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BYDD1EVVon 4 Min. Lesezeit

BYD und Huawei übernehmen L2-Haftung – Konkurrenz schweigt

BYD und Huawei (引望) versprechen, bei L2-Assistenzunfällen wirtschaftliche Schäden zu tragen. Andere Hersteller wie XPeng und NIO halten sich zurück – aus Kosten- und Rechtsgründen. Der Vorstoß befeuert die Debatte um die Verantwortung für Assistenzsysteme.

BYD und Huawei übernehmen L2-Haftung – Konkurrenz schweigt

BYD und Huawei übernehmen L2-Haftung – Konkurrenz schweigt

Im Mai 2026 gab BYD (比亚迪) bekannt: Kunden, die die Systeme „Gottesauge A/B“ (天神之眼) nutzen und bei regelkonformer Nutzung des Stadtpiloten einen Unfall verursachen, werden wirtschaftliche Schäden vollständig erstattet – unabhängig von der Kfz-Versicherung, ohne Obergrenze. Nur wenige Wochen später zog Huawei (引望, die intelligente Fahrzeuglösung von Huawei) nach und weitete den Schutz auf die ADAS-Funktionen Stadt-NCA, Autobahn-NCA und Parken aus.

Beide Unternehmen stellen sich damit an die Spitze einer Debatte, die die chinesische Autoindustrie seit Jahren umtreibt: Wer haftet, wenn ein L2-Assistenzsystem – das laut Handbuch immer noch der Fahrer verantwortet – einen Unfall verursacht? Während Hersteller in der Werbung vollmundig „intelligentes Fahren“ (智驾) versprechen, schieben sie im Ernstfall die Verantwortung meist auf den Fahrer. Allein im ersten Halbjahr 2025 gab es 137 Unfälle mit Assistenzsystemen – ein Anstieg von 43 % im Vergleich zum Vorjahr.

Warum die Branche spaltet

Die Entscheidung von BYD und Huawei ist kein reiner Marketing-Gag. BYD beruft sich auf über 3,15 Millionen Fahrzeuge mit Assistenzsystemen, täglich über 200 Millionen Kilometer Testdaten und einen 5.000-köpfigen Entwicklungsstab. Mit der hauseigenen 4-nm-Chip-Plattform „Xuanji A3“ (璇玑A3) und einer Gesamtrechenleistung von über 2.100 TOPS (drei Chips) sieht sich der Konzern in der Lage, die Risiken zu kalkulieren. Die Kosten für die erweiterte Absicherung: rund 1.540 € (ca. 12.000 Yuan)* als Aufpreis für das „Gottesauge C“-System.

Huawei wiederum verweist auf 11,47 Milliarden Kilometer Assistenzfahrten (Stand Mai 2026) und eine monatliche Aktivierungsrate von über 95 %. Das Unternehmen senkte den Preis für den ADS Max-Hochleistungspaket-Kauf von ca. 4.100 € auf ca. 4.600 € (32.000 bzw. 36.000 Yuan) – begründet mit steigenden Hardwarekosten.

Andere Hersteller wie XPeng (小鹏), NIO (蔚来) und Li Auto (理想) bleiben hingegen bei Versicherungsmodellen. XPeng bietet beispielsweise eine jährliche Assistenz-Sicherheitsgebühr von rund 31 € (239 Yuan) an, die bis zu 100.000 € abdeckt – aber die Versicherung läuft über die normale Kfz-Police, was zu steigenden Beiträgen führen kann.

Die drei Hürden für die Konkurrenz

Warum ziehen die starken Player nicht mit? Drei Gründe dominieren:

1. Kosten: Nur mit Masse kalkulierbar. BYD hat eine riesige Fahrzeugflotte als Risikopool. Ohne eine ähnliche Stückzahl wäre eine pauschale Haftungszusage ein finanzielles Wagnis.

2. Technik: Wer nicht selbst entwickelt, kann nicht haften. Die meisten Hersteller verwenden Zulieferer-Lösungen (z. B. von Mobileye oder Horizon Robotics). Sie kennen die Systemgrenzen nicht genau genug. BYD und Huawei setzen auf volleigene Entwicklung – von der Hardware bis zur Algorithmik.

3. Recht: Auch die Zusagen entbinden nicht von der Fahrerpflicht. Der Oberste Volksgerichtshof Chinas hat klar gestellt: Bei L2 bleibt der Fahrer stets verantwortlich – auch strafrechtlich. Die Wirtschaftshilfe deckt nur Schadensersatz, nicht Führerscheinpunkte oder Freiheitsstrafen. „Die Unternehmen decken Geld ab, nicht das Gesetz“, kommentiert Branchenexperte Cao Guangping.

Branchenkenner sehen in dem Vorstoß auch eine Reaktion auf den Wettbewerbsdruck durch Teslas FSD in China. Doch der entscheidende Wandel sei: „Vom Wettbewerb um Hardware hin zum Wettbewerb um Verantwortung. Das ist eine völlig neue Dimension – und noch wenige können mithalten“, so Cao.

Die Debatte ist noch lange nicht abgeschlossen. Im April 2026 lag die L2+-Ausstattungsrate bei Neuwagen in China bei 29,2 % – Millionen Fahrer verlassen sich täglich auf die Systeme. Ob weitere Hersteller nachziehen, hängt von Kosten, Technik und vor allem rechtlichen Rahmenbedingungen ab.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.


In Deutschland

BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten. Aktuelle Modelle in Deutschland: Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han.

BYD ist seit 2022 auf dem deutschen Markt aktiv und baut sein Händlernetz kontinuierlich aus.

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