China EV News
Zurück
CherySinaVon 3 Min. Lesezeit

Chery: Export-Champion aus China plant Europa-Einstieg

Chery ist im 1. Halbjahr 2026 zum größten chinesischen Autoexporteur aufgestiegen: 70 % der Produktion gehen ins Ausland. Die Marke Omoda soll den Markteintritt in Europa vorbereiten.

Chery: Export-Champion aus China plant Europa-Einstieg

Chery (奇瑞) hat im ersten Halbjahr 2026 die Führung bei den chinesischen Autoexporten übernommen. Mit einem Exportanteil von 70 % am eigenen Verkaufsvolumen ist der Hersteller aus Wuhu der erste rein exportorientierte chinesische Autobauer. Nun wagt sich Chery mit der Submarke Omoda nach Europa – ein klares Signal an den Heimatmarkt der deutschen Premiumhersteller.

Chinas Exportboom: Fast eine Million Fahrzeuge pro Monat

Die chinesischen Gesamtexporte von Pkw legten im ersten Halbjahr 2026 um 65,3 % auf 4,43 Millionen Einheiten zu. Allein im Juni rollten 905.000 Fahrzeuge über die Grenzen – ein Plus von 75,1 %. Aufs Jahr hochgerechnet könnte China erstmals die Marke von zehn Millionen exportierten Autos knacken. Zum Vergleich: Japans absoluter Exportrekord lag 1985 bei 6,85 Millionen Einheiten.

Chery und Geely (吉利) treiben den Boom an. Während Chery volumenmäßig führt, legte Geely mit 150 % Exportwachstum prozentual am stärksten zu.

Heimmarkt unter Druck: Verbrenner bricht ein, BEV legt zu

Während die Exporte explodieren, erlebt der chinesische Heimatmarkt einen historischen Einbruch bei Verbrennern. Im Juni wurden nur noch 490.000 Verbrenner-Pkw verkauft – ein Minus von 49,9 % gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtmarkt fiel um 26,4 % auf 1,5 Millionen Einheiten. Der Druck lastet fast vollständig auf den Verbrenner-Sparten der Joint Ventures, die unter hohen Lagerbeständen leiden.

Reine Elektroautos (BEV) hingegen legten im Juni um 26,9 % zu. Die einstigen Hoffnungsträger Range-Extender (EREV) verlieren dagegen an Boden: Die Verkaufszahlen gingen um 25,2 % zurück. Grund: Die Ladeinfrastruktur verbessert sich rapide, sodass die Reichweitenangst schwindet – der entscheidende Vorteil von EREV-Modellen schmilzt dahin.

Cherys Strategie: Export als Rettungsanker und Sprungbrett

Chery ist das beste Beispiel für die strukturelle Wende: Der Inlandsabsatz schrumpft, doch die Exporte federn den Rückgang mehr als ab. Mit einem Exportanteil von 70 % ist Chery kaum noch vom schwächelnden chinesischen Markt abhängig. Die Expansion nach Europa mit der Marke Omoda – ein modernes SUV-Crossover – soll nun den nächsten Schritt bringen. Chery plant, über Omoda in mehreren EU-Ländern Fuß zu fassen.

Hintergrund: Warum chinesische Exporte trotz Zöllen boomen

Der Erfolg chinesischer Hersteller beruht weniger auf Einzeltechnologien als auf der vollständigen Lieferkette – von Rohstoffen über Batterien bis zur Software. EU-Zölle und Mindestpreise können die Kostenvorteile nur kurzfristig abfedern. Auffällig: In Schwellenländern mit instabiler Stromversorgung werden chinesische E-Autos als mobile Kraftwerke geschätzt – die V2L-Funktion (Vehicle-to-Load) macht sie zur Notstromquelle für Geschäfte und Haushalte. Der Export von E-Autos wächst mit 120 % doppelt so schnell wie der von Verbrennern (35,5 %).

Ausblick: Kein Zurück zum Verbrenner

Die Marktdurchdringung von E-Autos in China liegt längst über 70 % bei Neuwagen. Analysten sehen die langfristige Verbrenner-Basis bei maximal 20 % – nur in Spezialsegmenten wie Hochgebirge oder extremer Kälte. Die Ära des Verbrenners in China ist unwiderruflich beendet. Und Chery könnte mit Omoda bald die ersten deutschen Autofahrer von den Vorzügen chinesischer E-Mobilität überzeugen.


In Deutschland

Chery plant mit der Marke Omoda eine Expansion nach Europa.

CheryBatterieReichweiteElektroautoAbsatz