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BYDD1EVVon 3 Min. Lesezeit

RoboSense: 330.000 Lidar-Sensoren – Robotik überholt Fahrassistenz

Der Lidar-Spezialist RoboSense (速腾聚创) steigert den Umsatz im ersten Quartal 2025 um 40 %. Roboter-Lidar überholt erstmals die ADAS-Sparte – angetrieben durch Rasenmäher-Roboter.

RoboSense: 330.000 Lidar-Sensoren – Robotik überholt Fahrassistenz

RoboSense: 330.000 Lidar-Sensoren – Robotik überholt Fahrassistenz

Während Lidar für Fahrassistenzsysteme noch um die 15-Prozent-Durchdringungsrate kämpft, hat die Robotik-Sparte das Wachstum übernommen. RoboSense (速腾聚创) präsentierte am 27. Mai seine Quartalszahlen: Im ersten Quartal 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 460 Millionen Yuan (ca. 58,9 Mio. €, gerundet auf 100 €) – ein Plus von 40 % zum Vorjahresquartal. Die ausgelieferten Lidar-Sensoren stiegen um 204,1 % auf 330.300 Einheiten.

Besonders bemerkenswert: Der Robotik-Bereich verkaufte 185.500 Lidar-Einheiten – ein Anstieg um 1458,8 %. Damit stieg der Anteil am Gesamtvolumen von 11 % im Vorjahr auf 56 % und übertraf erstmals die ADAS-Abteilung (Fahrassistenz). Dieser Strukturwandel zeigt, wie die Branche nach einer zweiten Säule sucht.

Rasenmäher-Roboter als Wachstumstreiber

Der Boom kommt vor allem von Rasenmäher-Robotern. RoboSense liefert an neun der zehn weltweit größten Hersteller in diesem Segment und ist damit Marktführer. Die Zusammenarbeit mit Roborock (石头科技) wurde für die nächste Produktgeneration vertieft, die Partnerschaft mit Segway-Ninebots Tochter Weilan Continent (未岚大陆) auf strategische Ebene gehoben.

Allerdings ist der Markt saisonal und in Europa bereits hart umkämpft. RoboSense muss sein standardisiertes Lidar-Modul für andere Robotik-Anwendungen wie Lieferroboter oder humanoide Roboter skalieren. Die Herausforderung: In der stark fragmentierten Robotik-Welt variieren Leistungsanforderungen und Kostenlimits enorm.

ADAS-Geschäft: BYD als Schlüsselkunde

Das ADAS-Kerngeschäft zeigte sich im ersten Quartal verhaltener: 144.800 ausgelieferte Lidar-Sensoren. Der Auftragsbestand ist jedoch dick: Über 900.000 Einheiten sind von 36 OEMs und Tier-1-Zulieferern für 177 Modelle fest eingeplant. In der Kundenliste stehen BYD (比亚迪), Geely, SAIC und Nissan. Neue Modellserien sollen ab dem zweiten Quartal in die Serienproduktion gehen. Auf der diesjährigen Peking Auto Show (April 2025) belegte RoboSense erneut Platz eins bei „zuliefernden Marken und Modellen".

Der typische Zyklus von Design-Win bis Serienproduktion beträgt 12 bis 18 Monate – die großen Auslieferungen werden für die zweite Jahreshälfte erwartet.

Zwei neue Chips für Auto und Roboter

RoboSense setzt auf selbst entwickelte SPAD-SoC-Chips, um beide Sparten mit einer einheitlichen Technologiebasis zu bedienen. Am 21. April stellte das Unternehmen die Chips „Phönix" und „Pfau" vor:

  • Phönix: Ursprünglich 2.160 Zeilen, Zielgruppe High-End-Fahrassistenz (autonomes Fahren Stufe 3). Ein erstes Hochleistungs-Lidar mit diesem Chip hat bereits einen Serienauftrag von einem führenden OEM erhalten, Markteinführung noch 2025.
  • Pfau: Hochauflösender Großflächensensor, speziell für Robotik-Anwendungen optimiert (klein, sparsam, massenproduzierbar). Erste Kleinserien sind ausgeliefert, Serienproduktion ab drittem Quartal 2025.

Die E-Plattform mit integriertem SPAD-SoC-Chip hat bereits über 300.000 Festkörper-Lidare ausgeliefert, vor allem in Rasenmäher-Robotern. Das zeigt, dass die Chip-Strategie funktioniert. Allerdings liegt die eigentliche Bewährungsprobe in der Automobilindustrie: Der „Phönix"-Chip muss strenge Fahrzeugzulassungen und Integrationstests bestehen.

Insgesamt zeichnet RoboSense einen klaren Wandel vom reinen Fahrzeug-Lidar-Lieferanten zum Dual-Player in Automotive und Robotik. Der Robotik-Boom liefert eine zweite Umsatzsäule, aber die Volatilität des Consumer-Robotik-Marktes und neue Wettbewerber bleiben Risiken.


RoboSense beliefert weltweit Automobilhersteller und Robotik-Unternehmen. Für den deutschen Markt ist das Unternehmen vor allem als Zulieferer von Geely (z. B. Zeekr) und Nissan relevant. Eine direkte Vermarktung eigener Produkte an Endkunden in Europa ist nicht bekannt.

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