BYD lotet Formel-1-Einstieg aus – Treffen in Monaco
Die Gerüchte um einen Einstieg von BYD (比亚迪) in die Formel 1 verdichten sich. Konzern-Vizepräsidentin Stella Li traf sich während des Großen Preises von Monaco (Ende Mai 2026) mit F1-CEO Stefano Domenicali und einen Tag später mit FIA-Präsident Mohamed Ben-Sulayem. Der FIA-Präsident postete ein Foto des Treffens auf seinem Social-Media-Kanal. Es war bereits das zweite persönliche Gespräch zwischen Li und Ben-Sulayem – im Dezember 2025 hatten sich beide beim Abu-Dhabi-Grand-Prix getroffen.
Gespräche auf höchster Ebene
Bereits im März 2026 war bekannt geworden, dass BYD einen Einstieg in die Formel 1 und die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) prüft. Im April bestätigte Stella Li ein Treffen mit Domenicali in Shanghai. In einem Interview mit PlanetF1 sagte Li: „Wir sind sehr ernsthaft dabei, die Zukunft und Technologie zu erkunden – und wir wissen, was BYD hat." Gerüchten zufolge könnte BYD zu den Interessenten gehören, die einen Anteil von 24 % am Alpine-Formel-1-Team erwerben wollen – zusammen mit Mercedes-Benz. Auch eine Zusammenarbeit mit Christian Horner, dem ehemaligen Red-Bull-Teamchef, der eine Rückkehr anstrebt, wird kolportiert. Stella Li traf Horner zudem bei den Filmfestspielen von Cannes.
Strategische Herausforderungen
Trotz der Euphorie gibt es einen grundlegenden Widerspruch: Die Formel 1 plant, ab 2031 wieder auf reine Verbrennungsmotoren mit V8-Aggregaten und minimaler Elektrifizierung umzusteigen. Damit würde die Königsklasse den Weg hin zur Elektromobilität verlassen – genau entgegengesetzt zur Kernstrategie von BYD, das auf reine Batteriefahrzeuge und Plug-in-Hybride (NEV) setzt. Ein Engagement eines reinen NEV-Herstellers erscheint unter diesen Vorzeichen fragwürdig. Die konkreten Perspektiven von BYD im Motorsport bleiben daher vorerst offen.
BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten. Ein Einstieg in die Formel 1 würde die Markenbekanntheit bei europäischen Autofahrern weiter steigern.



