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BYDCarNewsChinaVon 3 Min. Lesezeit

BYD spaltet F&E auf – 20 % Absatzminus als Auslöser

BYD reagiert auf 20 % Absatzrückgang in China mit einer Neuorganisation: Fünf Marken bekommen eigene Forschungszentren. Ziel ist es, Überschneidungen zu vermeiden und die Profitabilität zu steigern. Auch für den deutschen Markt relevant.

BYD spaltet F&E auf – 20 % Absatzminus als Auslöser

BYD spaltet F&E auf – 20 % Absatzminus als Auslöser

BYD (比亚迪) stellt seine Forschungs- und Entwicklungsabteilung grundlegend um. Statt einer zentralen Automotive Engineering Research Institute entstehen fünf eigenständige Markenforschungszentren. Hintergrund ist ein Absatzrückgang von 20 Prozent in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 – insgesamt wurden 1,405 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, wie die chinesische Nachrichtenseite Sina berichtet.

Neu: Markenautonomie statt zentraler Entscheidungen

Die neue Struktur sieht vor, dass die Kern-F&E künftig nur noch als zentrale Technologieplattform fungiert. Sie behält die Verantwortung für Schlüsseltechnologien wie Blade-Batterien, spezifische Elektroplattformen und die elektronische Architektur. Die eigentliche Fahrzeugentwicklung und -anpassung wird dagegen auf die einzelnen Markenteams verlagert.

Die fünf neu geschaffenen Forschungszentren sind den Marken Dynasty, Ocean, Denza (腾势), Fang Cheng Bao (方程豹) und Yangwang (仰望) zugeordnet. Sie erhalten eigene Befugnisse bei der Produktdefinition und Fahrzeugplanung. Personal aus der bisherigen Zentrale wechselt direkt in diese Teams. Dadurch rücken die Entwicklungsentscheidungen näher an den Markt – weg von der früheren strikten Trennung zwischen Engineering und Vertrieb.

Finanzielle Eigenverantwortung für jede Marke

Gleichzeitig führt BYD eine eigenständige Gewinn-und-Verlust-Rechnung für die einzelnen Markenportfolios ein. Dynasty, Ocean, Denza und Fang Cheng Bao müssen künftig nach dem Prinzip der Selbstfinanzierung arbeiten. Einzige Ausnahme: die Ultra-Luxusmarke Yangwang, die vorerst von kurzfristigen Profitabilitätszielen befreit bleibt.

Wenn eine Marke auf zentrale Konzernressourcen zugreift, werden interne Verrechnungspreise zu Marktkonditionen fällig. Das soll die Kosteneffizienz steigern, könnte aber auch zu mehr Bürokratie und internem Wettbewerb um Ressourcen führen.

Hintergrund: Preisüberlappungen zwischen Baureihen

Die Neuorganisation zielt darauf ab, Produktüberschneidungen in der breiten Preisspanne zu beseitigen. BYDs Modellpalette reicht von Einstiegsmodellen um ca. 12.800 € (ca. 100.000 Yuan)* bis zu Performance-Fahrzeugen für ca. 128.000 € (ca. 1.000.000 Yuan)*. Bisher führte die zentrale Plattformstrategie dazu, dass sich die ähnlich positionierten Baureihen Dynasty und Ocean gegenseitig Kannibalisierung ausgesetzt waren.

Erst kürzlich startete BYD den großen Dynasty Great Tang Crossover, um in der Oberklasse bessere Margen zu erzielen. Gleichzeitig beschleunigt die Ocean-Reihe den Ausbau ihrer Premiummodelle, etwa mit der kommenden Seal 08 Limousine.

Mit der Dezentralisierung folgt BYD einem Muster, das bereits Geely Automobile zur Stabilisierung seiner Premiummargen eingeführt hat. Der Erfolg der neuen Struktur wird sich in den nächsten Monaten zeigen müssen – insbesondere, ob sie den Abwärtstrend stoppen kann.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.


In Deutschland

BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten. Aktuelle Modelle in Deutschland: Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han.

BYD ist seit 2022 auf dem deutschen Markt aktiv und baut sein Händlernetz kontinuierlich aus.


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