BYD: Assistierte Fahrt senkt Unfallrate auf ein Sechstel
BYD (比亚迪) hat auf der 13. Intelligent Connected Vehicle Technology Conference in Shanghai am 21. Mai 2026 beeindruckende Sicherheitsdaten seiner Fahrassistenzsysteme vorgestellt. Nach Angaben des Konzerns sind die L2-Assistenzsysteme inzwischen in über 60 Modellen und knapp drei Millionen Fahrzeugen verbaut. Die Rate schwerer Unfälle mit Airbag-Auslösung pro zehn Millionen Kilometer sei auf ein Sechstel des Niveaus menschlicher Fahrer gesunken – das teilte Yang Dongsheng, Senior Vice President und Leiter des Instituts für neue Automobiltechnologien, mit.
Großflächiger Einsatz
Den Angaben zufolge bietet BYD seit Anfang 2025 nahezu flächendeckend L2-Fahrassistenz in seiner gesamten Pkw-Palette an. Die Aktivierungsrate der Navigation unterstützten Assistenz liege bei über 50 Prozent, die Nutzung des Parkassistenten sogar bei 86 Prozent. Besonders auffällig: Parkschäden und kleine Kollisionen seien mit BYDs Parkassistenz auf etwa ein Fünfzigstel des Niveaus menschlicher Fahrer gesunken. Das System trägt den Namen „God’s Eye“ („Auge Gottes“) und wird seit Juli 2025 mit einer Garantie für das Einparken angeboten. Am 28. Mai 2026 wird BYD eine neue Strategieveranstaltung zum intelligenten Fahren abhalten, bei der eine breitere Einführung weiterer „God’s Eye“-Versionen erwartet wird.
Xuanji-Architektur und KI
Yang führte die hohe Systemintegration auf BYDs hauseigene Xuanji-Architektur zurück, die elektronische Architektur und Elektrifizierungssysteme auf einer einheitlichen Plattform vereint. BYD nutzt cloudbasierte Weltmodelle und bestärkendes Lernen (Reinforcement Learning) für das Training seltener Grenzfälle (Long-Tail-Simulation). Täglich würden 190 Millionen Kilometer Fahrdaten generiert, die eine Algorithmus-Aktualisierung alle drei Tage ermöglichen. Auf der Fahrzeugseite kommen physikalische KI-Modelle zum Einsatz, die prädiktive Fahrfunktionen und defensive Reaktionsberechnungen durchführen. BYD kombiniert dabei visuelle Occupancy-Netze mit lidarbasierter Occupancy-Erkennung – selbst schwebende oder hohle Hindernisse beim Einparken werden zuverlässig erkannt.
Extremsituationen und Stabilität
Die Präsentation widmete sich auch der Entwicklung für Extremsituationen wie Hochgeschwindigkeits-Reifenplatzer, Regen, Schnee und rutschige Fahrbahnen. Laut Yang kann die integrierte intelligente Elektroplattform ein Fahrzeug innerhalb von 200 Millisekunden stabilisieren, indem sie koordiniert auf Motor und Fahrwerk zugreift. Reifenplatzer-Tests führte BYD eigenen Angaben zufolge bei über 200 km/h durch – mit Erfolg. Das Unternehmen betreibt zudem eigene Teststrecken für Park- und Fahrassistenz-Systeme, um Simulation und reale Erprobung zu kombinieren.
Ausblick auf neue Modelle
Parallel zu den Sicherheitsdaten bestätigte BYD die Einführung weiterer Modelle mit intelligenter Fahrtechnologie. Der überarbeitete BYD Atto 3, der diese Woche in China vorgestellt wurde, erhält eine zusätzliche Reichweite von 120 km (CLTC) – entspricht ca. 100 km (WLTP-Schätzwert)* – sowie eine Schnellladefunktion (Flash-Charging). Die Limousine BYD Seal 08 soll im zweiten Quartal 2026 mit Hinterachslenkung und ebenfalls Flash-Charging auf den Markt kommen. Im April 2026 verkaufte BYD weltweit 314.100 elektrifizierte Fahrzeuge – ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber März, aber ein Rückgang von 15,7 Prozent im Vorjahresvergleich.
Anmerkung: CLTC (chinesischer Verbrauchszyklus) liegt typischerweise 10–15 % über dem europäischen WLTP-Normverbrauch.
In Deutschland
BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten. Aktuelle Modelle in Deutschland: Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han.
BYD ist seit 2022 auf dem deutschen Markt aktiv und baut sein Händlernetz kontinuierlich aus.

