Leapmotor C-Serie 2025: Bis zu 1.280 € Mehrwert ohne Aufpreis
Der chinesische Elektroauto-Hersteller Leapmotor (零跑) hat am 16. Juni die überarbeitete C-Serie in China auf den Markt gebracht. Die drei Modelle C10, C11 und C16 sind in insgesamt 17 Versionen als reine Elektroautos (BEV) oder Range-Extender (EREV) erhältlich – und das zu den gleichen Preisen wie die Vorgängergeneration. Statt einer Preiserhöhung setzt Leapmotor auf eine deutliche Aufwertung in sechs Bereichen: Design, Innenraum, Assistenzsysteme, Reichweite, Fahrdynamik und Sicherheit.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Die wichtigsten Hardware-Neuerungen
- AR-HUD: Serienmäßig selbst entwickelte DLP-basierte Anzeige (Digital Light Processing), die Navigation, Geschwindigkeit, Ampeln, eingehende Anrufe und Abbiegehinweise direkt auf die Windschutzscheibe projiziert. Laut CEO Zhu Jiangming nutzen 60 % der C11-Fahrer das AR-HUD dauerhaft.
- 17,3-Zoll-Zentraldisplay: Größerer Bildschirm, angelehnt an die D-Serie.
- Vordere Nullgravitationssitze (Komfortsitze mit Liegefunktion) serienmäßig in allen drei Modellen.
- Fünf-Lenker-Hinterachse (C10, C16) und FSD-Variabledämpfung (alle Versionen); das Fahrwerk wurde gemeinsam mit europäischen Ingenieuren abgestimmt.
- Wärmepumpe und Bosch-EPS (elektrische Servolenkung) speziell im C11 BEV.
Strategie: Mehr Ausstattung zum gleichen Preis
Leapmotor-Senior-Vizepräsident Cao Li erklärte, dass das Unternehmen von seinen Entwicklern eine jährliche Aufwertung von mindestens 1.280 Euro (ca. 10.000 Yuan) pro Fahrzeug fordere – ohne die Verkaufspreise zu erhöhen. Möglich werde dies durch Skaleneffekte: 800.000 verkaufte Einheiten der C-Serie senken die Stückkosten der selbst entwickelten Komponenten. CEO Zhu Jiangming betonte, dass die hauseigene Technologieentwicklung („Full-Stack-Self-Development") die Innovationsrendite direkt an die Kunden weitergebe.
Modell-Differenzierung: Drei Zielgruppen, kaum Überschneidungen
Trotz ähnlicher Preise haben die drei Modelle unterschiedliche Zielgruppen. Der C10 richtet sich an junge, technologieaffine Familien, der C11 an etablierte Kunden mit klassischem Designgeschmack, der C16 an Mehrkindfamilien mit sechs Sitzplätzen. Senior-Vizepräsident Xu Jun ergänzte: „C10-Fahrer stehen am Karrierestart, C11-Fahrer haben sich etabliert, C16-Fahrer haben es zu etwas gebracht.“ Die interne Aufteilung wurde vorab intensiv geprüft – und der Markt zeigt: Die Überlappungen sind minimal.
Zukunftsaussichten: BEV-Anteil wächst
CEO Zhu Jiangming sieht den Anteil reiner Elektroautos (BEV) in China weiter steigen. Er räumt jedoch ein, dass Plug-in-Hybride und Range-Extender (EREV) vor allem bei großen SUVs, MPVs, in kalten Regionen und auf dem Weltmarkt noch länger relevant bleiben. Leapmotor wird daher in der globalen Expansion auch weiterhin EREV-Optionen anbieten.
Export und Deutschland-Präsenz
Leapmotor ist dank der Kooperation mit Stellantis bereits heute in Deutschland stark vertreten: Laut Xu Jun führt das Unternehmen im deutschen Neuwagenmarkt für Elektro-Kleinwagen die Segment-Statistik an. „Wir sind nicht nur im Export, wir wollen vor Ort wachsen“, so Xu. Die neue C-Serie wird schrittweise auch in Europa eingeführt – ein genauer Marktstart für Deutschland steht noch nicht fest, aber Leapmotor bereitet die Markteinführung vor. Die Modelle C10 und B10 erzielten im Mai jeweils über 8.000 Exportverkäufe; auch der D19 (ca. 32.000 € / 250.000 Yuan) findet rege Abnahme.
Leapmotor ist in Deutschland bereits mit Modellen wie dem C10 und T03 erhältlich (Platz 1 im deutschen Segment der Elektro-Kleinwagen). Die neue C-Serie wird voraussichtlich noch 2025 nach Europa kommen – ein genauer Termin steht noch aus.

