Fangbao, ID.ERA, Trumpchi: Drei chinesische SUV im Test
Drei chinesische SUVs bringen Bewegung in den hart umkämpften Markt: Fangbao Bao 7, ID.ERA 9X und Trumpchi NX8. Sie stehen stellvertretend für die Strategie der chinesischen Hersteller, mit unterschiedlichen Schwerpunkten gegen etablierte Joint-Venture-Modelle anzutreten. Wir haben die drei Fahrzeuge im Rahmen eines Marktchecks Probe gefahren und ihre Stärken und Schwächen analysiert.
Die Preise: Fangbao Bao 7 ist als günstiges Einstiegsmodell positioniert (konkreter Preis nicht genannt), ID.ERA 9X startet ab 350.000 Yuan (ca. 44.800 €)* und Trumpchi NX8 liegt zwischen 150.000 und 200.000 Yuan (ca. 19.200 bis 25.600 €)*. Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Unterschiedliche Ansätze im Detail
Fangbao Bao 7 setzt auf maximale Praktikabilität und ein hohes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das 5-sitzige SUV bietet eine großzügige Rückbank und eine elektrisch verstellbare Lehne. Allerdings kritisierten einige Kunden, dass die verstellbare Rückenlehne mit der Heckklappe interferieren könnte – ein Detail, dem der Hersteller nachbessern sollte. Die Bedienung ist intuitiv, das Multimediasystem unterstützt Over-the-Air-Updates. Die Fahrdynamik ist ausgesprochen alltagstauglich: Die Federung ist komfortabel ausgelegt, das Ansprechverhalten sanft und vorhersehbar.
ID.ERA 9X ist das Spitzenmodell der Marke und ein Vollformat-SUV für rund 350.000 Yuan. Mit einer Länge von über 5,2 Metern und einem Radstand von deutlich über 3 Metern bietet es gigantische Platzverhältnisse. Die Ausstattung ist opulent: 8,88-Zoll-Digitalcockpit, 15,6-Zoll-2,5K-Zentraldisplay, 21,4-Zoll-3K-Bildschirm für die zweite Reihe, elektrisch verstellbare Sitze mit Massage- und Lüftungsfunktion sowie ein automatisch ausfahrbares Trittbrett. Das Fahrassistenzsystem (ADAS) – hier auf dem neuesten Momenta R7-System – ermöglicht punktgenaues Navigieren auf Autobahnen und Landstraßen sowie automatische Spurwechsel und Überholvorgänge. Der Fahrwerksabstimmung ist straffer und sportlicher als bei den Konkurrenten, mit direktem Lenkgefühl und stabiler Seitenneigung. Der Sprint von 0 auf 100 km/h liegt im Bereich von unter 7 Sekunden.
Trumpchi NX8 wiederum trumpft mit einem enorm günstigen Preis. Für maximal 200.000 Yuan erhält man ein Mittelklasse-SUV mit viel Platz, das gegen Modelle wie die Seres C16 oder die Shenlan S7 antritt. Die zweite Reihe bietet üppige Beinfreiheit, die Sitze sind mit Heizung, Lüftung und Massage ausgestattet. Das intelligente Cockpit umfasst ein durchgehendes Display und ein Head-up-Display. Die Fahrdynamik ist komfortbetont: Die Federung filtert Unebenheiten gut, das Fahrgefühl ist ruhig und entspannt. Das ADAS (Momenta R6) arbeitet zuverlässig, ist aber weniger ambitioniert als das im ID.ERA.
Fahrassistenz auf hohem Niveau
Alle drei Fahrzeuge nutzen Systeme von Momenta – der R7 im ID.ERA 9X und der R6 in Bao 7 und NX8. Im Stadtverkehr und auf Autobahnen meistern sie die meisten Situationen souverän: Spurhalten, Abstandsregelung, automatisches Ein- und Ausfädeln. Der ID.ERA 9X zeigt sich besonders geschickt bei Wendemanövern und komplexen Kreuzungen – hier fährt er fast ohne menschlichen Eingriff. Die anderen beiden sind pragmatischer, aber für den Alltag mehr als ausreichend.
Fazit: Deutsche Marken müssen aufpassen
Die drei chinesischen SUV treffen exakt die Bedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen: Fangbao Bao 7 für preisbewusste Familien, die auf Langlebigkeit und niedrige Kosten achten; ID.ERA 9X für Kunden, die Wert auf Luxus, Technik und Fahrspaß legen; Trumpchi NX8 für alle, die möglichst viel Komfort und Ausstattung für wenig Geld wollen. Gemeinsam zeigen sie, dass chinesische Hersteller nicht nur kopieren, sondern eigene, überzeugende Konzepte entwickeln – mit einem Preis-Leistungs-Verhältnis, das westlichen Marken zu denken gibt.
===TITEL=== VW Bora, Tayron und ID.ERA: Der Kampf der Antriebsarten in China
===BESCHREIBUNG=== Chinesische Autokäufer stehen vor der Wahl: bewährter Verbrenner oder smartes E-Auto? VW setzt mit Bora, Tayron und der elektrischen ID.ERA 9X auf alle Segmente – doch chinesische Marken drängen mit intelligenter Technik in die Lücke.
===INHALT=== Auf dem chinesischen Markt zeichnet sich eine klare Trennung ab: Verbrenner wie der VW Bora (宝来) punkten mit hoher Zuverlässigkeit und einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis – ideal für Familien mit kleinem Budget. Der VW Tayron (探岳) als SUV spricht ebenfalls konservative Käufer an, die auf Bewährtes setzen. Ganz anders der elektrische VW ID.ERA 9X: Mit moderner Technik und hoher Reichweite zielt er auf kaufkräftige Kunden, die Wert auf Fahrassistenz und digitale Features legen.
Doch die Konkurrenz schläft nicht. Chinesische Hersteller wie BYD, NIO oder XPeng bieten in vergleichbaren Preisregionen oft mehr Ausstattung, größere Displays und leistungsstärkere Fahrassistenzsysteme (ADAS) inklusive autonomer Fahrfunktionen (Stufe 2+). Selbst der Tayron NX8, eine vermeintlich hochwertige Variante, kann preislich nicht mithalten, wenn es um smarte Extras geht.
Im Detail zeigt sich: Die einstige Krücke der Joint-Venture-Marken – traditionelle Qualität, robuster Kundendienst und hoher Wiederverkaufswert – verliert an Bedeutung. Immer mehr chinesische Familien legen Wert auf Hard- und Software im Auto: Lidar, Over-the-Air-Updates und eine intuitive Bedienung sind heute entscheidend. VW holt zwar mit der ID.-Familie auf, doch der Vorsprung der Newcomer in Sachen Elektrifizierung und Vernetzung ist noch spürbar.
Der Wandel ist in vollem Gange: Früher hieß es „Verbrenner kauft man beim Joint Venture, E-Autos bei chinesischen Marken“. Heute vermischen sich die Kategorien. Ob VW, Toyota oder GM – sie alle stehen auf demselben Spielfeld wie die lokalen Stars. Ob ihnen die Wende gelingt, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.
*Bildquelle: 123RF / Autohome, Text basiert auf „Realbegegnung: Was bleibt von den Verbrennern der Joint Ventures?“
===IN_DEUTSCHLAND=== In Europa genießen VW, Toyota & Co. weiterhin einen Vertrauensvorschuss. Die Diskussion über chinesische Hersteller und deren Technologievorsprung erreicht jedoch auch den deutschen Markt. Während hierzulande vor allem ID.-Modelle wie der ID.4 oder ID.7 im Fokus stehen, zeigt der Vergleich mit China, wie rasch sich die Relevanz von Tradition und Innovation verschiebt. Eine direkte Übertragbarkeit auf den deutschen Markt ist nur bedingt gegeben, da Kaufpräferenzen, Infrastruktur und gesetzliche Rahmenbedingungen stark abweichen.
In Europa
Alle drei Modelle sind in Europa aktuell nicht offiziell erhältlich. Eine Markteinführung wurde bislang nicht angekündigt.


