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AvatrD1EVVon 5 Min. Lesezeit

10.000-Euro-Auto gegen 30.000-Euro-Flaggschiffe im ADAS-Duell

Vier chinesische Elektroautos – XPeng, AVATR, GAC Aion und Changan – treten am 28. Mai in Peking zu einem ADAS-Vergleich an. Der Preisunterschied beträgt bis zu 1:3. Kann günstige Technologie mit High-End-Systemen mithalten?

10.000-Euro-Auto gegen 30.000-Euro-Flaggschiffe im ADAS-Duell

10.000-Euro-Auto gegen 30.000-Euro-Flaggschiffe im ADAS-Duell

Am 28. Mai startet in Peking die erste Runde der „Teufelsstrecken-Herausforderung für intelligentes Fahren". Vier Kandidaten treten an: zwei Vollversionen (AVATR 12 mit Huawei ADS 4.1.5 und XPeng P7 Ultra mit XOS 6.2.0.8909) sowie zwei Mittelklasse-Überraschungskandidaten (GAC Aion N60 mit AEP 2.0.0.0 und Changan Deepal L06 mit OS 3.6.1). Die Auswahl folgt zwei Zielen: Erstens sollen Vorwürfe aus der Community geklärt werden, wonach die Tests von Bosch und WeRide dominiert wurden. Zweitens repräsentieren die vier Fahrzeuge vier führende Technologieansätze des chinesischen ADAS-Marktes 2026: Huawei Qiankun, XPengs Eigenentwicklung, WeRide und Horizon.

Die Preisklassen: 10.000 gegen 30.000 Euro Die Preisunterschiede sind enorm:

  • GAC Aion N60: ca. 100.000 Yuan (ca. 12.800 €)*
  • Changan Deepal L06: ca. 130.000 Yuan (ca. 16.600 €)*
  • XPeng P7 Ultra: ca. 300.000 Yuan (ca. 38.400 €)*
  • AVATR 12: ca. 300.000 Yuan (ca. 38.400 €)* *Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Die Aion N60 und Deepal L06 vertreten die „Demokratisierung der Technologie" und bringen Lidar sowie Ende-zu-Ende-Modelle in die 10.000-Euro-Klasse. Die Frage ist: Kann ein Fahrzeug für 12.800 € mit einem 38.400 € teuren Modell mithalten?

Abmessungen: Große Autos im Vorteil oder im Nachteil? Die Pekinger Teufelsstrecke umfasst extrem enge Straßen, gemischten Verkehr und versteckte unregelmäßige Kreuzungen. Die Fahrzeuggröße beeinflusst die Durchfahrbarkeit direkt: Der Aion N60 ist mit 4.615 mm Länge und 1.860 mm Breite der kürzeste und schmalste – wendig und leicht zu wenden. Der Deepal L06 ist mit 4.740 mm und 1.910 mm ein Kompromiss. Der XPeng P7 Ultra (4.880 mm, 1.900 mm) und der AVATR 12 (5.020 mm, 1.990 mm) sind Fünf-Meter-Limousinen, die auf engen Straßen deutlich mehr Mühe haben. Gewinnt ein großes Auto, ist die ADAS-Leistung umso beeindruckender, da mehr physische Hindernisse überwunden werden müssen.

Lidar: 896 Zeilen vs. 192 Zeilen vs. 128 Zeilen Der AVATR 12 führt mit vier Lidar-Sensoren und einem 896-Linien-Hauptlidar – das Siebenfache des Deepal L06 und das 4,7-Fache des Aion N60. Er kann auf 120 Meter Entfernung Hindernisse von nur 14 cm Höhe erkennen, besonders bei Nacht und Nebel. Der Aion N60 hat einen 192-Linien-Lidar, was in seiner Preisklasse eine Ausnahme ist. Der Deepal L06 verwendet einen 128-Linien-Lidar (Branchenstandard). Der XPeng P7 Ultra setzt auf eine rein kamerabasierte Lösung (Vision only) ohne Lidar. Entscheidend ist, ob die 896 Zeilen am Tag einen nachweisbaren Vorteil bringen.

Rechenleistung: 2.250 TOPS vs. 100 TOPS Der XPeng P7 Ultra dominiert mit 2.250 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) von drei hauseigenen Turing-Chips – 5,6-mal mehr als der AVATR 12 (400 TOPS), 8,8-mal mehr als der Deepal L06 (256 TOPS) und 11,25-mal mehr als der Aion N60 (100 TOPS). Der XPeng betreibt ein Vision-Language-Action (VLA)-End-to-End-Modell, das visuelle Wahrnehmung mit semantischem Verständnis und Handlungsplanung kombiniert. Der Aion N60 gibt trotz niedriger nomineller Rechenleistung durch Algorithmus-Optimierung von Qualcomm eine effektive Sparse-Leistung von 200 TOPS an. Die Frage ist: Kann die 20-fache Rechenleistung des XPeng in weniger Fahrereingriffen resultieren?

Vier Technologiephilosophien im direkten Vergleich

  • AVATR 12: Hardware-Redundanz – 4 Lidar, 896 Zeilen, 400 TOPS, maximale Sicherheit in Extremsituationen.
  • XPeng P7 Ultra: Algorithmus-getrieben – 2.250 TOPS, VLA-Modell, versucht Hardware-Nachteile durch stärkere „Intelligenz" auszugleichen.
  • GAC Aion N60: L4-Abwurf – nutzt einen von WeRide abgeleiteten Algorithmus, der bereits in chinesischen Stadtvierteln null Eingriffe erreicht hat. Kombiniert mit 192-Linien-Lidar und kompakter Karosserie.
  • Changan Deepal L06: Demokratisierung plus Fahrwerk – magnetorheologisches Fahrwerk (ähnlich magnetischer Dämpfung) gepaart mit 128-Linien-Lidar und 256 TOPS, versucht Fahrkomfort und Agilität zu vereinen.

Weitere Ausstattungshighlights Der AVATR 12 verfügt über eine magnetorheologische Dämpfung (wie Ferrari, tausend Anpassungen pro Sekunde) und beschleunigt in 2,9 s auf 100 km/h. Der XPeng P7 Ultra bietet einen weltweit ersten Nassboden-AES und erreicht 90 km/h im Ausweichtest. Der Deepal L06 erreicht 85,6 km/h im Ausweichtest bei komfortabler Abstimmung. Der Aion N60 setzt auf Entscheidungsstabilität durch den L4-Algorithmus – bereits in schwierigen Szenarien wie engen Gassen und gemischtem Verkehr getestet.

Prognose: Favorit und Überraschungskandidaten

  • Favorit: AVATR 12 – die Sensorüberlegenheit von 896 Zeilen und 4 Lidars sollte theoretisch dominieren. Einziges Fragezeichen: die 5-Meter-Karosserie auf engen Straßen.
  • Größter Herausforderer: XPeng P7 Ultra – die 2.250 TOPS und das VLA-Modell könnten durch intelligente Algorithmen die Größe kompensieren.
  • Größte Wundertüte: GAC Aion N60 – kompakte Abmessungen, L4-Algorithmus mit Praxiserfahrung, könnte mit wenigsten Eingriffen punkten und das Dogma „teuer = besser" widerlegen.
  • Größtes Fragezeichen: Changan Deepal L06 – mittelmäßige Hardware, aber mit dem magnetorheologischen Fahrwerk und optimiertem OS könnte es die 13.000-Euro-Klasse überraschen.

Fazit Am 28. Mai wird auf der anspruchsvollsten Strecke Pekings zur verkehrsreichsten Zeit getestet. Die vier Fahrzeuge repräsentieren die vier Koordinaten des chinesischen ADAS-Marktes 2026: Hardware-Krone (AVATR), Rechenmonster (XPeng), L4-Abwurf (Aion) und Preis-Leistungs-Held (Deepal). Die Kernfrage: Wie stark hängt die ADAS-Leistung von Preis, Rechenleistung und Lidar-Linien ab? Die Antwort gibt es am 28. Mai.


Keines der vier Modelle ist derzeit offiziell in Deutschland erhältlich. XPeng vertreibt in Europa nur das SUV G9 und die Limousine P7i. AVATR, GAC Aion und Changan Deepal haben noch keine konkreten Europapläne bekannt gegeben. Die Ergebnisse des Tests könnten jedoch international auf Interesse stoßen und die Wahrnehmung chinesischer ADAS-Technologie beeinflussen.

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