XPeng MONA M03: Elektro-Limousine ab 15.000 € für Europa
XPeng (小鹏) hat am 2. Juli in Peking die Serienversion der MONA M03 vorgestellt – eine kompakte Elektro-Limousine, die als erstes Modell des Herstellers von Grund auf für den globalen Markt entwickelt wurde. Das Fahrzeug wird am 16. Juli auf der Weltbühne in München offiziell enthüllt. Ein Marktstart in Europa ist für 2025 geplant, konkrete Preise für den deutschen Markt stehen noch nicht fest. In China beginnt der Vorverkauf zu Preisen ab ca. 15.000 € (ca. 119.800 Yuan) – eine neue Preisliga, die weit unter dem bisher günstigsten XPeng G6 (ca. 42.000 € in China) liegt. Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Weltpremiere in München – Maßgeschneidert für 60 Länder
Die MONA M03 ist XPengs Antwort auf die Anforderungen unterschiedlichster Märkte. „Dieses Auto ist das erste, das von Beginn an für über 60 Länder konzipiert wurde“, sagt Yang Guang, Leiter der MONA-Reihe. Die Entwickler legten besonderen Wert auf ein ausgewogenes Fahrwerk: Die Lenkung soll direkt ansprechen, der Wendekreis klein bleiben, gleichzeitig werden Nick- und Wankbewegungen reduziert – inklusive einer Anti-Übelkeit-Funktion für Beifahrer. Ziel ist ein „erfrischendes“ Fahrgefühl, das sowohl junge Chinesen als auch europäische Kunden anspricht.
Technisch setzt XPeng auf eine 800-Volt-Architektur und das hauseigene VLA-Modell (Vision-Language-Action) für die Fahrassistenz. Das System kombiniert Kamera- und Lidar-Daten und soll später in der Lage sein, in über 60 Ländern mit lokalen Sprachen zu interagieren – ohne ständige Internetverbindung. CEO He Xiaopeng kündigt an: „Im ersten bis vierten Quartal 2026 wollen wir die VLA-Funktionen schrittweise in den meisten Regionen außerhalb Chinas freischalten.“ Dafür unterhält XPeng Entwicklungszentren in Deutschland und weiteren Ländern.
Technische Daten und Wettbewerbsvergleich
Das Monacoupé – wie XPeng den Karosseriestil nennt – misst 4,78 Meter in der Länge und 1,90 Meter in der Breite. Die wichtigsten Spezifikationen:
- Reichweite: 515 bis 620 km (CLTC) – entspricht ca. 438 bis 527 km (WLTP-Schätzwert). CLTC (chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP)
- Batteriekapazität: 51,8 kWh (Basismodell) oder 62,2 kWh (Langstreckenversion)
- Ladeleistung: max. 150 kW (DC), 10–80 % in ca. 30 Minuten
- Motorleistung: 140 kW (190 PS) an der Vorderachse, Hinterradantrieb
Damit positioniert sich die MONA M03 preislich und technisch unterhalb des Tesla Model Y (ab 44.990 €, 455 km WLTP) und des VW ID.4 (ab 39.995 €, ca. 400 km WLTP). In China ist sie zudem günstiger als der BYD Atto 3 (ab ca. 18.000 €).
KI-Revolution: Vom L2 zum L5 in weniger als fünf Jahren?
Ein zentrales Thema war die neue UNECE-Regulierung für automatisierte Fahrfunktionen. Vor knapp zwei Wochen verabschiedete die UN ein weltweit gültiges Regelwerk für L2 bis L5 – nach He Xiaopengs Einschätzung ein „riesiger Vorteil für XPeng“. Bislang sei hochautomatisiertes Fahren (L2) faktisch nur in China und den USA erlaubt gewesen. „Ab Dezember 2024 fällt diese Beschränkung für alle Länder, die das Regelwerk übernehmen – damit können wir unsere Fahrassistenzsysteme wie NGP (Navigation Guided Pilot) auch in Europa ausrollen“, so He.
XPeng peilt an, bis 2026 die VLA-Funktionen in den meisten Märkten außerhalb Chinas freizuschalten. Dazu gehören Autobahn- und Stadtpilot sowie vollautomatisches Einparken. He Xiaopeng zeigt sich zuversichtlich: „Ich glaube, dass wir in drei bis fünf Jahren L4- und sogar L5-Niveau sehen werden – das wird schneller kommen, als viele heute denken.“
Globale Ambitionen: 50 Prozent Auslandsanteil
Die MONA M03 ist XPengs erstes echtes Weltauto. Laut Yang Guang sollen langfristig 30 bis 40 Prozent des Modellabsatzes aus Übersee kommen. Aktuell erzielt XPeng rund 20 Prozent seines Umsatzes im Ausland, Europa wächst dabei mit über 100 Prozent im Jahresvergleich. Für das neue Modell sind zunächst Märkte wie Deutschland, Frankreich, Niederlande, Norwegen und Schweden priorisiert. Der Preis für Deutschland wird voraussichtlich bei ca. 25.000 bis 30.000 € liegen (Schätzung auf Basis des China-Preises und typischer Importaufschläge). Konkurrenten wie der Dacia Spring (ab 17.000 €) oder der BYD Dolphin (ab 27.000 €) zeigen, dass Preiskämpfe im Kompaktsegment toben.
Die MONA M03 ist noch nicht in Deutschland erhältlich. Der Marktstart ist für 2025 angekündigt. Eine konkrete Preisangabe für Deutschland steht noch aus, XPeng hat jedoch eine Positionierung unterhalb seiner bisherigen Modelle (G6 ab ca. 45.000 €) signalisiert.

