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BYDCarNewsChinaVon 3 Min. Lesezeit

CATL: Feststoffbatterie vor 2030 nicht massentauglich

CATL-Chef Robin Zeng rechnet nicht vor 2030 mit einer Massenproduktion von Feststoffbatterien. Das Unternehmen fokussiert sich auf Flüssigzellen und liefert im Mai 2026 einen neuen Kapazitätsrekord. Dongfeng setzt unterdessen auf eine Oxid-Polymer-Zelle mit über 1.000 km CLTC-Reichweite.

CATL: Feststoffbatterie vor 2030 nicht massentauglich

CATL: Feststoffbatterie vor 2030 nicht massentauglich

Der weltgrößte Batteriehersteller CATL (Contemporary Amperex Technology Co., Limited) hat Erwartungen an die Feststoffbatterie deutlich gedämpft. Konzernchef Dr. Robin Zeng erklärte im Interview mit dem Fachmagazin Caijing, dass eine großflächige Kommerzialisierung vor 2030 nicht zu erwarten sei. Als Produktionsschwelle für die Massenfertigung nennt CATL eine Stückzahl von einer Million Fahrzeugen – ein Volumen, das mit der aktuellen Technologie nicht zu erreichen ist.

Die Fertigung der Feststoffzellen beschränkt sich daher zunächst auf Premium-Modelle ab ca. 32.000 € (ca. 250.000 Yuan). Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt; europäische Preise können durch Steuern und Transportkosten abweichen.

Technische Hürden: Interface-Widerstand als Bremse

Laut CATL befindet sich die Vollfeststoff-Chemie derzeit auf Stufe 4 einer neunstufigen Technologiereife-Skala (Technology Readiness Level). Das bedeutet: rein labor- und prototypenbasiert. Das Hauptproblem liegt in der Grenzschicht zwischen Feststoffelektroden und -elektrolyt – dem sogenannten Solid-Solid-Interface. CATL nutzt zwar isostatisches Heißpressen mit 6.000 Atmosphären, um die Komponenten zu verbinden, doch unterschiedliche Verdichtungsdichten der Materialien führen zu strukturellen Fehlstellungen. Diese erhöhen den Innenwiderstand und beschleunigen die Alterung der Zellen.

Aktuelle Produktion: Flüssigelektrolyt dominiert

Bis die Feststoff-Technologie ausgereift ist, setzt CATL voll auf bewährte Lithium-Ionen-Chemie. Die monatlichen Auslieferungen zeigen eine klare Tendenz:

  • Installierte Kapazität Mai 2026: 33,08 GWh (April: 29,06 GWh)
  • Davon Lithium-Eisenphosphat (LFP): 23,12 GWh
  • Davon NCM-Ternary-Zellen: 9,96 GWh

Parallel entwickelt CATL langlebige Natrium-Ionen-Batterien als weitere Alternative, um die Abhängigkeit von einzelnen Rohstoffen zu reduzieren.

Dongfeng setzt auf Oxid-Polymer

Während CATL auf Sulfid-Elektrolyte setzt, geht der Staatskonzern Dongfeng Motor einen eigenen Weg: Ein oxid-polymerer Zelltyp mit folgenden Spezifikationen:

  • Energiedichte: 350 Wh/kg
  • Reichweite: über 1.000 km (CLTC) – entspricht ca. 850 km (WLTP-Schätzwert)
  • Gewichtsreduktion: 30 % weniger als konventionelle Flüssig-Lithium-Akkus
  • Kälteperformance: Bei –30 °C in Mohe (China) wurden noch über 74 % der Nennkapazität gemessen

Diese Zelle soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 in Serie gehen und in Dongfengs eπ-Modellreihe debütieren.

Luftfahrt als Nischenanwendung

Parallel testen spezialisierte Unternehmen Hochleistungszellen für die Luftfahrt. Der Flugtaxi-Hersteller Ehang hat einen 480‑Wh/kg-Lithium-Metall-Feststoffakku des Zulieferers Shenzhen Neox erfolgreich in einem unbemannten Flug über die Qiongzhou-Straße eingesetzt – ein Nischenmarkt, der aber zeigt, dass die Technologie prinzipiell funktioniert.

Forschungsetat: Milliarden für Sulfid-Technologie

CATL investiert in die langfristige Sulfid-Forschung kumuliert rund 1,28 Mrd. € (ca. 10 Mrd. Yuan). Dieser Mitteleinsatz stellt sicher, dass flüssige Plattformen bis zur vollständigen Kostenparität der Feststoffzellen die Hauptstütze der Produktion bleiben.


Nicht direkt betroffen. Die technologische Entwicklung von CATL betrifft jedoch alle Elektroauto-Hersteller – insbesondere Marken wie BMW, Mercedes und VW, die CATL als Zulieferer nutzen.


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