XPeng MONA L03: 620 km Reichweite, Europa-Premiere am 16. Juli
Mit der MONA L03 präsentiert XPeng (小鹏) sein erstes von Grund auf für den Weltmarkt konzipiertes Elektroauto. Die Vorstellung und der Vorverkaufsstart fanden am 2. Juli 2025 in Peking statt; die offizielle globale Markteinführung ist für den 16. Juli 2025 in München geplant. In China beginnt der Preis bei ca. 15.300 € (ca. 119.900 Yuan)* für die Basisversion; das Topmodell kostet ca. 20.500 € (ca. 159.900 Yuan). Die Produktion läuft bereits in China, erste Auslieferungen in Europa werden ab 2026 erwartet.
*Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Junge Zielgruppe – „junge Leute bauen sich ihr Auto selbst"
Produktchef Yang Guang betont, das Team habe die Wünsche der Zielgruppe direkt in Funktionen übersetzt: „Wir haben unsere eigenen Hobbys wie Camping, Surfen oder Skifahren in die Technik einfließen lassen." Statt belehrender „Jugendlichkeit" setze man auf Authentizität. Viele kleine, skurrile Zusatzfunktionen – sogenannte Easter Eggs – blieben erhalten, auch wenn sie keinen direkten Nutzen hätten.
Technische Daten der XPeng MONA L03
Die Limousine (ca. 4,70 m lang, Radstand ca. 2,82 m) wird in zwei Leistungsstufen angeboten:
- Motorleistung: 140 kW (ca. 190 PS) bzw. 160 kW (ca. 218 PS) – Hinterradantrieb
- Batteriekapazität: 51,8 kWh (Standard) oder 62,2 kWh (Large)
- Reichweite: 520 km bzw. 620 km (CLTC – chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP) – entspricht ca. 440 km bzw. 530 km (WLTP-Schätzwert)
- Ladeleistung: bis zu 150 kW (DC); 10–80 % in ca. 30 Minuten
- Anhängelast: nicht explizit genannt, für Europa-Version erwartet: bis 750 kg (gebremst)
Zum Vergleich: Die MONA L03 platziert sich preislich und von den Abmessungen her zwischen einem VW ID.3 und Tesla Model 3 – bei deutlich günstigerem Einstiegspreis.
KI als Herzstück: Von Software bis Fahrwerk
CEO He Xiaopeng erklärte, KI durchdringe das gesamte Unternehmen – von der Konstruktion über Simulation bis zur aktiven Geräuschunterdrückung, KI-Fahrwerk und KI-Musik. Der Konzern entwickelt eigene Chips, Betriebssysteme und das KI-Modell VLA (Vision Language Action Model) für automatisiertes Fahren. „In den nächsten zehn Jahren wird jedes Auto zu einem vierrädrigen Roboter", so He. VLA soll ab August 2025 in verschiedenen Ländern getestet werden und ab dem ersten Quartal 2026 schrittweise in Märkten außerhalb Chinas verfügbar sein.
Globale Strategie: 30 bis 40 Prozent Auslandsanteil
Die MONA L03 ist das erste Modell, das von Beginn an für 60 Länder entwickelt wurde – mit entsprechend angepasstem Fahrwerk, Lenkung und Bremsen. Derzeit erzielt XPeng rund 20 Prozent seines Absatzes im Ausland; langfristig soll die Hälfte aus Übersee kommen. Für die L03 peilt das Unternehmen im ersten Jahr einen Exportanteil von 30 bis 40 Prozent an. In Europa wächst XPeng derzeit mit über 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Autonomes Fahren: UN-Regulierung ebnet den Weg
Ein wichtiger Meilenstein: Die Vereinten Nationen haben kürzlich ein globales Regelwerk für die Stufen L2 bis L5 des automatisierten Fahrens verabschiedet, das ab Dezember 2025 weltweit gilt. XPeng CEO He Xiaopeng begrüßt den Schritt: „Das schafft einen einheitlichen Rechtsrahmen – ein riesiger Vorteil für uns, da wir bereits in vielen Märkten aktiv sind." XPeng ist Mitglied des UN-Gremiums für Verkehrsregulierung und drängt auf eine Beschleunigung: „Ich hoffe, dass wir in drei bis fünf Jahren nicht nur L4, sondern auch L5 sehen werden."
Familien-Design vs. eigenständige Linien
Auf die Frage nach einer einheitlichen Designsprache für die Marke antwortete He Xiaopeng: „Ich will keine reine Modulbauweise – die führt nur zu ,Umbauten' oder ,gleichen Kleidern'. Wir suchen den goldenen Mittelweg: Jede Baureihe (MONA, P-Serie, G-Serie) behält ihren eigenen Charakter, teilt sich aber gemeinsame Qualitätsstandards und Schlüsseltechnologien." So soll die MONA L03 jüngere Käufer ansprechen, während P- und G-Serie erfahrenere Familienkunden bedienen.
XPeng ist in Deutschland noch nicht offiziell vertreten, aber in mehreren europäischen Ländern aktiv: Norwegen, Schweden, Dänemark, Niederlande und Frankreich. Die MONA L03 soll nach der Europa-Premiere in München (16. Juli 2025) schrittweise in weiteren EU-Märkten eingeführt werden. Ein konkreter Marktstarttermin für Deutschland steht noch nicht fest; Branchenbeobachter rechnen mit einer Verfügbarkeit ab Mitte 2026.

