BYD erstreitet über 70.000 € gegen Verleumder
BYD (比亚迪) hat in mehreren Gerichtsverfahren gegen prominente Automobil-Influencer in China gewonnen. Wie der Hersteller über seinen offiziellen Weibo-Kanal mitteilte, wurden die beklagten Accounts wegen Verleumdung und geschäftsschädigender Äußerungen zu Geldstrafen und öffentlichen Entschuldigungen verurteilt. BYD verfolgt mit der koordinierten Klagewelle das Ziel, die Marke vor Falschbehauptungen zu schützen und fairen Wettbewerb zu gewährleisten.
Die betroffenen Kanäle hatten unter anderem unwahre Behauptungen über Batterieleistung, Verkaufszahlen und Finanzkennzahlen von BYD aufgestellt. BYD betonte, dass die Gerichte die Vorwürfe anhand von realen Betriebsdaten gegen die unbelegten Aussagen aus sozialen Medien geprüft hätten.
Schadensersatz im Überblick
Das Urteil gegen „Tiger Wolf Talks Cars" verlangt eine öffentliche Entschuldigung und Schadensersatz in Höhe von rund 26.900 € (ca. 210.000 Yuan). Die Konten „Zhengren Talks Cars" und „Solid-State Batteries Are Here" wurden jeweils zu rund 12.800 € (ca. 100.000 Yuan) verurteilt. Weitere Urteile betrafen „987 Crazy Dad" mit rund 10.900 € (ca. 85.000 Yuan) und „Xiaoyu Doesn't Understand Cars" mit rund 7.000 € (ca. 55.000 Yuan). Auch die Accounts „Hippo War God" und „Zhang Bin Plays Off-Road" erhielten Strafen – deren genaue Höhe wurde nicht veröffentlicht. Die Summe der genannten Einzelbeträge beläuft sich auf rund 70.400 € (ca. 550.000 Yuan).
Rechtliche Strategie
Die koordinierte rechtliche Offensive ist Teil einer umfassenderen Durchsetzungspraxis von BYD. Bereits zuvor hatte der Hersteller hohe Forderungen gegen einzelne digitale Kreative gestellt und belegte damit die Spitze der chinesischen EV-Klagestatistik. Die Urteile schaffen einen klaren rechtlichen Präzedenzfall gegen unautorisierte kommerzielle Verleumdung. Um gegen bezahlte Verleumdungskampagnen vorzugehen, hat BYD zudem ein Hinweisgeberprogramm mit Belohnungen zwischen rund 6.400 € und 640.000 € (ca. 50.000 bis 5.000.000 Yuan) für verifizierte Beweise aufgelegt.
Die Urteile betreffen ausschließlich den chinesischen Markt. BYD ist in Deutschland mit Modellen wie Atto 3, Han, Tang und Dolphin vertreten; von den Verfahren gehen keine direkten Auswirkungen auf hiesige Kunden aus.


