XPeng GX startet ab 38.400 €: SUV mit paralleler L2/L4-Entwicklung
Markteinführung des XPeng GX: Oberklasse-Features zum Mittelklassepreis
Am 21. Mai 2026 brachte XPeng (小鹏) den neuen XPeng GX auf den chinesischen Markt. Das vollelektrische Large-SUV, das das Unternehmen selbst als „Fahrzeug der Oberklasse zum Preis der Mittelklasse“ positioniert, kostet ab ca. 38.400 € (ca. 300.000 Yuan)*. In der ersten Nacht nach dem Marktstart übertrafen die Bestellzahlen laut Unternehmensangaben die Erwartungen.
„Wir sehen diesen intensiven Wettbewerb als Chance“, erklärte Chairman He Xiaopeng auf einer Pressekonferenz am Tag nach der Premiere. Gemeinsam mit ADAS-Chef Liu Xianming und Produktmarketing-Leiter Wu Anfei skizzierte er XPengs Vision von der Mobilität der Zukunft. Der XPeng GX ist das weltweit erste Serienfahrzeug, das Fahrassistenzsysteme der Stufe 2 und Stufe 4 (SAE-Klassifikation) parallel entwickelt. He Xiaopeng bezeichnet das Modell als „Startpunkt auf dem Weg vom überwachten L4 zum unüberwachten L4“. Zudem dient es als Plattform für zukünftige Technologien wie Steer-by-Wire-Fahrwerk und vollaktive Fahrwerke.
„Die eigentliche Revolution wird der Sprung vom iPhone zum iPhone 4 sein – also dann, wenn L4-Fähigkeiten die Abdeckung von heute gut 50 auf über 90 Prozent der zurückgelegten Kilometer steigern. Wenn viele Fahrer sagen: Diesen Monat hatte ich gar nicht mehr das Lenkrad in der Hand – dann sind wir auf der nächsten Stufe“, so He Xiaopeng.
Technische Daten des XPeng GX
Das SUV ist auf folgende Kern-Technologien ausgelegt:
- Antrieb: Doppelmotor-Allradantrieb (AWD)
- Leistung: max. 500 kW / 680 PS (vorläufige Werte)
- Reichweite: ca. 700 km (CLTC) — entspricht ca. 595 km (WLTP-Schätzwert)*
- Ladeleistung: 800-Volt-Architektur, Schnellladung bis zu 300 kW (DC)
- Fahrwerk: Steer-by-Wire (drahtgesteuertes Fahrwerk) + vollaktive Federung (optional)
- Assistenzsysteme: Parallele Entwicklung von L2-ADAS (z. B. Autobahn- und Stadtpilot) und L4-Robotaxi-Funktionalität
*CLTC (chinesischer Verbrauchszyklus) ist typischerweise 10–15 % optimistischer als WLTP. Die WLTP-Schätzung basiert auf einem Umrechnungsfaktor von 0,85.
Wettbewerb mit Tesla FSD und globale Pläne
XPeng bereitet sich auf den Wettbewerb mit Tesla Full Self-Driving vor, das kürzlich in China und weiteren Ländern verfügbar wurde. „Die Einführung von FSD in China ist eine gute Sache – der Markt braucht einen fairen Vergleich“, so Liu Xianming. „Wir haben Stärken und Schwächen. Wir beherrschen enge Gassen und andere für China typische Verkehrssituationen, während Tesla bei der globalen Datenbasis und Hardware-Integration Vorteile hat. Wir begrüßen den direkten Vergleich, da er den gesamten Fortschritt beschleunigt.“
He Xiaopeng ergänzte: „Unser Ziel ist die ganzheitliche Exzellenz. Ein Flaggschiff wie der GX muss nicht nur technisch und im Design überzeugen, sondern auch in der Qualität. Wir wollen in allen Bereichen 80 von 100 Punkten erreichen – und in den Kernbereichen 95. Preis ist ein Faktor, aber das Fahrerlebnis ist entscheidend. Ich bin überzeugt, dass der GX durch seine haptische und fahrdynamische Qualität überzeugt.“
L2- und L4-Entwicklung: Gemeinsame technologische Basis
Liu Xianming erläuterte den strategischen Ansatz: „L2 und L4 nutzen heute eine zunehmend vereinheitlichte Technologiebasis. Der größte Unterschied liegt im Datenvolumen. Unser Vorteil als Hersteller ist, dass wir reale Daten aus einer riesigen Flotte mit unterschiedlichen Fahrprofilen sammeln können – ohne aufwändige Simulationen. Ein reiner L4-Anbieter kann seine Systeme nicht einfach auf L2 herunterbrechen, weil diese auf einen festgelegten Einsatzbereich ausgelegt sind. Wir hingegen gestalten die Systeme von Grund auf für eine breite Anwendung, inklusive aller schwierigen Randfälle auf chinesischen Straßen.“
Auf die Frage nach L4-Robotaxis antwortete He Xiaopeng: „Ich bin kurzfristig neutral, langfristig sehr optimistisch. Viele veröffentlichte L4-Daten der Branche sind irreführend – sie basieren auf einfachen Wiederholungen in begrenzten Szenarien. Wir setzen auf überwachtes L4 als Vorstufe. Wenn wir jährlich eine Million Fahrzeuge mit überwachtem L4 verkaufen, davon nur ein Prozent mit unüberwachtem L4, sind das 10.000 Fahrzeuge – weit mehr als die derzeitige gesamte Robotaxi-Flotte. Das ist der für uns relevante Maßstab. Unbeaufsichtigte L4-Systeme werden zuerst außerhalb Chinas starten, aber langfristig parallel laufen.“
Globale Expansion: Europa und der deutsche Markt
Der XPeng GX ist von Grund auf für internationale Märkte entwickelt, anders als frühere Modelle, die nachträglich für Europa adaptiert wurden. Laut He Xiaopeng: „Alle künftigen XPeng-Modelle, beginnend mit dem GX, sind ‚world-first‘ konzipiert – in Hardware und Software. Die Datenverarbeitung erfolgt weitgehend fahrzeugseitig, nicht in der Cloud – das ist essenziell für die globale Zulassung. Der GX wird ab Mitte 2026 schrittweise in die Märkte des Nahen Ostens, Europas und Asiens eingeführt. Spezifische Termine für den deutschen Markt stehen noch nicht fest, die Expansion soll aber in der zweiten Jahreshälfte 2026 anlaufen. Wir sind zuversichtlich, damit den Absatz und die Profitabilität in Europa signifikant zu steigern.“
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Der XPeng GX ist ab ca. 38.400 € in China auf dem Markt. Eine Europaeinführung ist angekündigt: Naher Osten ab Mitte 2026, sukzessive Expansion in weitere Länder folgt. Ein verbindliches Datum für den Deutschlandstart steht noch nicht fest; nach derzeitigem Stand ist frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2026 mit der Markteinführung zu rechnen.


