China EV News
Zurück
BYDCarNewsChinaVon 3 Min. Lesezeit

BYD: 140.000 Bestellungen durch Blade-2.0-Engpass

BYD (比亚迪) kämpft mit Lieferengpässen bei der Blade-Batterie 2.0 – 140.000 unerfüllte Bestellungen für Schnellladermodelle. In Europa sucht BYD derweil nach Produktionspartnern.

BYD: 140.000 Bestellungen durch Blade-2.0-Engpass

BYD (比亚迪) kämpft mit Engpässen bei der Produktion der neuen Blade-Batterie der zweiten Generation. Konzernchef Wang Chuanfu räumte auf der Yangwang-Business-Research-Konferenz am 15. Mai 2025 ein, dass die Fertigungskapazitäten für Batterien knapp seien, obwohl die monatlichen Verkaufszahlen mit zusätzlichen Produktionslinien weiter steigen sollen.

Grund ist der rasante Hochlauf mehrerer neuer Schnelllademodelle (Flash-Charging), die auf die verbesserte Blade-Batterie 2.0 (LFP-Chemie mit ultrakurzer Ladezeit) setzen. BYD hat zuletzt unter anderem die Denza Z9 GT und neue Versionen des Atto 3 (Yuan Plus) mit 240-kW-Heckmotor und Schnellladefunktion auf den Markt gebracht. Auch der Fang Cheng Bao Bao 5 EV und weitere Denza-Modelle nutzen die neue Batteriegeneration.

Laut Branchenkreisen in China belasten vor allem die hohe Nachfrage nach den neuen Batteriepacks und die Ultrafast-Ladetechnik die Lieferkette. Ein in China diskutierter Livestream-Test zeigte Oberflächentemperaturen der Batterie von über 76 °C während einer Schnellladung – ein Thema, das BYD nach eigenen Angaben durch verbessertes Wärmemanagement adressiert.

Batterieversorgung unter Druck

Im April 2025 lieferte BYD 20,98 GWh an Batteriezellen aus, die kumulierte Menge seit Jahresbeginn liegt bei 81,2 GWh. Wie viel davon auf den heimischen Markt entfällt, teilte das Unternehmen nicht mit. Schätzungen aus China zufolge könnten die unerfüllten Bestellungen für Schnelllademodelle mit Blade-Batterie 2.0 die Marke von 140.000 Einheiten überschritten haben – darunter der Fang Cheng Bao Bao 5 EV und der Denza Z9 GT. BYD wollte diese Zahl nicht offiziell bestätigen.

Neben der Mengenknappheit sorgt die technische Komplexität der neuen Generation für zusätzliche Herausforderungen. Der schnelle Hochlauf der Produktion erfordert hohe Investitionen in die Fertigungsstraßen für die Blade-Batterie 2.0, die mit einer Energiedichte von über 190 Wh/kg und einer Ladezeit von 10 auf 70 Prozent in fünf Minuten beziehungsweise 10 auf 97 Prozent in neun Minuten wirbt.

Ausbau der Schnellladeinfrastruktur

Parallel zur Fahrzeugproduktion treibt BYD den Aufbau des Schnellladenetzes voran. Allein zwischen dem 7. und 14. Mai 2025 kamen 55 neue Stationen hinzu, sodass landesweit 5.979 Stationen in 312 Städten betrieben werden. Die zugehörige App hat inzwischen mehr als eine Million Nutzer. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2026 insgesamt 20.000 Schnellladestationen in China zu errichten. Im April unterzeichnete BYD zudem eine Kooperation mit dem Kartendienst AutoNavi, um die Ladestationen direkt in der Navigations-App anzuzeigen.

Europa-Pläne

Auch in Europa ist BYD aktiv: Stella Li, BYD-Vizepräsidentin, bestätigte fortlaufende Gespräche mit mehreren europäischen Automobilherstellern über die Nutzung freier Produktionskapazitäten. BYD treibt den Aufbau eigener Werke in Ungarn und der Türkei voran, gleichzeitig steigen die Exporte aus China.


BYD ist in Deutschland aktuell mit sechs Modellen vertreten: Dolphin, Atto 3, Seal, Tang, Han und der Kleinwagen Seagull (kommt 2025). Die neuen Schnelllademodelle mit Blade-Batterie 2.0 sind bislang nicht für Europa bestätigt. Sollte der Lieferengpass anhalten, könnten sich auch die geplanten Europa-Einführungen verzögern. BYD-Vertriebschefin Stella Li sucht indes nach Kooperationspartnern in Europa – auch für die Nutzung bestehender Werke.

BYDBatterieLadestationSchnellladen