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VolkswagenD1EVVon 2 Min. Lesezeit

VW schließt E-Auto-Werk Zwickau: 100.000 Jobs bedroht

Volkswagen plant die bisher größte Restrukturierung: Vier Werke sollen dicht, bis zu 100.000 Stellen weg. Besonders hart trifft es das E-Auto-Werk Zwickau – ein Resultat des wachsenden Drucks durch chinesische Hersteller und die teure Elektrowende.

VW schließt E-Auto-Werk Zwickau: 100.000 Jobs bedroht

VW schließt E-Auto-Werk Zwickau: 100.000 Jobs bedroht

Volkswagen (Volkswagen) bereitet die wohl tiefgreifendste Umstrukturierung seiner 89-jährigen Geschichte vor – und die treibt vor allem der Wettbewerb mit chinesischen Elektroauto-Herstellern voran. Wie das deutsche Manager Magazin berichtet, plant Konzernchef Oliver Blume, bis zu 100.000 Arbeitsplätze zu streichen und vier Werke in Deutschland zu schließen. Ein zentraler Punkt: Das Werk Zwickau, in dem die E-Modelle ID.3 und ID.4 vom Band laufen, soll seine Produktion einstellen, sobald die aktuellen Baureihen ihr Lebensende erreicht haben. Auch die Standorte Hannover, Emden (alle Kernmarke VW) und das Audi-Werk Neckarsulm sind betroffen.

Der Schritt ist eine direkte Reaktion auf den Kostendruck, den chinesische Hersteller wie BYD, NIO und XPeng auf den deutschen Markt ausüben. Hinzu kommen die hohen Investitionen in die Elektromobilität und die Folgen der EU-Zölle auf chinesische E-Autos, die VWs Exportstrategie belasten. Die in Zwickau produzierten ID-Modelle wurden zeitweise auch nach China exportiert – ein Geschäft, das durch die Konkurrenz vor Ort und neue Handelsbarrieren zunehmend schwieriger wird.

Kernmarke wird ausgegliedert – Milliarden eingespart

Neben den Werkschließungen strebt Blume an, die angeschlagene Kernmarke Volkswagen und die Komponentenfertigung aus dem Konzernverbund herauszulösen und als eigenständige Unternehmen zu führen. Die Marke Volkswagen leidet seit Jahren unter geringen Margen. Parallel sollen die Investitionen des Konzerns in den nächsten fünf Jahren um rund 15 % auf etwas über 130 Milliarden Euro sinken. Bis 2030 will der Konzern zudem elf Milliarden Euro an Verwaltungs- und Betriebskosten einsparen. Das Reformpaket ist Teil von Blumes „Konzernzielbild 2030", das er dem Vorstand bereits vorgestellt hat. Am 9. Juli soll es dem Aufsichtsrat zur Entscheidung vorgelegt werden.

Gewerkschaft kündigt Widerstand an

Die Pläne stoßen auf heftigen Widerstand von Betriebsrat und IG Metall. In einer gemeinsamen Erklärung bezeichnen sie die Vorhaben als „beunruhigend für die Belegschaft und die betroffenen Regionen" und drohen mit „massivem Widerstand". VW unterliegt einer paritätischen Mitbestimmung – die Arbeitnehmervertreter haben im Aufsichtsrat die Hälfte der Sitze, und auch das Land Niedersachsen, das meist die Gewerkschaftsseite unterstützt, stellt zwei weitere Mandate. Die Anleger reagierten skeptisch: Die VW-Aktie fiel um 3,4 % auf den tiefsten Stand seit 16 Jahren. Ein VW-Sprecher wollte sich zu internen vertraulichen Dokumenten nicht äußern, betonte jedoch: „Der gesamte Volkswagen-Konzern inklusive aller Marken und Tochtergesellschaften muss sich tiefgreifend verändern."


VW hat seinen Hauptsitz in Deutschland und ist mit allen Modellen auf dem deutschen Markt vertreten. Die geplanten Werksschließungen betreffen ausschließlich deutsche Standorte.

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