Leapmotor C-Serie: 17 Versionen mit AR-HUD und neuem Fahrwerk
Leapmotor (零跑) hat am 16. Juni 2025 die überarbeitete C-Serie in China auf den Markt gebracht. Die drei Modelle C10, C11 und C16 erscheinen in insgesamt 17 Versionen – als rein elektrische BEV und als Range-Extender (EREV). Die Preise bleiben auf dem Niveau der Vorgänger, obwohl die Ausstattung deutlich aufgewertet wurde.
Mehr Ausstattung zum gleichen Preis
Alle drei Modelle erhalten serienmäßig ein selbst entwickeltes AR-HUD auf DLP-Basis, das Navigationshinweise, Geschwindigkeit, Ampeln und Anrufe auf die Windschutzscheibe projiziert. Das Zentraldisplay wächst auf 17,3 Zoll. Vorn gibt es in allen Varianten Doppel-Nullschweresitze – eine Art Relax-Sitz mit nahezu waagerechter Liegeposition. Die C10 und C16 bekommen zudem eine hintere Fünflenkerachse, und alle Modelle sind mit FSD-Variodämpfern ausgestattet. Die Abstimmung erfolgte gemeinsam mit europäischen Ingenieuren. Leapmotor-Vizepräsident Cao Li betont: „Mit dem Fahrwerk können wir es mit 20.000- bis 30.000-Euro-SUV aufnehmen – und sind nicht schlechter."
Laut Unternehmensangaben steigt die Ausstattung jedes Jahr um einen Wert, den Kunden mit mehreren tausend Yuan beziffern würden – ohne Aufpreis. Grundlage sind die selbst entwickelten Komponenten und die Stückzahl von über 80.000 verkauften C‑Serien-Fahrzeugen, die die Kosten drücken.
Drei Modelle – drei Zielgruppen
Die Frage, ob sich die drei Modelle gegenseitig kannibalisieren, verneint Cao Li. Die Kunden überschneiden sich kaum: Der C10 spricht junge Familien mit Fokus auf Individualität und Technik an, der C11 gilt als klassischer Allrounder, und der C16 ist mit sechs Sitzen und Doppel-Nullschweresitzen auf große Familien zugeschnitten. Vertriebsvorstand Xu Jun ergänzt scherzhaft: „Der C10 steht für den Berufsstart, der C11 für den erfolgreichen Geschäftsmann, der C16 für den, der es ganz nach oben geschafft hat."
Ausblick: Mehr Elektro, aber Range-Extender bleibt
CEO Zhu Jiangming erwartet, dass der Anteil reiner Elektroautos in China weiter steigen wird. Dennoch sieht er weiterhin Bedarf für EREV-Modelle, vor allem bei großen SUVs und MPVs, in kalten Regionen und auf dem Weltmarkt. Leapmotor wird daher das EREV-Angebot in der globalen Expansion beibehalten.
Zur Frage der Eigenentwicklung sagt Zhu, dass Leapmotor bewusst auf eigene KI-Chips verzichtet. Es gebe bereits 14 leistungsfähige Chips auf dem Markt. Stattdessen konzentriere man sich auf selbst entwickelte Komponenten, die einen echten Kundennutzen bieten – wie das AR-HUD, die Sitze und die Plattform-Architektur.
Export und Europa: Leapmotor in Deutschland auf Platz 1
Leapmotor hat im April und Mai 2025 kräftig zugelegt – von 70.000 auf 80.000 Auslieferungen pro Monat. Allein der C10 und der B10 erzielten im Mai jeweils über 8.000 Exportverkäufe. Das Topmodell D19 kostet in China ca. 32.000 € (ca. 250.000 Yuan)* und wird fast ausschließlich in der höchsten Ausstattungsstufe bestellt.
Dank der Partnerschaft mit Stellantis ist Leapmotor schnell in Europa präsent. Nach eigenen Angaben belegt die Marke in Deutschland den ersten Platz in der Kategorie der importierten New-Energy-Fahrzeuge. In Italien, Frankreich und Großbritannien habe man ebenfalls Fuß gefasst. Leapmotor will nicht nur exportieren, sondern sich lokal verwurzeln – mit eigener Logistik, Service und Vertrieb. Die gesamte Modellpalette (A-, B-, C-, D-Serie) soll weltweit angeboten werden. Ein erstes öffentliches Debüt der neuen Baureihen ist für die Hongkong Auto Show 2026 geplant.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Leapmotor ist in Deutschland nach eigenen Angaben die meistverkaufte Importmarke für New-Energy-Fahrzeuge. Der Vertrieb erfolgt über das Partnerschaftsnetzwerk von Stellantis. Ein eigener Direktvertrieb besteht hierzulande derzeit nicht.

