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VolkswagenOFweek NEVVon 4 Min. Lesezeit

Toyota bZ7 & VW ID.ERA: Joint-Venture-EVs ab 19.500 € im Test

Toyota bZ7, VW ID.ERA 9X und GAC NX8: Drei Joint-Venture-EVs aus China zeigen, wie etablierte Hersteller aufholen. Mit Preisen ab 19.500 € und überraschend starker Fahrassistenz.

Toyota bZ7 & VW ID.ERA: Joint-Venture-EVs ab 19.500 € im Test

Toyota bZ7 (丰田bZ7), VW ID.ERA 9X und GAC NX8 (广汽NX8) – drei Fahrzeuge aus Joint Ventures zwischen chinesischen und westlichen Herstellern beweisen, dass die etablierten Namen im chinesischen E-Auto-Markt nicht aufgeben. Ein Besuch in den Ausstellungsräumen und Testfahrten offenbaren überraschend starke Qualitäten. Der Preiskampf mit den chinesischen Startups ist eröffnet.

Drei Fahrzeuge, drei Zielgruppen

Der Toyota bZ7 setzt auf Alltagstauglichkeit: niedriger Verbrauch, einfache Bedienung, robuste Verarbeitung. Das rein elektrische SUV (BEV) richtet sich an Familien, die Wert auf Zuverlässigkeit legen. Volkswagen ID.ERA 9X kommt als Flaggschiff der 350.000-Yuan-Klasse (ca. 45.500 €)* mit großzügigem Raumangebot und hochwertiger Ausstattung. GAC NX8 wiederum ist der Überraschungskandidat: für 150.000 bis 200.000 Yuan (ca. 19.500–26.000 €)* bietet er fast alles, was eine Familie braucht – günstiger als vergleichbare Modelle von NIO oder XPeng.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Innenraum und Komfort: unterschiedliche Philosophien

Der Toyota bZ7 überzeugt mit einem 5-Sitzer-Konzept, bei dem die Rücksitze neigbar sind. Kunden lobten die einfache Bedienung des Infotainments (OTA-fähig, unterstützt Xiaomi, Huawei und andere Ökosysteme). Es gibt jedoch Kritik an der Kombination von verstellbarem Panoramadach und Heckklappe – hier könnten Bedienkonflikte auftreten. Dennoch: Die Nutzer sind zufrieden, sobald sie sich daran gewöhnt haben.

Der VW ID.ERA 9X ist ein vollformatiges SUV mit Platz, der selbst den Lexus LM 900 übertrifft. Die Innenausstattung umfasst ein 8,88 Zoll digitales Kombiinstrument, ein 15,6 Zoll 2,5K-Doppeldisplay und ein 21,4 Zoll 3K-Heckdisplay. Sitzheizung, -lüftung, -massage, Drehsitze vorne, Kinderwagen-Kabinenmodus – all das ist serienmäßig. Die intelligente Fahrassistenz (ADAS) auf Basis von Momenta R7 ermöglicht punktgenaues Navigieren sowie Autobahn- und Stadtpilot (NOA).

Der GAC NX8 spielt in der Preisklasse 150.000 bis 200.000 Yuan (ca. 19.500–26.000 €) und unterbietet damit Konkurrenten wie Leapmotor C16 oder Deepal S7 deutlich. Mit einem Radstand von über 2,9 Metern bietet er großzügige Beinfreiheit im Fond und einen großen Kofferraum. Die Mittelkonsole mit zwei Displays und HUD ist hochwertig gestaltet. Serienmäßig sind AI-Assistenten auf Basis von Tencent und DeepSeek R1 sowie eine 53-Punkt-Massagefunktion mit Lüftung und Heizung – ein echtes Komfortpaket für unter 26.000 €.

Fahrdynamik: abgestimmt auf Familien

Der Toyota bZ7 fährt sich ausgesprochen ausgewogen. Die Abstimmung ist komfortabel, das Ansprechverhalten von Gas und Bremse sanft. Im Sportmodus reagiert er spürbar direkter, ohne hektisch zu wirken. Die Geräuschdämmung ist gut – vorne und hinten doppelt verglaste Seitenscheiben reduzieren Wind- und Abrollgeräusche effektiv. Lenkung und Fahrwerk sind auf Alltagskomfort getrimmt, ohne schwammig zu sein.

Der GAC NX8 ist noch weicher abgestimmt. Er gleitet sanft über Unebenheiten und filtert selbst grobe Schlaglöcher souverän heraus. Die Lenkung ist leichtgängig und präzise, die Bremsen progressiv dosierbar. Trotz einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in etwa 7 Sekunden fühlt er sich nie hektisch an – ideal für Familien mit Kindern.

Der VW ID.ERA 9X zeigt eine straffere, sportlichere Abstimmung. Das Fahrwerk vermittelt mehr Rückmeldung, der Wagen liegt satt auf der Straße. Die Lenkung ist direkt und präzise, die Bremsen greifen spontan und zuverlässig. Das Fahrwerk ist insgesamt straffer, was sich bei höheren Geschwindigkeiten positiv bemerkbar macht. Die Agilität überrascht für ein Fahrzeug dieser Größe.

Fahrassistenz: Momenta als Trumpf

Alle drei Modelle nutzen Fahrassistenzsysteme von Momenta: Toyota bZ7 und GAC NX8 setzen auf Momenta R6, der VW ID.ERA 9X auf die leistungsfähigere R7-Plattform. In der Praxis überzeugen alle drei mit präziser Verkehrszeichenerkennung, sicheren Abbiegevorgängen und souveränem Verhalten im Stadtverkehr. Der VW ID.ERA 9X glänzt besonders: Das System bewältigt selbst komplexe Kreuzungen und enge Wendemanöver weitgehend autonom. Die Rückfalllösung bei schwierigen Situationen ist sanft und vorausschauend.

Fazit: Joint Ventures sind konkurrenzfähig

Die drei Joint-Venture-EVs zeigen, dass etablierte Hersteller Chinas E-Auto-Markt nicht kampflos den Startups überlassen. Der Toyota bZ7 punkte mit Alltagstauglichkeit und Zuverlässigkeit, der VW ID.ERA 9X mit Premium-Qualität und Fahrassistenz, der GAC NX8 mit unschlagbarem Preis-Leistungs-Verhältnis. Gemeinsam haben sie: durchdachte Familienorientierung, hohen Komfort und keine Kinderkrankheiten. Die chinesischen Kunden nehmen sie an – die Zukunft dieser Kooperationen sieht vielversprechend aus.


Keine dieser Baureihen ist aktuell für den europäischen Markt bestätigt. Volkswagen prüft jedoch die Markteinführung des ID.ERA 9X in Europa, Toyota dürfte den bZ7 als globales Modell betrachten. Ein Export nach Deutschland ist frühestens ab 2026 denkbar.

VolkswagenZoll