Leapmotor C-Serie: 17 Versionen, mehr Technik zum gleichen Preis
Am 16. Juni 2026 hat Leapmotor (零跑) die neue C-Serie offiziell auf den chinesischen Markt gebracht. Die Baureihe umfasst die Modelle C10, C11 und C16 mit insgesamt 17 Versionen – jeweils als reines Elektroauto (BEV) oder als Range-Extender (EREV) erhältlich. Die Preise bewegen sich auf dem Niveau der Vorgängergeneration, obwohl die Ausstattung deutlich aufgewertet wurde.
Mehr Ausstattung fürs gleiche Geld
Laut Leapmotor ist die Strategie klar: „Jährlich muss der Ausstattungsumfang um einen Wert von umgerechnet mehreren tausend Euro steigen – ohne Preiserhöhung." Möglich werde dies durch die vollständige Eigenentwicklung vieler Komponenten und die inzwischen über 800.000 verkauften Einheiten der C-Serie, die die Fixkosten breit streuen. Serienmäßig an Bord ist ein selbst entwickelter DLP-ARHUD, der Navigationshinweise, Geschwindigkeit, Ampeln, eingehende Anrufe und Spurwechsel-Assistenten direkt auf die Windschutzscheibe projiziert. Die innerbetriebliche Umfrage ergab, dass 60 Prozent der C11-Fahrer den ARHUD permanent nutzen. Der Bildschirm im Cockpit wächst auf 17,3 Zoll. Auch die vorderen Null-Gravitation-Sitze gehören zur Serienausstattung aller drei Modelle; der C16 betont zusätzlich den Komfort in der dritten Reihe.
Im Fahrwerk kommen beim C10 und C16 nun eine Fünflenker-Hinterachse sowie FSD-Dämpfer mit variabler Dämpfung zum Einsatz. Die Abstimmung erfolgte gemeinsam für China und Europa. Ein Leapmotor-Manager zeigte sich überzeugt: „Das Fahrwerk kann sich mit jedem 25.000- bis 32.000-Euro-SUV messen."
Drei Modelle, drei Zielgruppen
Leapmotor betont, dass sich C10, C11 und C16 klar unterscheiden und kaum Überschneidungen in der Kundschaft haben. Der C10 spricht technologieaffine junge Familien an, der C11 verbindet persönliche Nutzung mit Familientauglichkeit und gilt als Design-Referenz der Serie. Der C16 ist als Sechssitzer für kinderreiche Familien konzipiert, mit zwei Null-Gravitation-Sitzen und langer Reichweite.
Trend: Reine Elektroautos gewinnen Anteil
CEO Zhu Jiangming erklärte, der Trend zur Elektrifizierung in China werde sich weiter beschleunigen, und der Anteil reiner BEV werde steigen. Für große SUVs, MPVs, kalte Regionen sowie den globalen Markt blieben EREV und PHEV aber noch länger relevant. Deshalb behalte Leapmotor bei der weltweiten Expansion die Plug-in-Option bei.
Eigenentwicklung: Kein eigener KI-Chip
Auf die Frage, warum Leapmotor keinen eigenen KI-Chip für autonomes Fahren entwickele, antwortete Zhu: „Es gibt weltweit bereits 14 KI-Chips – Überangebot. Solange wir nicht Toyotas Größe erreicht haben, konzentrieren wir uns auf Kernkomponenten, die echten Mehrwert schaffen, und auf innovative Gesamtfahrzeuge." Die hauseigene Plattform-Architektur (A/B/C/D) erlaube es, Kernteile einmal zu validieren und daraus viele Varianten abzuleiten, was Kosten und Qualität stabilisiere.
Export über Stellantis
Leapmotor nutzt das Joint Venture Leapmotor International (mit Stellantis) für den Export. Bereits im Mai 2026 wurden über 8.000 Einheiten der Modelle C10 und B10 monatlich exportiert. Ein vollwertiges Modell D19 (ab ca. 32.000 € / ca. 250.000 Yuan) verkauft sich in China fast ausschließlich in der höchsten Ausstattung. Für Europa ist geplant, die gesamte A- bis D-Reihe anzubieten. Auf der Hongkong Motor Show 2026 wird eine weitere Modellneuheit gezeigt.
In Deutschland
Leapmotor ist in Niederlande, Frankreich, Belgien und weitere erhältlich, jedoch noch nicht offiziell in Deutschland.
Leapmotor International (Joint Venture mit Stellantis) vertreibt seit Ende 2024 Fahrzeuge in Europa, darunter T03 und C10.

