Geely: Volvo ernennt Duan Jianjun zum neuen China-Chef
Führungswechsel bei Volvo in China
Geely (吉利) hat die Führungsspitze seiner Tochter Volvo (沃尔沃) für den chinesischen Markt neu besetzt: Duan Jianjun (段建军) wird mit sofortiger Wirkung Präsident und CEO von Volvo Car Greater China. Er tritt die Nachfolge von Yuan Xiaolin an, der nach 16 Jahren das Unternehmen verlässt, um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Yuan war seit der Übernahme von Volvo durch Geely im Jahr 2010 dabei und hatte die Marke in China zum zweitwichtigsten Heimatmarkt ausgebaut. Unter seiner Führung verdoppelte sich das Geschäftsvolumen, und er legte die Basis für die Elektrifizierung sowie für auf chinesische Kunden zugeschnittene Produkte.
Duan Jianjun bringt über 30 Jahre Automobilerfahrung mit, darunter Führungspositionen bei Mercedes-Benz und anderen Premiummarken in China. Sein Bezug zu Volvo reicht sogar über drei Jahrzehnte zurück: Er startete seine Karriere als Servicetechniker bei Volvo. „Duan Jianjun versteht den chinesischen Markt sehr gut und verfügt über umfassende Erfahrung im Management von Premiummarken. Seine tiefe Verbindung zu Volvo und seine operative Expertise prädestinieren ihn, unsere nächste Phase in dieser strategischen Region zu führen“, lobt Jim Rowan, Präsident und CEO von Volvo Cars (seit 2022 im Amt). Duan wird künftig dem globalen Führungskreis und dem globalen Vertriebsmanagement angehören und direkt an den China-Vorstand berichten. Sein Aufgabenbereich umfasst das gesamte End-to-End-Geschäft in Greater China – von Forschung, Produktion und Beschaffung bis hin zu Vertrieb.
Duans Werdegang: Von Mercedes-Benz zurück zu Volvo
Vor seinem Wechsel zu Volvo hatte Duan Jianjun mehr als ein Jahrzehnt bei Mercedes-Benz in China gearbeitet, zuletzt als Senior Vice President für Vertrieb und Marketing. Seine Karriere begann er in den 1990er Jahren als Wartungstechniker bei Volvo – eine Zeit, die ihm nach eigenen Angaben die Bedeutung von Sicherheit, Qualität und kundenorientierter Innovation nachhaltig eingeprägt hat.
Elektrifizierung als Schlüsselaufgabe
Der Personalwechsel fällt in eine Phase, in der Volvo seine Elektro-Offensive in China beschleunigt. Der Konzern plant, bis 2030 nur noch reine Elektroautos zu verkaufen. In China bietet Volvo bereits die Modelle XC40 Recharge, C40 Recharge sowie die vollelektrische Luxuslimousine EM90 an. 2024 verkaufte Volvo in China insgesamt rund 157.000 Fahrzeuge, davon etwa 18.000 reine Stromer – ein Anteil von rund 11,5 %. Duan steht vor der Aufgabe, die EV-Verkäufe zu steigern und gegen die starke Konkurrenz chinesischer Hersteller wie BYD, NIO und XPeng zu bestehen. Geely als Mutterkonzern unterstützt Volvo dabei mit Technologie, etwa der 800-Volt-Architektur und fortschrittlichen Fahrassistenzsystemen.
Volvo ist auch in Deutschland eine etablierte Premiummarke. 2024 wurden hier rund 35.000 Volvo-Neufahrzeuge zugelassen, darunter die vollelektrischen Modelle EX30, EX90 und EC40. Der Führungswechsel in China hat auf den deutschen Markt zunächst keine direkten Auswirkungen, unterstreicht aber die strategische Ausrichtung des Konzerns auf die Elektromobilität. Ein Marktstart neuer EV-Modelle aus chinesischer Produktion für Europa ist derzeit nicht angekündigt.

