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China-Absatz minus 19 %: So kämpfen NIO, XPeng, Li Auto & Leapmotor

Die chinesischen EV-Startups NIO, XPeng, Li Auto und Leapmotor stecken in der Krise: Die Neuzulassungen brachen 2025 um 19 % ein. Jetzt verfolgen alle vier unterschiedliche Strategien – von KI-Expansion bis Kostenoptimierung.

China-Absatz minus 19 %: So kämpfen NIO, XPeng, Li Auto & Leapmotor

China-Absatz minus 19 %: So kämpfen NIO, XPeng, Li Auto & Leapmotor

Wer, was, wann, wo, warum? NIO (蔚来), XPeng (小鹏), Li Auto (理想) und Leapmotor (零跑) – die bekanntesten chinesischen EV-Startups – müssen sich neu erfinden. Der Grund: Zwischen Januar und Mai 2025 brachen die Pkw-Neuzulassungen in China um rund 19 % ein, allein im Mai um 22 %. Der Preiskampf ist brutal, die Produkte gleichen sich immer mehr an, Gewinne schmelzen dahin. Die alten Erfolgsrezepte – günstige Stromer, schnelles Wachstum – funktionieren nicht mehr. Jetzt suchen alle vier einen eigenen Ausweg.

XPeng vs. Li Auto: KI-Expansion oder Tiefe

XPeng-CEO He Xiaopeng verkündete im Juni, künftig persönlich die Robotik-Sparte zu leiten. Das Unternehmen will vom reinen Autobauer zur „Physical-AI-Company“ werden – KI auf Rädern, Robotern, Drohnen. Das birgt enormes Potenzial, aber auch Risiken: Viele parallele Entwicklungen binden Kapital und Personal. Kernmodell ist der XPeng G6 (rein elektrisch, 800-Volt-Architektur).

Li Auto hingegen zieht sich auf das Konzept des „Embodied Intelligence Vehicle“ zurück – eine KI, die tief in die Fahrzeugsysteme integriert ist. Der Hersteller bleibt fokussiert auf wohlhabende Familien mit Range-Extender-Elektrofahrzeugen (EREV). Das Topmodell Li Auto L9 (EREV) kombiniert Elektroantrieb mit einem Verbrenner-Generator. Der Fokus bringt klare Erfolge, doch die Nische wird enger.

NIO vs. Leapmotor: Ökosystem gegen Industriepower

NIO baut kein reines Auto, sondern ein Ökosystem: Batteriewechselstationen, exklusive Service-Clubs, starke Community. Das Geschäftsmodell gleicht eher einem Abo. Die Kosten für Infrastruktur sind hoch, doch die zweite Marke Onvo (乐道) und der Kleinstwagen Firefly (萤火虫) sollen die Fixkosten verteilen. NIOs Kernmodell ET5 (BEV, 800-Volt-Architektur) bleibt das Zugpferd.

Leapmotor verfolgt den genau gegenteiligen Ansatz: maximale Industrialisierung. Der Hersteller mit Mutterkonzern Dahua setzt auf extreme Kosteneffizienz durch vertikale Integration. Rund 65 % der Komponenten werden selbst entwickelt und produziert, bis 2026 sollen es 80 % sein. Die Plattformstrategie erlaubt hohe Teilegleichheit zwischen Modellen. Leapmotor adressiert mit günstigen Preisen den Massenmarkt und kann so auch im Preiskampf stabile Stückzahlen halten.

Fazit: Kein Ende der Transformation

Vier Unternehmen, vier Wege – doch das Ziel ist gleich: Weg von der niedrigmargigen reinen Fahrzeugfertigung hin zu neuen Geschäftsmodellen. Ob KI-Expansion (XPeng), vertikale Szenario-Tiefe (Li Auto), Premium-Ökosystem (NIO) oder Effizienzmaschine (Leapmotor) – jede Strategie hat Stärken und Risiken. Klar ist: Die Zeiten des einfachen Wachstums sind in China vorbei. Wer überleben will, muss sich neu erfinden.


NIO und XPeng sind in Deutschland sowie in mehreren EU-Ländern erhältlich. Li Auto und Leapmotor haben noch keine offiziellen Europaverkäufe gestartet, arbeiten jedoch an Markteintritten (Leapmotor über Joint Venture mit Stellantis). Der Artikel analysiert die allgemeine Branchenentwicklung in China.

Li AutoBatterie