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BoYin HeChuang: Bosch-JV mit BYD-Know-how sammelt 38,4 Mio. €

Das Joint Venture BoYin HeChuang (Bosch & Galaxy General) erhält 38,4 Mio. € für Industrieroboter. Erster Roboter BW10-Lite läuft bereits bei Bosch-SAIC. BYD steuert Produktions-Know-how bei – relevant für deutsche Autobauer.

BoYin HeChuang: Bosch-JV mit BYD-Know-how sammelt 38,4 Mio. €

Das Joint Venture BoYin HeChuang (Bosch & Galaxy General) hat in einer Pre-A-Finanzierungsrunde fast 300 Mio. Yuan (ca. 38,4 Mio. €) eingesammelt. Geleitet wird die Runde von Yuanhe Chenkun Capital, mit Beteiligung der Bestandsinvestoren Boyuan Capital und Bosch Ventures sowie weiteren Geldgebern. Das im Juni 2025 gegründete Unternehmen mit Sitz in Chengmai (Hainan) fokussiert sich auf Embodied AI (physische KI) für die Industrie – also Roboter, die eigenständig greifen, montieren und prüfen können. Schon nach wenigen Monaten präsentierte BoYin HeChuang seinen ersten Roboter BW10-Lite und ließ ihn bei United Automotive Electronic Systems (UAES), einem Bosch-SAIC-Joint Venture, in der realen Produktion testen.

Mit Unterstützung von Bosch und Galaxy General

Bosch stellt nicht nur Finanzmittel, sondern auch reale Produktionslinien, Industriedaten und Pilotmöglichkeiten zur Verfügung. Galaxy General liefert die komplette Embodied-AI-Technologiekette: Wahrnehmung, Entscheidung und Ausführung. CEO Ren Jingwei, ehemals bei Kuka, Swisslog und TCL, führt ein Team mit Erfahrung von Kuka, Alibaba – und BYD (比亚迪). Diese Mischung aus traditionellem Maschinenbau und chinesischen EV-Startups hilft, Labor-Technik in robuste Serienprodukte zu übersetzen. BYD selbst ist nicht direkt am Joint Venture beteiligt, bringt aber Know-how aus eigener Roboter- und Produktionsautomatisierung ein.

Technik und Team

Der BW10-Lite ist ein zweiamiger Industrieroboter mit diesen Daten:

  • Tragkraft pro Arm: 8 kg
  • Antrieb: 4WD-Chassis mit Vierradlenkung (seitliches Kreuzen möglich)
  • Sensoren: 6 Kameras, 8 Ultraschallsensoren, 1 Lidar
  • Akku: 2 Hot-Swap-Akkus für 24/7-Dauerbetrieb

Entwickelt wurde er im ständigen Austausch mit UAES-Technikern direkt an der Fertigungslinie – das Team arbeitet oft vor Ort in der Fabrikhalle.

Erfolge und Ausblick

Im April 2027 (der Artikel stammt von Mai 2025) unterschrieb BoYin HeChuang einen Vertrag mit DiJie Industry über bis zu 2.000 Roboter in drei Jahren – für den Einsatz in der Logistik und Paketsortierung. Parallel entsteht in Suzhou (Jiangsu) ein Entwicklungszentrum und eine Fertigungsbasis mit einem Investitionsvolumen von 10 Mio. Yuan (ca. 1,28 Mio. €). Weltweit liegen bereits Bestellungen im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar vor. Die Strategie: Mit „Leuchtturm-Kunden" eng zusammenarbeiten, um einen Daten-Flywheel zu erzeugen – je mehr Roboter laufen, desto besser werden die Modelle.


Für deutsche Autofahrer ist diese Entwicklung doppelt relevant: Erstens nutzt BYD selbst Robotertechnologie für seine Fertigung – das hier eingebrachte Know-how könnte die Produktion von Modellen wie Dolphin oder Atto 3 effizienter machen, was langfristig Preise stabil halten kann. Zweitens zeigt das Joint Venture, wie Bosch und chinesische Partner die nächste Generation der Industrieautomatisierung vorantreiben – ein Bereich, der auch in deutschen Autofabriken Einzug halten wird. Ein Marktstart in Europa ist derzeit nicht geplant, aber die Technologie könnte über BYD- oder Bosch-Kanäle indirekt nach Deutschland kommen.

BYD