Leapmotor C-Serie: Ab 19.200 € für C10, C11, C16
Leapmotor (零跑) hat am 16. Juni die neue C-Serie offiziell auf den Markt gebracht. Die Baureihe umfasst die Modelle C10, C11 und C16 in insgesamt 17 Versionen – jeweils als reines Elektroauto (BEV) oder als Range-Extender (EREV). Die Preise bleiben auf dem Niveau der Vorgängergeneration: Der Einstieg liegt bei ca. 19.200 € (ca. 149.800 Yuan), die teuerste Version bei ca. 26.800 € (ca. 209.800 Yuan). Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Mehr Wert ohne Aufpreis
Die neue C-Serie folgt einer klaren Strategie: Mehr Ausstattung zum gleichen Preis. Leapmotor-CEO Zhu Jiangming erläuterte, dass das Entwicklerteam jährlich eine Wertsteigerung von rund 1.300 € (ca. 10.000 Yuan) pro Fahrzeug realisieren müsse – ohne die Verkaufspreise zu erhöhen. Möglich mache dies die hohe Stückzahl von 800.000 verkauften C-Modellen, die die Kosten für selbst entwickelte Komponenten drücke.
Konkret gehören nun serienmäßig dazu:
- AR-HUD auf DLP-Basis (selbst entwickelt): Projiziert Navigation, Geschwindigkeit, Ampeln und Anrufe auf die Windschutzscheibe. Leapmotor zufolge nutzen 60 % der C11-Besitzer das System dauerhaft.
- 17,3-Zoll-Cockpit-Display – nun auf dem Niveau der größeren D-Serie.
- Doppelte Nullschwerkraft-Sitze (vorn): Liegesitze nach NASA-Prinzip, die den Rücken entlasten.
Fahrwerk und Antrieb
C10 und C16 erhalten eine Fünf-Lenker-Hinterachse, alle Modelle haben FSD-Variabledämpfer und eine gemeinsame Abstimmung mit europäischen Ingenieuren. Zhu Jiangming zeigte sich überzeugt, dass das Fahrwerk mit SUVs der 26.000–38.000-€-Klasse (ca. 200.000–300.000 Yuan) mithalten kann. Der C11 BEV erhält zudem eine Wärmepumpe und eine EPS-Lenkung von Bosch. Das Design bleibt bewusst zurückhaltend – „C11 hat das Gesicht der Marke geprägt. Es sah schon immer gut aus, also haben wir nur minimale Änderungen vorgenommen", so Designchefin Zhou Ying.
Drei Modelle, drei Zielgruppen
Trotz ähnlicher Preise fressen sich die Modelle laut Leapmotor nicht gegenseitig die Kunden weg. Vertriebsvorstand Xu Jun erklärt: „C10 steht für den Start ins Berufsleben, C11 für den Erfolg im Job, C16 für die große Familie." Konkret:
- C10: Junge Familien mit Fokus auf Technik und Individualität.
- C11: Der Klassiker der Reihe, kombiniert persönlichen Stil mit Alltagstauglichkeit.
- C16: Großes Sechssitzer-SUV für Familien mit mehreren Kindern – mit Doppel-Nullschwerkraft-Sitzen und großer Reichweite.
Trend zu reinen Stromern
Zhu Jiangming sieht den Anteil reiner Elektroautos in China weiter steigen. Range-Extender und Plug-in-Hybride blieben aber für große SUVs, kalte Regionen und den Weltmarkt noch lange relevant. Leapmotor werde daher bei der globalen Expansion weiterhin beide Antriebsarten anbieten.
Eigenentwicklung mit Maß
Auf die Frage, warum Leapmotor keine eigenen Chips für autonomes Fahren entwickelt, antwortete Zhu: „Weltweit gibt es bereits 14 AI-Chips fürs autonome Fahren – das Angebot ist überreich. Solange wir nicht die Größe von Toyota haben, konzentrieren wir uns auf Komponenten, die echten Mehrwert bringen." Leapmotor setzt auf vier Plattform-Architekturen (A bis D), bei denen Kernkomponenten und Sicherheitsstandards nur einmal validiert werden müssen – das beschleunigt Folgeentwicklungen und senkt Kosten.
Europa-Expansion läuft
Leapmotor nutzt die Kooperation mit Stellantis für einen schnellen Markteintritt in Europa. Xu Jun berichtet: „In Deutschland sind wir bei den Elektro-Neuzulassungen bereits die Nummer eins der chinesischen Marken. Auch in Italien, Frankreich und Großbritannien sind wir etabliert." Leapmotor wolle nicht nur exportieren, sondern vor Ort wachsen. Alle Baureihen von A bis D sollen weltweit angeboten werden. Ein offizielles Debüt ist für die Hongkong Motor Show 2026 geplant.
Leapmotor ist bereits über die Kooperation mit Stellantis in Deutschland erhältlich. Die Modelle der C-Serie (C10, C11, C16) sind hierzulande als BEV und EREV verfügbar. Preise und Ausstattung für den deutschen Markt werden gesondert bekannt gegeben.

