Hyptec S600: Coupé-SUV ab ca. 23.000 € in China gestartet
Der chinesische Automobilkonzern GAC (广汽集团) bringt über seine Edelmarke Hyptec (昊铂) den neuen Coupé-SUV S600 auf den Markt. Der Wagen ist als rein elektrischer BEV und als Range-Extender (EREV) erhältlich. Die limitierten Einführungspreise liegen zwischen ca. 23.000 € (ca. 179.900 Yuan) und ca. 25.600 € (ca. 199.900 Yuan).* Damit positioniert sich das Modell im hart umkämpften Segment mittelgroßer Coupé-SUV – eine Nische, die in China lange Zeit nur Nischenmodelle wie den BMW X6 oder Mercedes GLE Coupé besetzten. Erst mit dem Xiaomi YU7 und dem Tesla Model Y erhält diese Karosserieform richtig Aufwind.
Technische Daten: Solide, aber nicht spektakulär
Der Hyptec S600 setzt auf eine Einmotor-Hinterradantrieb-Variante (BEV) mit 250 kW (340 PS). Der Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert er in 6,5 Sekunden – kein Rekord, aber alltagstauglich. Die rein elektrische Version kommt auf 660 km (CLTC) – entspricht ca. 560 km (WLTP-Schätzwert) . Der CLTC (chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP) ist der einheimische Standard. Die EREV-Version nutzt einen 1,5-Liter-Turbobenziner (118 kW) als Reichweitenverlängerer. Ansonsten bietet der S600 eine zeitgemäße Fahrwerkskonfiguration: vorn Doppelquerlenker, hinten Mehrlenker. Die Topausstattung umfasst eine Zweikammer-Luftfederung sowie eine variable Dämpfung (SDC).
Innenraum und Assistenz: Volle Hütte, aber keine Hingucker
Im Cockpit folgt Hyptec der Familienlinie von GAC: schlicht, funktional, aber ohne Überraschungen. Ein 17,3 Zoll großes Zentraldisplay, ein Head-up-Display und der 8295P-Chip von Qualcomm sind serienmäßig. Die Rücksitze lassen sich weit nach hinten neigen – der Coupé-SUV verzichtet nicht auf Komfort. Gegen Aufpreis gibt es sogar eine Kühlbox („Kühlschrank“). Für die Fahrassistenz setzt Hyptec auf einen Lidar und das System Momenta R7 – das verspricht Potenzial für autonomes Fahren auf Level 2+.
Wettbewerb und Markenstrategie: Die Probleme von Hyptec
Dennoch: Der Hyptec S600 wirkt wie ein Produkt aus der „guten Mitte“ – er hat keine echten Schwächen, aber auch keine starken Alleinstellungsmerkmale. Das ist das Grundproblem der gesamten Marke. Im Mai 2025 verkaufte Hyptec insgesamt weniger als 1.000 Fahrzeuge (alle Modelle). Der beste Seller, der Hyptec HT (Vorgänger des S600), kam auf magere 338 Einheiten. Zum Vergleich: Xiaomi liefert inzwischen über 20.000 YU7 pro Monat aus.
Die Ursachen liegen auf der Hand: Hyptec ist als „Edel-Ableger“ von GAC konzipiert – ähnlich wie Chery mit Exeed oder Geely mit Zeekr. Doch während sich Zeekr etablieren konnte, bleibt Hyptec selbst bei jungen Käufern unbekannt. GACs Hauptmarken sind Aion (E-Autos) und Trumpchi (Verbrenner). Ein eigenständiger Markenauftritt für Hyptec kostet viel Geld und bringt wenig Wiedererkennung. Zudem leidet der gesamte GAC-Konzern unter schwächelnden Joint Ventures mit Honda und Toyota – wenn auch die Eigenmarken nicht laufen, wird es gefährlich.
Fazit: Ein solider Coupé-SUV mit schwachem Markenrücken
Der Hyptec S600 ist kein schlechtes Auto. Er bietet vernünftige Technik, ordentliche Reichweite und einen fairen Preis. Um jedoch gegen Xiaomi, Tesla oder auch BYD zu bestehen, bräuchte es mehr als nur „ausgewogene Eigenschaften“. Monatsverkäufe von 2.000 Einheiten wären für Hyptec bereits ein Erfolg. Ob der S600 dieses Niveau erreicht, hängt weniger vom Auto selbst ab als davon, ob GAC es schafft, der Marke Hyptec endlich ein Gesicht zu geben.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
In Deutschland
Zu diesem Hersteller liegen uns aktuell keine gesicherten Informationen über einen europäischen Markteintritt vor. Das Modell ist derzeit auf dem chinesischen Markt erhältlich.

