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ZeekrCarNewsChinaVon 4 Min. Lesezeit

Zeekr 8X: 885 PS Hybrid-SUV ab 42.200 € – Europa ab Ende 2026

Zeekr (极氪) bringt mit dem 8X ein großes Plug-in-Hybrid-SUV mit bis zu 1.381 PS. Der Testwagen Ultra Plus leistet 885 PS, bietet 900-Volt-Architektur und 410 km elektrische Reichweite. Europa-Start nach dem 9X für Ende 2026 angekündigt.

Zeekr 8X: 885 PS Hybrid-SUV ab 42.200 € – Europa ab Ende 2026

Zeekr 8X: 885 PS Hybrid-SUV ab 42.200 € – Europa ab Ende 2026

Während die meisten chinesischen SUVs als „mobile Lounge" antreten, geht Zeekr (极氪) mit dem 8X einen anderen Weg: Der Fokus liegt auf Fahrwerk, Fahrdynamik und Rückmeldung an den Fahrer. Bereits 30 Minuten nach Vorverkaufsstart gingen 10.000 Bestellungen ein. Die Topversion Yao Ying bringt es auf 1.381 PS. Getestet wurde die Ausführung Ultra Plus mit 660 kW (885 PS) zum Preis von ca. 51.200 € (ca. 399.800 Yuan). Die Basisversion startet bei ca. 42.200 € (ca. 329.800 Yuan). Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Exterieur: Aktive Kühlung und Dach-Lidar

Mit 5.100 mm Länge und 3.069 mm Radstand liegt der Zeekr 8X auf BMW-X5-Niveau. Der verlängerte Vorderüberhang nimmt den 2,0-Liter-Turbobenziner auf. Aktive Kühlergrill-Jalousien in oberen und unteren Lufteinlässen schließen sich bei geringer Kühlanforderung und senken Luftwiderstand und Windgeräusche. Die Matrix-LED-Scheinwerfer sind mehrteilig. Auffällig: ein einzelner Lidar-Sensor auf dem Dach – keine weiteren Lidar-Einheiten in dieser Konfiguration. Zeekr setzt auf konventionelle Türgriffe statt versenkbarer Mechanik, was die Zuverlässigkeit erhöht. Die Luftfederung hebt das Fahrzeug im Geländemodus um bis zu 5 cm an und senkt es bei hohem Tempo um etwa 3 cm ab. 22-Zoll-Räder mit 275er-Breifen verbessern die Seitenführung, erhöhen aber Rollwiderstand und Abrollgeräusche.

Interieur: Zwei Bildschirme, physische Taster und Kühlbox

Das Cockpit zeigt einen zentralen Infotainment-Bildschirm sowie einen separaten Screen für den Beifahrer. Wichtige Funktionen wie Fahrmodus und Dämpferregelung lassen sich über physische Taster bedienen – ein Plus für die Bedienung während der Fahrt. Die Materialien sind hochwertig: weiche Oberflächen an Armaturenbrett und Türen, Echtholz an den Türinserts, Alcantara am Dachhimmel. Die Holzmaserung ist durchgängig gemustert. Einzig die Ambientebeleuchtung wirkt mit sichtbaren Lichtpunkten statt durchgehendem Band etwas uneinheitlich.

Sitzverstellung, -heizung, -lüftung und Memory sind in den Türtafeln integriert. Die Vordersitze bieten moderaten Seitenhalt. Im Fond gibt es elektrisch verstellbare Sitze, Klapptische und eine kompressorbetriebene Kühlbox in der Mittelkonsole. Ein zweiter hinterer Bedienbildschirm ist vorhanden, dessen Funktionsüberlappung mit dem Hauptsystem den praktischen Nutzen jedoch mindert.

Fahreindruck: 900-Volt-Plattform mit 3,7 Sekunden auf 100 km/h

Der Zeekr 8X Ultra Plus basiert auf der SEA-S-Plattform (Haohan-S). Der Antrieb kombiniert einen 2,0-Liter-Turbobenziner mit 205 kW und zwei E-Motoren zu einer Systemleistung von 660 kW (885 PS). Ein 70-kWh-Akku mit 900-Volt-Architektur ermöglicht 6C-Laden: 20–80 % in etwa 9 Minuten unter Idealbedingungen. Die elektrische Reichweite beträgt 410 km (CLTC) – entspricht ca. 349 km (WLTP-Schätzwert)*. Die Gesamtreichweite hängt vom Fahrprofil ab. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in etwa 3,7 Sekunden. Der Antritt ist sofort, aber kontrolliert linear, ohne abrupte Drehmomentspitzen. CLTC (chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP)

Das Fahrwerk besteht aus Doppelquerlenkern vorn und Mehrlenkerachse hinten, kombiniert mit Zweikammer-Luftfedern und kontinuierlich verstellbaren Dämpfern. Im Standardmodus federt der Wagen komfortabel, im Sportmodus sinkt die Karosserie und die Dämpfung wird straffer. Die elektronische Wankstabilisierung reduziert die Seitenneigung in Kurven und erlaubt bei wenig Traktion mehr Radverschränkung. Die Lenkung fällt für die Fahrzeuggröße direkt aus. Nachteil: Keine Hinterachslenkung, daher ein größerer Wendekreis als bei manchen Konkurrenten.

Zwei technische Einschränkungen fielen auf: Die Abrollgeräusche der 275er-Breifen auf 22-Zoll-Felgen dominieren bei Autobahntempo das Innengeräusch. Zudem überträgt die Hinterachse über unebenen Untergrund schärfere vertikale Stöße als die Vorderachse – ein Hinweis auf unterschiedliche Dämpferabstimmung zwischen den Achsen.

Assistenzsysteme: Lidar-basiert mit Potenzial nach oben

Der getestete Ultra Plus nutzt ein Fahrassistenzsystem mit einem Dach-Lidar, Kameras und Radar. Auf der Autobahn arbeiteten Spurhalte- und adaptive Geschwindigkeitsregelung zuverlässig ohne abrupte Eingriffe. Höherwertige Ausstattungen im Zeekr 8X bieten mehr Sensoren und bis zu 1.400 TOPS Rechenleistung – diese waren im Testfahrzeug nicht verbaut.

Fazit: Sportliches Hybrid-SUV mit Nischenpositionierung

Der Zeekr 8X Ultra Plus positioniert sich in einem Segment mit Li Auto L7, AITO M7 und BMW X5 Plug-in-Hybrid. Seine Differenzierungsmerkmale sind die 900-Volt-Architektur, die hohe Systemleistung von 660 kW und die aktive Wankstabilisierung. Der Li Auto L7 setzt auf Effizienz und Raum, der AITO M7 auf Software-Integration. Der BMW X5 Plug-in-Hybrid bietet etablierte Fahrwerksqualität, erreicht aber nicht die elektrischen Leistungsdaten des Zeekr.

Ab ca. 42.200 € (ca. 329.800 Yuan) ist der Zeekr 8X eines der wenigen großen SUVs in seiner Preisklasse, das eine 900-Volt-Plattform, 660 kW Doppelmotor-Leistung und ein aktives Wankstabilisierungssystem in einem parallelen Hybridantriebsstrang vereint. Zeekr verkaufte im ersten Quartal 2026 laut China EV DataTracker 59.466 Fahrzeuge – ein Plus von 48,3 Prozent zum Vorjahr. Der 8X soll als Volumenstabilisator in der Marke dienen, besonders im Wettbewerb um die 55.000-Euro-Preisklasse.


Zeekr plant den 8X nach dem 9X auf dem europäischen Markt einzuführen. Ein konkreter Starttermin für Deutschland steht noch nicht fest (Stand: Mai 2026). Der Europa-Einstieg wird für Ende 2026 erwartet.


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