die über zwei Tonnen wiegen – das zeugt von einem fehlenden Verständnis für das Konzept Sportwagen“, so Feng. Lotus bleibe seinen Kernwerten Leichtbau, Aerodynamik und Fahrdynamik treu.

Zukünftig sollen rund 60 % der Produktion auf Hybride entfallen, 40 % auf reine Elektroautos. Verbrenner bleiben in den Top-Leistungsmodellen erhalten. Elektro-SUVs und Alltagsfahrzeuge werden weiterhin als BEV angeboten.

Die Modelloffensive: Emira 420 Sport, neue SUVs und der Typ 135

Konkrete Produkte untermauern die Strategie. Der Emira erhält eine neue Top-Version: den Emira 420 Sport. „Optisch kaum verändert, aber technisch verfeinert – mehr Leistung, weniger Gewicht, bessere Aerodynamik“, so Feng. Der Supersportwagen bleibt der Verbrenner-Benchmark.

Auf der Hybrid-Seite kommen der For Me (也) und der Eletre X – ein Modell, das bereits in China startet und bald nach Europa rollt. Der Super-Hybrid soll laut Feng „einmal pro Woche laden, einmal pro Monat tanken“ – eine Lösung für Kunden, die im Alltag elektrisch fahren, aber auf Langstrecken nicht auf den Verbrenner verzichten möchten.

Den Höhepunkt bildet der für 2028 angekündigte Typ 135 (Type 135) mit einem neuen V8-Hybrid-Antrieb, der über 10.000 U/min drehen soll. Lotus will hier Erkenntnisse aus der Formel 1 in die Serie bringen. „Das Ziel: mehr Leistung, höhere Drehzahlen, weniger Gewicht“, sagte Feng.

Finanzielle Neuausrichtung: Gewinnschwelle bei 30.000 Einheiten

Neben den Produkten steht die wirtschaftliche Logik im Fokus. Die bisherige Gewinnschwelle lag bei 50.000 bis 80.000 Fahrzeugen pro Jahr. Mit der Unterstützung durch Geely und der engen Zusammenarbeit zwischen China und Großbritannien will Lotus diese auf 30.000 Einheiten senken. „30.000 Einheiten zur Gewinnzone – das ist in der Autoindustrie selten, aber Lotus kann das“, so Feng.

Die Strategie setzt auf Skaleneffekte in Software, Elektronikarchitektur, Lieferkette und Fertigung, während die Marken-DNA – Fahrwerk, Aerodynamik, Leichtbau – in Eigenregie verfeinert wird.

„Lebendiges Fahrwerk“ als neues Kernversprechen

Ein zentraler Begriff der Präsentation war das „lebendige Fahrwerk“. Gemeint ist ein aktives, adaptives Fahrwerk, das sich in Echtzeit an Fahrbahn, Umgebung und Fahrstil anpasst. „Ein herkömmliches Fahrwerk ist nach der Abstimmung festgelegt. Ein aktives Fahrwerk kann sich ständig verändern – es wird lebendig“, erklärte Feng. Lotus will damit seine Kernkompetenz in die Ära der Software-definierten Fahrzeuge übertragen.

Mit Focus2030 stellt Lotus die Weichen für die kommenden Jahre. Es geht nicht darum, den einen richtigen Antrieb zu finden, sondern die Marke so aufzustellen, dass sie sowohl technisch authentisch als auch wirtschaftlich tragfähig bleibt. Die Botschaft: Lotus bleibt Lotus – nur mit mehr Optionen, mehr Effizienz und einem klaren Blick auf das Machbare.


In Deutschland

Geely ist in ausgewählte EU-Märkte erhältlich, jedoch noch nicht offiziell in Deutschland.

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