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XPengD1EVVon 3 Min. Lesezeit

Speicherpreise +180 %: XPeng-CEO klagt über Kostendruck

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise rasant. XPeng-CEO beklagt schwierige Preisfindung. Kosten pro Fahrzeug steigen um 1.920 bis 2.560 € – Branche rechnet mit 12 bis 18 Monaten Belastung.

Speicherpreise +180 %: XPeng-CEO klagt über Kostendruck

Speicherpreise +180 %: XPeng-CEO klagt über Kostendruck

KI boomt, Autos hungern – Speicherpreise explodieren um 180 %

Die explosive Nachfrage nach KI-Servern saugt weltweit die Kapazitäten der Speicherchip-Hersteller ab. Samsung, SK Hynix und Micron lenken 70 bis 80 % ihrer Fertigung in hochprofitable HBM- und Server-DDR5-Chips. Der Automobilsektor, der nur rund 3 % des globalen DRAM-Marktes ausmacht, steht am Ende der Versorgungskette – und bekommt die Folgen massiv zu spüren: Die Preise für Automotive-Speicherchips sind innerhalb von drei Monaten um etwa 180 % gestiegen.

Die Kosten pro Fahrzeug haben sich drastisch verändert: Während ein Mittelklassewagen früher 40 bis 90 US-Dollar (ca. 37 bis 84 €) in Speicher investierte, sind es heute 90 bis 220 US-Dollar (ca. 84 bis 205 €). Hochmoderne Modelle mit autonomen Fahrfunktionen knacken sogar die 500-US-Dollar-Marke (ca. 465 €). Die meisten aktuellen Smart-Cars nutzen noch LPDDR4/4X-Speicher, der nicht als Prioritätsprodukt der Hersteller gilt und strukturell verdrängt wird.

„Es tut weh“ – XPeng-CEO im Kreuzfeuer

XPeng (小鹏)-CEO He Xiaopeng äußerte sich nach der Vorstellung des neuen Modells GX offen: „Die Preisgestaltung war extrem schwierig. Jede Kostensteigerung trifft uns – was wir durch technische Innovationen sparen, geben wir zum großen Teil an Partner für Speicher und Lithiumcarbonat weiter.“ Ein anderer Branchenvertreter rechnete auf einer Konferenz vor: Der Speicherchip sei von 20 Yuan (ca. 2,6 €) auf 100 Yuan (ca. 12,8 €) gestiegen, Lithiumcarbonat von 80.000 Yuan (ca. 10.240 €) pro Tonne auf 180.000 Yuan (ca. 23.040 €). Dieser Preisschub erhöhe die Kosten pro Fahrzeug um 15.000 bis 20.000 Yuan (ca. 1.920 bis 2.560 €)* – und das nur auf Rohstoffebene. Die Deutsche Bank schätzt, dass höhere Speicherkosten den Verkaufspreis eines normalen Autos um 150 bis 300 US-Dollar (ca. 140 bis 279 €) treiben, bei hochautomatisierten Fahrzeugen sogar um 400 bis 600 US-Dollar (ca. 372 bis 558 €).

*Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Drei Strategien gegen den Chip-Schmerz

Viele Hersteller haben ihre Einkaufspreise durch langfristige Verträge (LTA) mit den Speicherherstellern abgesichert. Ein Manager eines chinesischen Top-Autobauers erklärte: „Wir kaufen oft 100.000 Chips auf einmal – ein Lieferant, der dann plötzlich den Preis erhöht, verliert viel mehr durch Vertragsstrafen.“ Doch diese Schutzschilde laufen aus – und dann droht nicht nur ein höherer Preis, sondern gar keine Ware.

Die zweite Stufe ist technische Innovation: Anstatt einfach teurere Speicher einzubauen, optimieren Entwickler KI-Modelle so, dass sie mit 32 statt 64 GB auskommen. Qualcomm-Vizepräsident Nakul Duggal betont: „Durch die Integration von Cockpit und Fahrassistenz auf einem einzigen System-on-a-Chip sparen wir Speicher und senken die Gesamtkosten.“ Die dritte Schiene sind chinesische Alternativen: Hersteller wie ChangXin Memory Technologies (长鑫存储) bauen eigene Automotive-Speicher auf, ersetzen aber noch nicht die Hochleistungsprodukte aus Korea.

Mindestens 12 bis 18 Monate Durchhalten

Branchenexperten erwarten, dass die speicherbedingte Kostenbelastung für Autobauer noch mindestens 12 bis 18 Monate anhält. Nakul Duggal von Qualcomm prognostiziert: „Erst wenn die KI-Nachfrage langsamer wächst, normalisiert sich die Versorgung – das sehe ich in 12 bis 18 Monaten.“ Neue Fabriken werden erst ab 2027 nennenswerte Kapazitäten liefern.

Für XPeng und andere Hersteller bedeutet das eine Zerreissprobe zwischen Kostendruck und wettbewerbsfähigen Preisen. Diejenigen, die jetzt ihre Lieferketten umbauen und Technologien optimieren, könnten nach der Krise gestärkt dastehen. Der Speicherpreis-Schock erzwingt eine Evolution der gesamten Auto-Architektur – von der Elektronik bis zur Software.


Diese Meldung betrifft die globale Automobilindustrie. XPeng ist in Deutschland noch nicht flächendeckend verfügbar, plant jedoch den Markteintritt in Europa. Die beschriebenen Preissteigerungen für Speicherchips treffen alle Hersteller weltweit, auch deutsche Premiummarken.

XPeng