BYD teilt F&E in fünf Marken-Zentren auf
BYD (比亚迪) stellt seine Forschungs- und Entwicklungsstruktur grundlegend um. Wie chinesische Medien berichten, wird das zentrale Automotive Engineering Research Institute in fünf eigenständige Forschungszentren aufgeteilt – jeweils eines für die Markenarme Dynasty, Ocean, Denza, Fang Cheng Bao und Yangwang. Hintergrund ist ein deutlicher Absatzrückgang von 20 Prozent in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026. In diesem Zeitraum wurden nur noch 1,405 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert.
Dezentrale Verantwortung statt Zentral-Forschung
Die bisherige zentrale Entwicklungsabteilung wird künftig ausschließlich als Technologie-Middleware fungieren. Sie bleibt zuständig für die Blade-Batterie-Chemie, die dedizierte Elektroplattform und die elektronische Basisarchitektur. Alle fahrzeugspezifischen Anwendungen und Fahrwerksanpassungen wandern dagegen in die neuen Marken-Zentren.
Diese erhalten volle Autonomie über Produktdefinition und Fahrzeugplanung. Bisher lagen diese Entscheidungen allein im zentralen Engineering, sodass die Vertriebsteams kaum Einfluss auf die Entwicklung hatten. Die neue Struktur rückt die Ingenieursarbeit näher an die Marktnachfrage.
Eigenständige Kostenverantwortung
Parallel führt BYD eine getrennte Gewinn- und Verlustrechnung für jede Marke ein. Dynasty, Ocean, Denza und Fang Cheng Bao müssen sich künftig selbst finanzieren. Die Ultra-Luxus-Marke Yangwang ist vorerst von der kurzfristigen Profitabilitätsvorgabe ausgenommen.
Greifen die Marken auf konzerninterne Technologien zu, werden ihnen marktübliche Kosten berechnet. Diese interne Verrechnung soll die Effizienz steigern, könnte aber auch zu mehr Komplexität und internem Wettbewerb um Ressourcen führen.
Hintergrund: Überlappungen und Preiskampf
BYD deckt mit seinen Modellen eine breite Preisspanne ab: von etwa 12.800 € (ca. 100.000 Yuan) für Einstiegsmodelle* bis rund 128.000 € (ca. 1.000.000 Yuan) für Performance-Fahrzeuge. Die zentrale Plattformstrategie führte zu Überschneidungen – vor allem zwischen der preislich ähnlichen Baureihe Ocean und Dynasty kam es zur Kannibalisierung.
Die Umstrukturierung folgt auch auf den Absatzrückgang und soll gleichzeitig die Margen im wachsenden Premiumsegment sichern. So wurde kürzlich der vollelektrische Dynasty Great Tang auf den Markt gebracht, ein großes Crossover-Modell für Familien. Auch die Ocean-Reihe erhält mit dem Seal 08 ein neues Hochvolt-Modell.
BYD folgt mit diesem Schritt einem Vorbild aus dem eigenen Land: Bereits Geely Automobile hat eine dezentrale Markenstruktur etabliert, um langfristig stabile Premiummargen zu sichern.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
In Deutschland
BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten. Aktuelle Modelle in Deutschland: Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han.
BYD ist seit 2022 auf dem deutschen Markt aktiv und baut sein Händlernetz kontinuierlich aus.


